Vermessung und Geo­information

Wichtig in diesem Bereich

  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • mathematisches Verständnis
  • IT-Anwenderkenntnisse
  • technisches Verständnis

Karten sind die Grundlage für verschiedenste Arbeitsprozesse in Bau- und Katasterwesen. An der Erstellung des Kartenmaterials sowie an der Ermittlung von Grundstücksgrenzen haben Vermessungsfachkräfte entscheidenden Anteil.

Länge, Breite, Höhe – die Gestalt der Welt lässt sich mathematisch erfassen. Als Vermessungsfachkraft ermitteln Sie je nach konkretem Einsatzbereich die Daten von Grundstücken, Landflächen oder Gebäuden. Sie übertragen diese im Anschluss in Datenbanken beziehungsweise spezielle Geodaten-Systeme.

Länge, Breite, Höhe – die Gestalt der Welt lässt sich mathematisch erfassen. Als Vermessungsfachkraft ermitteln Sie je nach konkretem Einsatzbereich die Daten von Grundstücken, Landflächen oder Gebäuden. Sie übertragen diese im Anschluss in Datenbanken beziehungsweise spezielle Geodaten-Systeme.

Denken in drei Dimensionen

Die ermittelten Werte sind für Sie keine abstrakten Größen. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen der Welt der Zahlen und der realen Lebenswelt und sehen einen natürlichen Bezug zwischen beiden. Da Sie dreidimensional denken können, planen Sie die Vermessungsarbeiten routiniert und führen diese konzentriert durch. Je nach Einsatzbereich sind Sie dann möglicherweise im Gelände und auf Flurstücken unterwegs und erfassen im Team mit Ihren Kollegen die benötigten Geodaten – und zwar bei nahezu jedem Wetter. Haben Sie die Werte ermittelt, gleichen Sie diese mit vorhandenen Materialien, etwa Luftbildern oder Karten, ab. Je nach Einsatzbereich erstellen Sie auf dieser Grundlage auch dreidimensionale Darstellungen des vermessenen Geländes.

Genau gerechnet

Die Grundlage für Ihre Tätigkeit als Vermessungsfachkraft ist eine Affinität zu Zahlen. Zwar arbeiten Sie prinzipiell mit spezifischen Programmen zur Datenverarbeitung beziehungsweise -berechnung, jedoch verlassen Sie sich nicht blind auf die Ergebnisse, die Ihnen der Computer ausgibt – denn Fehler bei der Eingabe beziehungsweise in der Programmierung können immer auftreten. Wenn Sie erhobene Daten auf Plausibilität prüfen, erkennen Sie zielsicher Fehler. Auch die für die Auswertung der Daten sowie für die möglicherweise erforderliche Berechnung von Strecken und Flächen geforderten Rechenoperationen kennen Sie und wenden Sie an.

Werkzeug Computer

Eines Ihrer wichtigsten Arbeitsmittel ist ohne Frage der Computer. Sie nutzen rechnergestützte Systeme sowohl für die Datenspeicherung als auch für die Analyse und die Aufbereitung der ermittelten Geo-Daten. Die Aufbereitung betrifft dabei hauptsächlich das Erstellen beziehungsweise Aktualisieren von Karten und Plänen. Die Messdaten übertragen Sie zu diesem Zweck in spezielle Anwendungen, mit denen sich die ermittelten Werte grafisch aufbereiten lassen. Bei diesem Arbeitsschritt, wie auch schon bei der Datenerfassung, arbeiten Sie sehr konzentriert und präzise, um Fehler in der Darstellung zu vermeiden. Sie nutzen den Rechner außerdem, um klassische Büroarbeiten auszuführen. Dazu gehört es etwa, Präsentationen und Dokumentationen zu erstellen oder erläuternde Texte zu Karten und Grafiken zu schreiben.

Von GPS bis Laser

Brot und Butter in Ihrem Beruf ist die Messtechnik – die entsprechenden Geräte bedienen Sie routiniert und informieren sich immer wieder über Neuerungen – beispielsweise über elektronische Tachymeter. Je nach Einsatzbereich greifen Sie außerdem verstärkt auf satellitengestützte Verfahren zur Ermittlung von Geokoordinaten zurück, beispielsweise auf das Global Positioning System (GPS). Arbeiten Sie in einem Bereich, in dem es auf große Präzision ankommt, dann nutzen Sie zur Erfassung von Messdaten auch Systeme wie beispielsweise Laserscanner.

Portrait von Michael Zurhorst.

Michael Zurhorst

Drohnen werden zunehmend für Vermessungsaufgaben eingesetzt.

Interview mit Michael Zurhorst, Präsident des Bundes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BDVI)

Herr Zurhorst, mit welchen Weiterbildungen kann man sich aktuell für den Arbeitsmarkt qualifizieren?
Michael Zurhorst: Ganz aktuell gibt es Fortbildungsmaßnahmen im Bereich der Unmanned Aerial Vehicles [UAV – auf Deutsch: unbemannte Luftfahrzeuge], landläufig besser bekannt als Drohnen. Diese werden zunehmend auch für Vermessungsaufgaben eingesetzt. Sie können in der Regel autonom fliegen. Mit hochauflösenden digitalen Kameras und weiteren Sensoren können digitale Geländemodelle erstellt oder Volumenbestimmungen durchgeführt werden. Das Anwendungsspektrum ist vielfältig, anspruchsvoll und abwechslungsreich.

In welchen Bereichen sollte man sich in der Branche ebenfalls weiterqualifizieren?
Michael Zurhorst: Weiterqualifizieren kann man sich auch im Bereich der Geoinformationssysteme, kurz GIS. Sowohl bei Softwarelösungen als auch bei den Anwendungen sind hoch qualifizierte Fachkräfte gefragt.

Gibt es weitere Trends in der Vermessung?
Michael Zurhorst: Viele Beschäftigte, die in der Vermessung arbeiten, vertiefen derzeit ihr Wissen in Richtung Immobilienwertermittlung. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien verlangt nach qualifizierten Wertgutachten. Fachkräfte, die Immobilienwerte ermitteln können, werden zum Beispiel von Banken oder Behörden nachgefragt.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Vermessungstechniker/innen und Geomatiker/innen benötigen dafür Fachwissen, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Kundenorientierung. Denken Sie über eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Vermessungstechnik nach. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/hochbau-tiefbau-bautechnik-vermessung-2/vermessung-und-geoinformation-2