Bestattungs­wesen

Wichtig in diesem Bereich

  • Einfühlungsvermögen
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • kaufmännisches Denken
  • handwerkliches Geschick

Wenn es ganz schwer wird im Leben, wenn ein geliebter Mensch stirbt, dann ist man um jede Hilfe dankbar. Solche Hilfestellung bieten Sie als Bestattungsfachkraft – in psychischer und organisatorischer Hinsicht.

Mit dem Tod beschäftigen sich die meisten Menschen erst, wenn es nicht mehr zu vermeiden ist, wenn also beispielsweise ein Angehöriger gestorben ist. Und dann sind viele hoffnungslos überfordert: Sie sollen neben der Trauer noch viele Entscheidungen treffen, etwa was die Gestaltung der Trauerfeier betrifft. Doch Bestattungsfachkräfte übernehmen diese Pflichten.

Mit dem Tod beschäftigen sich die meisten Menschen erst, wenn es nicht mehr zu vermeiden ist, wenn also beispielsweise ein Angehöriger gestorben ist. Und dann sind viele hoffnungslos überfordert: Sie sollen neben der Trauer noch viele Entscheidungen treffen, etwa was die Gestaltung der Trauerfeier betrifft. Doch Bestattungsfachkräfte übernehmen diese Pflichten.

Behutsame Beratung

Zu Ihren wichtigsten Aufgaben als Fachkraft im Bestattungswesen gehört es, die Hinterbliebenen in allen Fragen rund um die Beisetzung des Verstorbenen zu beraten – etwa was Bestattungsarten, die Ausgestaltung der Trauerfeier und die Erstellung von Todesanzeigen betrifft. Dabei gehen Sie behutsam auf die Vorstellungen ein, zeigen Geduld und Verständnis für die besondere Schwere der Situation, in der sich die Angehörigen befinden. Sie unterbreiten von sich aus Vorschläge, wie einzelne Aspekte in Zusammenhang mit der Beerdigung gestaltet werden könnten, und erleichtern damit die Entscheidung – immer im Wissen, dass die Angehörigen womöglich kaum Kraft dafür haben. Mit den sich ergebenden gefühlsmäßig belastenden Situationen wissen Sie umzugehen.

Formalitäten und Behördengänge

Viele Formalitäten sind in Zusammenhang mit einer Beerdigung zu erledigen – das Ausfüllen von Formularen, die Benachrichtigung von Behörden, möglicherweise die Abstimmung des Beerdigungstermins mit dem örtlichen Pfarrer. Sie nehmen als Bestattungsfachkraft den Angehörigen viele dieser Aufgaben ab. Aufgrund Ihrer strukturierten Arbeitsweise und Ihrer Erfahrung vergessen Sie kein wichtiges Detail und planen den Ablauf minutiös. So kümmern Sie sich beispielsweise auch darum, dass der gewünschte Grabschmuck rechtzeitig geliefert wird.

Kostenentwicklung beachten

Bei Ihrer Arbeit behalten Sie die Kosten im Blick – es gilt, das zur Verfügung stehende Budget der Angehörigen bestmöglich für die Umsetzung der Beerdigung zu nutzen. Um dies zu realisieren, führen Sie eine exakte Kalkulation der Preise für einzelne Leistungen durch, die dann in die jeweiligen Verträge einfließen. Um die Wirtschaftlichkeit der eigenen Arbeit sicherzustellen, beachten Sie die kaufmännischen Kennzahlen – etwa was den Einkauf von benötigten Materialien betrifft – und passen die Preise Ihrer Dienstleistungen an die Kostenentwicklung an.

Beisetzung vorbereiten

Sind alle Formalitäten erledigt und die Planungsarbeiten abgeschlossen, müssen die jeweiligen Vorstellungen und Wünsche der Angehörigen umgesetzt und alles für die Beisetzung vorbereitet werden. Beispielsweise legen Sie die Grabstelle an, indem Sie das Erdreich maschinell beziehungsweise mit Schaufel und Pickel aufgraben und den Bereich dann absichern. Sie statten Särge wunschgemäß aus und passen diese gegebenenfalls individuell an, ebenso kümmern Sie sich um das Ausschmücken der Trauerhalle. Zudem bereiten Sie den Verstorbenen auf die Beerdigung vor – Sie waschen und bekleiden ihn und führen eine Balsamierung durch, wenn die Leiche offen aufgebahrt werden soll.

Portrait von Oliver Wirthmann.

Oliver Wirthmann

Das Wissen reicht von Betriebswirtschaft bis zu Trauerpsychologie.

Interview mit Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur

Herr Wirthmann, welche Rolle spielt die Existenzgründung in der Bestattungsbranche?
Oliver Wirthmann: Die Branche ist relativ geschlossen. Die meisten Bestattungsunternehmen sind Familienbetriebe, sodass sich der Nachwuchs häufig aus den eigenen Kindern rekrutiert. Doch Unternehmen, in denen es keine Kinder gibt, benötigen ebenso wie expandierende Betriebe gut ausgebildete Mitarbeiter. Das Verhältnis zwischen Geschäftsaufgaben und Neugründungen ist nahezu ausgeglichen.

Wann ist es sinnvoll, den Meister zu machen?
Oliver Wirthmann: Wir empfehlen, zunächst eine Ausbildung als Bestattungsfachkraft zu absolvieren und danach die Meisterausbildung abzulegen. Sie ist nicht nur eine gute Voraussetzung, um selbst ausbilden und ein Unternehmen führen zu können, sondern darüber hinaus werden weitere Qualifikationen, insbesondere in Trauerpsychologie, Friedhofsplanung, religiösen Bestattungsritualen, Recht und auch Öffentlichkeitsarbeit vermittelt.

Brauchen Bestatter eher Einfühlungsvermögen oder eher Organisationstalent?
Oliver Wirthmann: Beides ist gleichermaßen wichtig, denn die Anforderungen an moderne Bestatter sind hoch. Das notwendige Wissen reicht von der Betriebswirtschaft über Material- und Warenkunde sowie Hygiene bis hin zu Trauerpsychologie und den Überzeugungen der Weltreligionen. Nur so kann man unterschiedliche Menschen in einer der schwierigsten Lebenssituationen begleiten.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Im Bestattungsgewerbe ist der Meistertitel hierfür zwar keine formale Voraussetzung. Im Rahmen dieser Weiterbildung vertiefen Sie jedoch Ihr fachliches und kaufmännisches Wissen – und legen so eine solide Grundlage für die Führung Ihres Unternehmens. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/hauswirtschaft-kosmetik-hygiene-2/bestattungswesen-2