Tiefbau

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • technisches Verständnis
  • körperliche Belastungsfähigkeit

Zügig von A nach B kommen – das ist für eine funktionierende Wirtschaft unverzichtbar. Es sind die Fachkräfte aus dem Tiefbau, die dafür den Weg bereiten. Sie kümmern sich um den Auf-, Um- und Ausbau unserer Infrastruktur.

Sie sind am dreispurigen Ausbau einer Autobahn beteiligt oder arbeiten an einer neuen Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse? Sie legen neue Kanalschächte an oder verlegen ein Rohrleitungssystem für eine Kommune? Dann sind Sie höchstwahrscheinlich eine Fachkraft im Tiefbau. Mit Ihrem Arbeitseinsatz, Ihrem Fachwissen und Ihrer praktischen Erfahrung tragen Sie dazu bei, dass das Rad der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens rundläuft.

Sie sind am dreispurigen Ausbau einer Autobahn beteiligt oder arbeiten an einer neuen Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse? Sie legen neue Kanalschächte an oder verlegen ein Rohrleitungssystem für eine Kommune? Dann sind Sie höchstwahrscheinlich eine Fachkraft im Tiefbau. Mit Ihrem Arbeitseinsatz, Ihrem Fachwissen und Ihrer praktischen Erfahrung tragen Sie dazu bei, dass das Rad der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens rundläuft.

Mit Schaufel und Kelle

Zwei linke Hände haben andere – Sie nicht. Mit Zange und Hammer gehen Sie routiniert um, wenn Sie beispielsweise im Rohrleitungsbau einzelne Teile zusammenfügen, ausrichten und nivellieren. Sind Sie auf Bodenbeläge spezialisiert, dann wissen Sie genau, wie man beispielsweise Steine verlegt – vom Graben über das Schottern bis zum Sanden und schließlich dem Pflastern selbst. Dafür nutzen Sie unterschiedliche Werkzeuge und Hilfsmittel – Metermaß und Wasserwaage, Holzpflöcke und Gummihammer, Schubkarre und Schaufel. Im Straßenbau wissen Sie genau, was es braucht, um etwa Gussasphaltflächen zu beschichten. Im Gleisbau setzen Sie Schweiß- und Schleifgeräte ein, um die Schienen zusammenzufügen. Wann immer etwas von Hand gemacht werden muss: Sie wissen, wie.

Nicht aus Zucker

Körperliche Arbeit macht Ihnen nichts aus: Sie können zupacken. Die nächste Fuhre Sand schippen Sie schnell auf den Schubkarren, schleppen schwere Rohrteile, heben Steine oder große Bauteile. Sie sind es gewohnt, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, auf den Knien den Bodenbelag festzuklopfen oder auf engem Raum in einem Schacht zu arbeiten. Auf Baustellen sind Sie, wann immer es die Witterung zulässt, und kommen mit Hitze und Kälte, mit Regen und Sonnenschein klar. Aufgrund Ihrer Fitness können Sie auch in wechselnden Schichten arbeiten und sind zu Überstunden bereit, wenn beispielsweise ein Projekt unbedingt fertig werden muss.

Großes Gerät

Im Tiefbau geht nichts ohne große Maschinen. Betonmischer, Bagger, Walze, Rüttler, Planierraupen – solche Baugeräte setzen Sie ein, wenn es beispielsweise darum geht, eine Trasse für eine neue Straße anzulegen, sie zu befestigen und mit dem entsprechenden Belag zu versehen. Und wenn mal eine Maschine nicht gleich anspringt oder wenn eine andere kleinere Störung vorliegt, dann wissen Sie, wo Sie ansetzen müssen. Weil Sie die prinzipielle Funktionsweise der Maschinen kennen, können Sie diese auch warten und sorgen so dafür, dass der Baubetrieb nicht ins Stocken kommt.

Vom Plan zur Umsetzung

Eine Bauanleitung ist kein Buch mit sieben Siegeln für Sie. Werden Ihnen gewisse Vorgaben gemacht, können Sie sich vorstellen, wie die Umsetzung vonstattengehen muss, damit am Ende die Qualität stimmt. Zeichnungen und Skizzen mit entsprechenden Maßangaben setzen Sie ohne Probleme um, wenn Sie beispielsweise an einem Fundament arbeiten oder eine Fläche für das Verlegen von Pflastersteinen vorbereiten. Auch wenn es darum geht, Rohre zu verlegen oder neue Kanäle anzulegen, setzen Sie sorgfältig die Vorgaben um, die von Technikern, Architekten oder Ingenieuren ausgearbeitet wurden.

Portrait von Sebastian Geruschka

Sebastian Geruschka

Straßenbaugeräte werden über GPS und Internet gesteuert.

Interview mit Sebastian Geruschka vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Herr Geruschka, was sind die aktuellen Trends im Straßen- und Tiefbau?
Sebastian Geruschka: Der Investitionsstau im Bereich der Verkehrsinfrastruktur der letzten Jahre ist immer noch immens hoch und muss dringend abgebaut werden, für Straßen und Brücken wie auch für Bahn-, Luft- und Wasserwege. Dazu sind kurz- als auch langfristig Kapazitäten bei den öffentlichen Auftraggebern und Planungsstellen zu erhöhen. Auch die unterirdische Versorgungsinfrastruktur muss in großen Teilen modernisiert werden. Für die Baufirmen gibt es in den nächsten Jahren viel zu tun.

Wie sieht die Zukunft für den Straßen- und Tiefbau aus?
Sebastian Geruschka: Der große Erneuerungs-, Sanierungs- und Erhaltungsbedarf geht einher mit steigenden Anforderungen an den Einsatz moderner und umweltfreundlicher Technologien und Geräte. Asphaltbeläge werden schneller und effizienter in mehreren Schichten gleichzeitig eingebaut und reduzieren den Lärm des Verkehrs. Straßenbaugeräte werden immer moderner, elektronisch geregelt und über GPS und Internet gesteuert. Hochmoderne Geräte und Einbautechnologien, zum Beispiel Flüssigboden, verringern Emissionen wie Staub, Lärm oder Abgase und garantieren eine hohlraumarme Verfüllung in kürzerer Bauzeit.

Wo werden künftig Fachkräfte dringend benötigt?
Sebastian Geruschka: Im Straßen- und Tiefbau werden in den kommenden Jahren viele gut ausgebildete, qualifizierte und technikbegeisterte Fachkräfte gebraucht, die moderne Baugeräte einerseits und Kommunikationstechniken andererseits beherrschen, auch im Ingenieurbau, zu dem der Brückenbau zählt.

Welche Rolle spielt der Umweltschutz?
Sebastian Geruschka: Dem Umwelt- und Arbeitsschutz tragen immer leisere und emissionsärmere Baumaschinen Rechnung. Moderne Bauweisen, wie beispielsweise temperaturreduzierte Asphalte, die mit weniger Energieaufwand aufbereitet werden, tragen zur Umweltentlastung bei. Für den Schutz unseres Trinkwassers sind dichte Abwasserkanäle wichtig. Zur Sanierung maroder Kanäle werden innovative und kostengünstige Verfahren zur Innenabdichtung entwickelt.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Nach einer Meister- oder Technikerweiterbildung können Sie sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen oder einen bestehenden übernehmen. In einigen Berufen müssen Sie sich dazu in die Handwerksrolle eintragen lassen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/hochbau-tiefbau-bautechnik-vermessung-2/tiefbau-2