Architektur und Bautechnik

Wichtig in diesem Bereich

  • technisches Verständnis
  • mathematisches Verständnis
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Planungs- und Organisationsgeschick

Gut geplant ist halb gebaut? Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber die sorgfältige Erstellung von technischen Zeichnungen und Konstruktionsplänen ist Voraussetzung für ein gelungenes Bauobjekt.

Der erste Spatenstich findet im Büro statt – virtuell. Bevor ein neuer Gebäudekomplex in den Himmel wächst, leisten Sie viel Planungsarbeit am Computer. Und wenn es dann an die Umsetzung geht, begleiten und überwachen Sie als Experte aus dem Arbeitsfeld Bautechnik und Architektur die Baumaßnahmen.

Der erste Spatenstich findet im Büro statt – virtuell. Bevor ein neuer Gebäudekomplex in den Himmel wächst, leisten Sie viel Planungsarbeit am Computer. Und wenn es dann an die Umsetzung geht, begleiten und überwachen Sie als Experte aus dem Arbeitsfeld Bautechnik und Architektur die Baumaßnahmen.

Am Bildschirm

Die Ideen, die von Spezialisten und Spezialistinnen aus Architektur beziehungsweise Ingenieurwesen skizziert werden, müssen in Bau-Unterlagen übertragen werden. Hier kommen Sie ins Spiel. Sie können sich gut vorstellen, wie ein Bauwerk später aussehen soll und welche Arbeitsschritte dafür nötig sind. Sie kennen zudem die entsprechenden Normen, die bei der Erstellung von Bau-Unterlagen zu beachten sind. Mit diesem Wissen erstellen Sie mittels spezieller Software, etwa „Computer-Aided-Design“-Systemen (CAD), dreidimensionale technische Zeichnungen mit genauen Maßangaben. Dabei arbeiten Sie äußerst exakt, denn Fehler in den Unterlagen könnten auf der Baustelle teuer werden.

Gebäude aus Zahlen

Obwohl Computerprogramme mittlerweile viel Zahlenarbeit übernehmen können, verlassen Sie sich nie ganz auf die Rechner-Arithmetik. Bautechnische Daten prüfen Sie selbst nach, bevor Sie diese in die entsprechenden Unterlagen übertragen. Und wenn es darum geht, Kostenschätzungen anzufertigen und Bauprojekte zu kalkulieren, können Sie sich auf Ihre Erfahrungen rund um die relevanten betrieblichen Zahlen und die wirtschaftlichen Eckwerte verlassen. Wichtig ist der Umgang mit Zahlen auch im Bereich des Einkaufs: Hier prüfen Sie genau, welche Betriebsmittel benötigt werden, und vergleichen die Anbieter-Preise.

Alles Technik

Praxisgerechte Unterlagen, beispielsweise zur Konstruktion von Wasserwegen oder sonstigen Ingenieurbauwerken, können Sie nicht nur aufgrund Ihrer Kenntnisse der Branchensoftware beziehungsweise Ihres sicheren Umgangs mit Zahlen erstellen. Zusätzlich besitzen Sie fundiertes Wissen über die bautechnischen Arbeitsschritte, die bei der Umsetzung der Pläne gefragt sind. Sie können genau einschätzen, welche Maschinen in den einzelnen Bauphasen nötig sind, weil Sie deren Funktionsweise kennen, und überblicken, wie lange das jeweilige Baugerät auf einer Baustelle benötigt wird, um die Arbeiten termingerecht abzuschließen.

Abläufe im Griff

Damit bei der Umsetzung eines Bauprojektes alles glatt läuft, muss vieles organisiert werden. Zum Beispiel ist es nötig, den Einsatz der Fachkräfte auf den jeweiligen Baustellen genau festzulegen. Zu diesem Zweck erstellen Sie etwa Einsatzpläne. Da zumeist unterschiedliche Gewerke an den Arbeiten beteiligt sind und auch Parteien wie Bauherren und Architekten beziehungsweise Architektinnen die Umsetzung begleiten, gilt es, das Vorgehen mit allen Beteiligten abzustimmen. Wichtig ist, dass die Arbeiten auf der Baustelle nicht verzögert werden oder durch fehlerhafte Organisation stillstehen. Um reibungslose Abläufe zu gewährleisten, kümmern Sie sich deshalb im Rahmen der Planung der Arbeiten auch um die Bereitstellung der benötigten Menge an Baumaterial.

Portrait von Susanne Müller.

Susanne Müller

Der Fortschritt der Technik erfordert regelmäßige Fortbildungen.

Interview mit Susanne Müller, Geschäftsführerin Kompetenzzentrum für Berufsbildung und Personalentwicklung des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie e.V.

Frau Müller, welche Trends gibt es derzeit im Bereich Bautechnik?
Susanne Müller: Die Wertschöpfungskette Bau steht vor einem grundlegenden Innovationssprung: der Digitalisierung ihrer Prozesse. Im Ausland erwarten Auftraggeber bereits die Anwendung digitaler Verfahren im Bauprojekt, in Deutschland steht man noch am Anfang des Prozesses. Darüber hinaus steigen die Anforderungen an energieeffizientes, nachhaltiges und barrierefreies Bauen sowie an die technische Gebäudeausrüstung. Unter Effizienz­gesichtspunkten nimmt der Einsatz von vorgefertigten Bauteilen und -systemen zu.

Welche Auswirkungen kann das für die Beschäftigten haben?
Susanne Müller: Die Digitalisierung der Prozesse erfordert einen Kulturwandel, neue Rollen und Aufgabenzuschreibungen. Auch technisch, organisatorisch und rechtlich ist die Einführung ein anspruchsvoller Innovationsprozess. Im Hinblick auf Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und den stärkeren Einsatz vorgefertigter Bauteile sind grundlegende Kompetenzen bereits in der gegenwärtigen Ausbildung enthalten. Der Fortschritt der Technik erfordert aber in nahezu jedem Tätigkeitsfeld regelmäßige Fortbildungen und Schulungen.

Gibt es Weiterbildungen, mit denen sich Fachkräfte besonders qualifizieren können?
Susanne Müller: Neben der klassischen Aufstiegsfortbildung, etwa Vorarbeiter, Werkpolier und Polier, die auf der Berufsausbildung aufsetzt und diese verbreitert und vertieft sowie auf Führungsfunktionen auf der Baustelle vorbereitet, gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Diese greifen neue technische Entwicklungen auf und berücksichtigen die aktuellen Bedürfnisse der Praxis. Welche Weiterbildung im konkreten Fall zielführend ist, hängt dabei stark vom eigenen Tätigkeitsfeld ab.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. So arbeiten viele Bauzeichner/innen freiberuflich für wechselnde Auftraggeber. Andere Fachkräfte machen sich mit einem eigenen Planungsbüro selbstständig. Eine solide Grundlage dafür ist eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/hochbau-tiefbau-bautechnik-vermessung-2/architektur-und-bautechnik-2