Fassaden­reiniger (Gebäude­reinigung)

Schwindelfrei sollte man bei dieser Aufgabe natürlich sein.

Einsatz auf der Hebebühne

Wenn Fassaden in der Sonne glänzen, dann liegt das unter anderem an der Arbeit von Reinigungsspezialisten. Der Tätigkeitsbereich erfordert viel Umsicht, wie Oumar Dieng (22) weiß.

Vor einigen Jahren verließ Oumar Dieng sein Heimatland, den Senegal, und wanderte nach Deutschland aus. Er erwarb zunächst Sprachkenntnisse und begann im Anschluss eine Ausbildung zum Gebäudereiniger, die er drei Jahre später erfolgreich abschloss. Weil er durch seine Leistungen überzeugte, wurde er von seinem Arbeitgeber, der Dorfner KG, übernommen. Heute ist die Reinigung von Außenfassaden sein Spezialgebiet.

Welche Fassaden am jeweiligen Tag konkret zu reinigen sind, bespricht Oumar Deing vorab mit seinem Vorgesetzten. Dann packt er die passenden Reinigungsmittel sowie Geräte wie etwa Hochdruckreiniger ein. Bevor es dann vor Ort an die Reinigung einer Fassade geht, muss die persönliche Schutzausrüstung angelegt werden. „Beim Umgang mit dem Hochdruckreiniger tragen wir zum Beispiel auch eine Schutzbrille, damit nichts von dem Reinigungsmittel in die Augen spritzt. Grundsätzlich sind auch Schutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe zu tragen.“ Dann macht sich Oumar Dieng an die Arbeit: Er befreit die Fassade zunächst von Rückständen, wie sie etwa durch Regen entstehen, und entfernt Verschmutzungen mit den geeigneten Reinigungssubstanzen. Dann trägt er Pflegemittel auf, die unter anderem das Material schützen oder für Glanz sorgen.

Glanz ohne Schlieren

Im Berufsalltag vertiefte Oumar Dieng nach und nach sein Fachwissen über Materialien sowie über die Beschaffenheit der Gebäudefronten. „Je nach Auftrag handelt es sich um die unterschiedlichsten Fassaden“, erklärt er, „zum Beispiel aus Glas, Aluminium oder sogar aus Holz.“ Die reine Glasreinigung sei noch relativ einfach und mit dem allseits bekannten Fensterputzen zu vergleichen – wobei es für viele auch schon eine Kunst sei, schlierenfrei zu putzen. „Komplizierter wird es bei anderen Materialien, denn wenn man das verkehrte Reinigungsmittel verwendet, kann dies bleibende Schäden hinterlassen“, erläutert der 22-Jährige. „Es kann zunächst sogar noch ganz schön aussehen, doch nach einigen Tagen sind zum Beispiel Streifen sichtbar, die nicht mehr weggehen.“ Und etwaige Schäden könnten hohe Kosten nach sich ziehen.

Hoch oben angekommen

Die Reinigungsarbeiten erfolgen oft an mehrstöckigen Gewerbegebäuden, also in großer Höhe. Oumar Dieng ist daher auf einer Hebebühne tätig. Besonders wichtig ist es, alle Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. „Bevor wir auf die Hebebühne gehen, kommen die Sicherheitsverantwortlichen der jeweiligen Firma und erklären alles, was wir beachten müssen. Schwindelfrei sollte man bei dieser Aufgabe natürlich auch sein“, betont er. Weil sich viele Fassaden zudem direkt an einem Gehweg oder an einer Straße befinden, muss dieser Bereich abgesichert werden. „Dazu benötigt man eine Bescheinigung, um die Straße sperren zu dürfen, die wir selbst bei der zuständigen Behörde einholen. Man darf nicht einfach mit dem Firmenauto den Gehweg blockieren."

Außer der Fassadenreinigung führt Oumar Dieng je nach Bedarf auch etwa die Grundreinigung von Glas in den Innenräumen der jeweiligen Gebäude durch. Seine Arbeit macht ihm Freude und er plant, seine Kenntnisse im Rahmen einer Weiterbildung zusätzlich auszubauen. „Ich möchte auf jeden Fall beruflich so weit wie möglich kommen und deshalb auch den Meisterabschluss machen – nachdem ich genügend Berufserfahrung gesammelt habe.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/10239