Technikerin – Holztechnik (Möbelbau und Raum­gestaltung)

Ich gebe die Produktion erst frei, wenn die Produkte hundertprozentige Qualität aufweisen.

Auch interessant

Holz auf die Probe stellen

In einem Holz verarbeitenden Unternehmen ist Beate Willenbücher (33) für die Qualitätssicherung bei Holzspanplatten zuständig. Sie führt Kontrollen durch und überwacht die laufende Produktion.

Die Firma Nolte GmbH & Co. KG mit Sitz in Germersheim ist ein traditionelles Familienunternehmen in der Verarbeitung und Produktion von Holzwerkstoffen. Die Firma stellt Möbel her und betreibt darüber hinaus ein Spanplattenwerk. „Im Auftrag unserer Kunden liefern wir ihnen rohe, beschichtete und individuell zugeschnittene Platten“, erzählt Beate Willenbücher. „Mein Job umfasst vor allem die Qualitätsprüfung und -sicherung während des Herstellungsprozesses sowie die Endkontrolle der Produkte.“

Mit dem Werkstoff Holz kam die heute 33-Jährige bereits früh in Berührung. Während ihrer Ausbildung zur Forstwirtin lernte sie, Holz zu gewinnen und für die Weiterverarbeitung bereitzustellen. „Ich habe ein paar Jahre in dem Bereich gearbeitet, wollte aber – durch meine Faszination für Technik bedingt – in den Holz verarbeitenden Bereich wechseln.“ Sie entschied sich für die zweijährige Weiterbildung zur Technikerin der Fachrichtung Holztechnik.

Holztheorie mit viel Praxis

Der theoretische Teil der Weiterbildung umfasste in erster Linie viele anwendungsbezogene Fächer. Auf dem Programm standen zum Beispiel Werkstofftechnologie, Entwurf, Konstruktion und Fertigungstechniken im Bereich Möbelbau sowie Werkstattunterricht. Auch Kenntnisse in den Gebieten Betriebstechnik und -organisation, elektronische Datenverarbeitung und Kostenrechnen wurden den Teilnehmern vermittelt. Hinzu kamen allgemeine Fächer, beispielsweise Fachenglisch, Betriebswirtschaftslehre und Kommunikation im Betrieb. „Ich fand es sehr gut, dass es daneben viele praktische Anteile gab. Zwischendurch wurden wir mehrmals als Praktikanten in Holz verarbeitenden Betrieben eingesetzt und hatten in Zusammenarbeit mit den Firmen auch Projektarbeiten.“ Beate Willenbücher absolvierte die Weiterbildung in Vollzeit. Die Kosten sowie ihren Lebensunterhalt in dieser Zeit finanzierte sie mittels BAföG und eigenen Ersparnissen.

Zwischen Produktionshalle und Labor

Nach ihrem Abschluss war sie zunächst einige Zeit in einem luxemburgischen Unternehmen für Holzverarbeitung und -veredelung angestellt. Anschließend nahm sie die Stelle als Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung in Germersheim an. Hier ist sie sowohl in der Produktionshalle als auch im Labor anzutreffen, wo sie Prüfungen durchführt, um die Eigenschaften der Produkte zu testen. „Dafür schreibe ich detaillierte Prüfprotokolle und Auswertungen.“ Beate Willenbücher braucht vor allem technisches Verständnis. In ihrem Beruf muss sie daneben flexibel und stressresistent sein: „Wenn es qualitative Probleme in der Produktion gibt, kann mein Tag ganz anders aussehen als geplant. Ich muss nach dem Fehler suchen und die Charge begutachten. Ich gebe die Produktion erst wieder frei, wenn die Produkte hundertprozentige Qualität aufweisen.“ Unter Zeitdruck muss die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Fertigung reibungslos funktionieren.

Zu den Anforderungen gehört es auch, sich regelmäßig über technische Neuheiten in ihrem Arbeitsbereich zu informieren. Sie besucht so oft wie möglich Fachmessen und Fortbildungen. „Oft werden diese direkt bei den Geräteherstellern oder beispielsweise vom TÜV angeboten und dauern ein paar Tage. Ich habe etwa an Schulungen im Bereich Kalibrierung und Arbeitsorganisation teilgenommen.“

Die Holztechnikerin möchte ihre Kenntnisse kontinuierlich erweitern, um noch verantwortungsvollere Aufgaben im Qualitätsmanagement übernehmen zu können.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5966