Meister – Haus­wirtschaft

In meiner Position fühle ich mich für viele Dinge verantwortlich. Der soziale Aspekt gehört natürlich dazu.

Gut versorgt und verpflegt

Seit Peter Friess (48) seine Weiterbildung zum Hauswirtschaftsmeister absolviert hat, kann er im Beruf mehr Verantwortung übernehmen: Seit zwei Jahren kümmert er sich um die hauswirtschaftliche Versorgung einer Münchner Kinderkrippe.

Nach etlichen Jahren in seinem Ausbildungsberuf als Hauswirtschafter beschloss Peter Friess, sich in seinem Fachgebiet weiterzubilden. „Ich war damals in einem Seniorenheim in der Küche eingesetzt. Die damalige Hausleitung wollte mir die Leitung der Küche übertragen, Voraussetzung dafür war allerdings eine erfolgreiche Meisterprüfung“, erzählt der heute 48-Jährige. Ihn reizten die verantwortungsvollen Aufgaben, die nach der Weiterbildung auf ihn warten sollten.

Vertiefung der Fachkenntnisse

Er absolvierte die Qualifizierung in Teilzeit. Zwei Jahre lang besuchte er einmal die Woche ganztägig den Unterricht: „Die Kosten von etwa 110 Euro pro Monat wurden glücklicherweise vom bayerischen Staat bezuschusst. So hielt sich die zusätzliche finanzielle Belastung in Grenzen“, berichtet er. In den Kursen ging es einerseits um hauswirtschaftliche Themen wie Textilpflege, Wohnen und Verpflegung, andererseits aber auch um betriebswirtschaftliche Inhalte wie Qualitätsmanagement und Unternehmensführung. „Ich konnte in jedes Gebiet tiefer einsteigen und meine Kenntnisse erweitern."

Die Prüfung bestand aus mehreren Teilen. Peter Friess musste ein praxisbezogenes Arbeitsprojekt vorlegen, das bewertet wurde. Im Bereich „Hauswirtschaftliche Versorgungs- und Betreuungsleistungen“ legte er eine schriftliche Prüfung ab, im Bereich „Betriebs- und Unternehmensführung“ musste er eine Situationsaufgabe lösen.

"Ich empfand es als bereichernd, Kontakte zu anderen Berufskollegen und -kolleginnen knüpfen zu können und neue Einsatzbereiche kennenzulernen“, beschreibt er die Erfahrungen aus seiner Weiterbildung. „Es hat sich auch wegen der vielen neuen Fachkenntnisse gelohnt, die ich dabei erworben habe. Dafür habe ich auch in Kauf genommen, dass ich im Privatleben streckenweise zurückstecken musste."

Organisationstalent ist gefragt

Mittlerweile hat der Meister die Küchenleitung in einer Kinderkrippe in München inne. Dort hat er organisatorische Aufgaben, er erstellt etwa den Speiseplan und bestellt Waren. Er kümmert sich um die Zubereitung der Mahlzeiten und wird dabei von einem Praktikanten unterstützt. Zudem führt er anfallende Reinigungsarbeiten durch. Die Kenntnisse aus der Weiterbildung kommen ihm bei der Arbeit zugute: „Ich sehe nun Zusammenhänge besser, außerdem habe ich mein Organisationstalent ausgebaut. Es ist manchmal gar nicht so einfach, von der Planung über die Verpflegung und Wäschepflege bis hin zur Hausreinigung alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt er. „Aber während der Weiterbildung habe ich gelernt, vieles parallel zu erledigen."

Peter Friess ist stolz darauf, dass er die Kinder täglich mit ausgewogenem Essen versorgen kann. Bioprodukte sind fester Bestandteil des täglichen Speiseplans, außerdem wird zweimal die Woche frisch gebacken. „In meiner Position fühle ich mich für viele Dinge verantwortlich. Der soziale Aspekt gehört natürlich dazu“, sagt er. „In einer Krippe muss man zum Beispiel gut mit Kindern umgehen können.“ Weitere wichtige Fähigkeiten seien Zuverlässigkeit und ein Gespür für Nahrungsmittel und deren Zubereitung. Da ihm gerade das so viel Freude bereitet, hat sich der Hauswirtschaftsmeister vorgenommen, sich zusätzlich im Bereich Küche zu qualifizieren.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/35287