Betriebs­wirtin (Fachschule) – Haus­wirtschaft

In der Praxis mit anzupacken, gehört genauso dazu, wie den Überblick zu behalten.

Die Haushaltsmanagerin

Sabrina Henneberger (32) verantwortet für ihren Arbeitgeber mehrere Hauswirtschaftsbereiche. Für makellose Hygiene zu sorgen, gehört genauso zu ihrem Berufsalltag wie kaufmännische Aufgaben.

Sabrina Henneberger weiß, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um für die Sauberkeit in sensiblen Bereichen garantieren zu können. Die 32-Jährige hat zwei abgeschlossene Berufsausbildungen vorzuweisen: Sie ist Sozialpädagogische Assistentin/Kinderpflegerin und ausgebildete Hauswirtschafterin. Um ihre beruflichen Chancen zu verbessern und künftig Leitungsaufgaben übernehmen und Nachwuchskräfte ausbilden zu können, entschied sie sich für eine zusätzliche Weiterbildung.

Kalkulation und Personalführung

Weil Sabrina Henneberger sich ganz auf die dreijährige Weiterbildung zur Betriebswirtin konzentrieren wollte, entschied sie sich für das Vollzeit-Modell: „Ich habe daher auch meinen vorherigen Job gekündigt und Meister-BAföG beantragt, um den Lebensunterhalt sichern und die Fahrtkosten begleichen zu können“, berichtet sie.

Montags bis freitags hatte sie Unterricht, auf dem Lehrplan standen betriebswirtschaftliche Themen, zum Beispiel Wareneinkauf, Kalkulation, Buchhaltung und Bestellwesen. Auch die Personalführung, das Projektmanagement sowie das Qualitäts- und Hygienemanagement wurden im Unterricht besprochen. Im Fach Speisenzubereitung lernten die Teilnehmer, wie man die komplette Mensa-Verpflegung für einen Großhaushalt organisiert. Das Gelernte wurde im Rahmen von verschiedenen Praktika in die Tat umgesetzt.

Von Mitarbeiterführung bis Qualitätsmanagement

Mit der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung fand Sabrina Henneberger schnell eine neue Arbeitsstelle und schaffte den Sprung in die gewünschte Führungsposition. Inzwischen betreut sie als Abschnittsleiterin drei Kliniken am Nürnberger Standort der Dorfner-Gruppe, einem bundesweit agierenden Dienstleistungsunternehmen. „In dem einen Klinikum bin ich für die Sauberkeit im Küchenbereich zuständig, in einem anderen für Küche und Unterhaltsreinigung. In einer weiteren Klinik mit Reha-Zentrum ist es der komplette Hygiene-Bereich inklusive Winterdienst und OP-Reinigung“, zählt sie auf. Auch die Führung der Mitarbeiter in den jeweiligen Bereichen zählt zu ihren Aufgaben. „Dem Personal gegenüber Wertschätzung zu zeigen und auch selbst in der Praxis mit anzupacken, gehört genauso dazu, wie den Überblick bei der Einsatzplanung und Organisation zu behalten“, beschreibt sie die Anforderungen. Auch Flexibilität wird von ihr erwartet. So kommt es etwa vor, dass sie spontan bei der Portionierung und Essensausgabe unterstützen muss, wenn es personelle Ausfälle gibt.

An ihrem Schreibtisch erledigt Sabrina Henneberger vor allem kaufmännische und organisatorische Aufgaben: Sie bestellt Material für die Kliniken, etwa verschiedene Reinigungsmittel, sowie Arbeitskleidung. Letztere muss je nach Verwendungszweck bestimmten Anforderungen genügen – geschlossenes Schuhwerk und eine Schutzbrille sind beim Umgang mit Gefahrstoffen unerlässlich. „In diesem Zusammenhang führe ich auch Gefährdungsbeurteilungen durch und erstelle Betriebsanweisungen für die Mitarbeiter, damit die Arbeitssicherheit gewährleistet ist.“ Sie kontrolliert die Einhaltung der berufsgenossenschaftlichen Vorgaben und der Hygienebestimmungen.

Trotz ihrer umfangreichen fachlichen Kenntnisse will sie sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Vor Kurzem hat die Betriebswirtin etwa eine zusätzliche Qualifikation zur Desinfektorin absolviert: „Eine Position als technische Abteilungsleiterin übertragen zu bekommen, würde mir gefallen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15472