Anpassungs­qualifizierung: Gestaltung von Trauer­reden

Ich übe meinen Beruf gern aus – und wenn ich die Chance habe, etwas neues zu lernen, dann motiviert mich das.

Ein würdevoller Abschied

Die Vorbereitung und Durchführung von Trauerreden gehören zu Waltraud Mörsers (64) Hauptaufgaben. Im Rahmen eines Seminars zu diesem Thema übte sie sich auch in der angemessenen Präsentation.

Nach einem persönlichen Schicksalsschlag orientierte sich Waltraud Mörser, ausgebildete Damenschneiderin sowie Management-/Direktionsassistentin, beruflich neu. Sie entschied sich für eine Weiterbildung zur geprüften Bestatterin. „Die Unterstützung bei einem Trauerfall wollte ich nun auch für andere Menschen leisten.“ 1996 übernahm sie die Position der Prokuristin im Bestattungshaus Mohr. Nach etlichen Jahren im Beruf dachte sie darüber nach, ob es nicht Zeit wäre, sich neue Kenntnisse für ihren Fachbereich anzueignen. Also beschäftigte sie sich mit dem Seminarangebot des Ausbildungszentrums für Bestatter in Münnerstadt: „Ich übe meinen Beruf gern aus – und wenn ich die Chance habe, etwas Neues zu lernen, motiviert mich das zusätzlich."

Gegenseitiges Feedback

Waltraud Mörser wählte das zweitägige Wochenendseminar „Trauerreden gestalten – Reden ist Gold“. Die Kosten in Höhe von 350 Euro trug ihr Arbeitgeber. In dem Seminar ging es zum einen um das Vorbereiten und Verfassen von Trauerreden selbst – etwa um den Aufbau und die Struktur der Rede. Zum anderen wurde die Präsentation der Rede behandelt, also die Bedeutung von Haltung, Auftreten oder Betonung. Es wurde angesprochen, wie man die persönliche Ausstrahlung durch den bewussten Einsatz von Sprache und Stimme verstärken kann. Jeder Teilnehmer musste selbst eine Rede vorbereiten und anschließend in der Gruppe halten. „Diese Reden haben wir dann gegenseitig bewertet. Jeder erhielt ein Feedback, wie die eigene Präsentation auf andere wirkt, und konnte entsprechend weiter daran arbeiten."

Ein Gedicht als Einleitung

Das Wissen aus dem Seminar konnte sie direkt in die Praxis umsetzen. „Trauerreden und auch Trauergespräche mit den Angehörigen sind nach wie vor ein Schwerpunkt meiner Tätigkeiten.“ Die Vorbereitung einer Trauerrede erfordere besonders viel Aufmerksamkeit. Die Basis bilden bei Waltraud Mörser schriftliche Notizen der Angehörigen sowie Gespräche mit ihnen zum Leben der Verstorbenen. Dabei achtet sie vor allem auch auf Details, die im Gespräch erwähnt werden –etwa eine bestimmte Blumenfarbe oder ein Lied, das dem Verstorbenen besonders gut gefallen hat. Dadurch erfährt sie, was den Angehörigen wichtig ist – und findet schließlich die richtigen Worte für die Trauerrede. Gern sucht sie auch ein Gedicht als Einleitung aus, das zur Lebensgeschichte passt, oder aber ein Lied.

Die Rede hält Waltraud Mörser schließlich im Rahmen der Trauerfeierlichkeiten dort, wo es gewünscht ist: oft in einer Trauerhalle oder Friedhofskapelle: „Es können aber auch einfach einige Worte an der Grabstelle sein.“ Dabei trägt sie in der Regel Schwarz oder Dunkelblau, manchmal mit einer weißen Bluse. „Auf jeden Fall kleide ich mich so, dass ich immer bereit bin, Trauernde zu empfangen."

Neben der Gestaltung von Trauerreden übernimmt Waltraud Mörser auch organisatorischen Aufgaben im Bestattungsunternehmen – etwa die Abstimmung mit dem Pastor und der Friedhofsverwaltung, das Aussuchen und Bestellen der Blumen und die Schaltung von Traueranzeigen in Zeitungen. Zudem gibt sie ihr Fachwissen an andere weiter: „Ich halte auch selbst Kurse zu Themen wie Dekoration und Gestaltung."

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