Friseurmeister

Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, sollte vor allem Kontaktfreudigkeit mitbringen.

Erfolg mit Kamm und Schere

Nach wie vor greift Frederik Weber (21) selbst zu Schere und Kamm, um modische Haarstylings durchzuführen. Daneben hat der Friseurmeister mittlerweile aber auch viele andere Aufgaben – beispielsweise leitet er Auszubildende an.

Frederik Weber liebt Herausforderungen: Der 21-Jährige hat nicht nur seit 2010 seinen Friseurmeistertitel in der Tasche, sondern trainiert derzeit als amtierender deutscher Meister für die Weltmeisterschaft im Friseurhandwerk, die nächstes Jahr in Frankfurt ausgetragen wird. Schon während seiner Ausbildung zum Friseur im Familienbetrieb stand für ihn fest, dass er die Meisterweiterbildung anschließen würde: „Im Handwerk ist der Meister nach wie vor ein Qualitätsmerkmal.“ Und Qualität sei in seiner Branche das, worauf es den Kunden ankomme. „Außerdem ist es ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit“, so Frederik Weber. Langfristig plant er, einen eigenen Salon zu eröffnen. „Am liebsten in einer Großstadt, denn dort sehe ich die größten Entfaltungsmöglichkeiten“, erläutert er seine Zukunftsperspektiven.

Sechs Monate zum Meister

Wer die Meisterweiterbildung berufsbegleitend absolvieren möchte, muss hierfür etwa 18 Monate einplanen. Frederik Weber hielt den Meisterbrief allerdings bereits ein halbes Jahr nach seiner Gesellenprüfung in Händen. In Vollzeit absolvierte er den theoretischen Unterricht an der Handwerkskammer und den praktischen Teil in der Meisterschule. Täglich bis zu 13 Stunden beschäftigte er sich mit den entsprechenden Inhalten – von den handwerklichen Techniken über die Personalführung und die Durchführung der Abrechnung bis zu Auswahl und Einkauf von Arbeitsmitteln. Wichtige weitere Themen waren außerdem die Entwicklung von Geschäftsstrategien sowie die Ausbildung von Nachwuchskräften. Am Ende standen eine schriftliche sowie eine fachpraktische Prüfung, die neben einem Fachgespräch und einer Situationsaufgabe auch ein Meisterprüfungsprojekt umfasste. Dieses bestand bei Frederik Weber aus einem Herrenhaarschnitt und einer Komplettveränderung für eine Dame inklusive neuem Haarschnitt, neuer Haarfarbe und einem Gesichts-Make-up. In einem dritten Prüfungsteil wurden betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse abgefragt. Die Kosten für die Weiterbildung in Höhe von 5.500 Euro trug er selbst, finanziell unterstützt von seiner Familie. Resümierend sagt er: „Um den Meister zu schaffen, braucht man Fleiß und den Willen, durchzuhalten – auch wenn es manchmal anstrengend werden kann."

Großes Aufgabenspektrum

Nach der Meisterprüfung übernahm Frederik Weber die Salonleitung im Betrieb seines Vaters in Erlangen. Das heißt aber nicht, dass er seitdem nicht mehr selbst zu Kamm und Schere greift. Nach wie vor arbeitet er auch praktisch im Betrieb, dessen Spektrum die klassischen Dienstleistungsangebote wie etwa Dauerwelle oder Coloration ebenso umfasst wie kosmetische Behandlungen und Nagelpflege. Der Friseurmeister übernimmt zusätzlich nun aber weitere Aufgaben, beispielsweise das Anlernen der Auszubildenden, die Personalführung und den Wareneinkauf.

Auch wenn der Salon am Abend schließt, dreht sich bei Frederik Weber weiter alles um Styling. Denn dann trainiert der junge Friseurmeister für die Teilnahme an Wettbewerben. „Zurzeit lebe ich fast ausschließlich für den Beruf.“ Wichtig für seine Tätigkeit sei neben den fachlichen Kenntnissen vor allem eines: „Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, sollte vor allem Kontaktfreudigkeit mitbringen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/9912