Kunststoff

Wichtig in diesem Bereich

  • technisches Verständnis
  • handwerkliches Geschick
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Beobachtungsgenauigkeit

Extrem leicht und trotzdem extrem bruchsicher – das sind nur zwei der Vorzüge von Kunststoff. Welche weiteren der Werkstoff hat, das wissen Sie als Fachkraft in der Kunststoffbranche genau.

Von Verpackungen für die Lebensmittelindustrie über Isoliermaterialien für die Elektrobranche bis zu Hightech-Bauteilen für den Flug- und Fahrzeugbau: Kunststoff findet in seinen unterschiedlichen Zusammensetzungen in vielen Branchen Verwendung. Als Fachkraft arbeiten Sie in der Entwicklung, Herstellung oder Verarbeitung dieses Werkstoffs beziehungsweise in der Montage von entsprechenden Bauteilen.

Von Verpackungen für die Lebensmittelindustrie über Isoliermaterialien für die Elektrobranche bis zu Hightech-Bauteilen für den Flug- und Fahrzeugbau: Kunststoff findet in seinen unterschiedlichen Zusammensetzungen in vielen Branchen Verwendung. Als Fachkraft arbeiten Sie in der Entwicklung, Herstellung oder Verarbeitung dieses Werkstoffs beziehungsweise in der Montage von entsprechenden Bauteilen.

Aus einem Guss

Wenn Sie in der Kunststoffherstellung oder -verarbeitung tätig sind, dann besitzen Sie fundierte Kenntnisse im Hinblick auf die Bedienung der oftmals automatisierten Produktionsanlagen. Bei einem neuen Auftrag rüsten Sie beispielsweise die Maschinen um und konfigurieren das Steuerungsprogramm gemäß Vorgaben. Fallen Ihnen im Rahmen der Prüfung der Produktqualität Mängel auf, dann prüfen Sie sämtliche Einstellungen der jeweiligen Anlage genau. Sie finden den Fehler, egal ob verstopfte Düsen oder einen falsch definierten Parameter in der Steuerung, und beheben ihn. Mit Ihrer Kenntnis der Produktionsanlagen halten Sie den Herstellungsprozess am Laufen – teils im Schichtdienst und auch an den Wochenenden.

Schrauber und Eisen

Trotz aller Technik: Handarbeit und der Einsatz entsprechender Werkzeuge sind in vielen Kunststoffberufen unverzichtbar. Nicht nur braucht es für die Wartung von Produktionsanlagen spezielle Werkzeuge, auch in der Montage von Bauteilen ist manuelle Arbeit mit verschiedenen Hilfsmitteln gefragt – beispielsweise im Bootsbau oder aber in der Installation von Rollladen beziehungsweise von Sonnenschutz. Gehört es zu Ihren Aufgaben, neue Reifen auf Autos zu montieren, dann müssen Sie beispielsweise mit dem Schlagschrauber die Räder von der Achse lösen und die Pneus von den Felgen hebeln. Haben Sie die neuen Reifen mit dem Montiereisen aufgezogen, wuchten Sie die Räder mit Ausgleichsgewichten aus – routiniert, schnell und präzise.

Verpackung in 3-D

In der Verpackungsmittelindustrie kann es zu Ihren Aufgaben gehören, die Muster für Kundenaufträge zu entwerfen. Mit dem Auftraggeber besprechen Sie die Anforderungen, etwa welches Material verwendet und wie Beschriftungen aufgebracht werden sollen. Daraus entwickeln Sie erste Entwürfe und erstellen verschiedene Vorlagen, gegebenenfalls unter Einsatz von speziellen Computerprogrammen, mitdenen sich dreidimensionale Konstruktionszeichnungenerstellen lassen. Dabei beachten Sie unter anderem die Falz- und Schweißzugaben der ausgestanzten Folienstücke. Sind Sie in der Produktion von Verpackungen tätig, dann setzen Sie die entsprechenden Konstruktionsvorgaben um, indem Sie die Anlagen bedarfsgerecht konfigurieren.

Besondere Qualität

Viele Kunststoffe, beispielsweise Verbundwerkstoffe, müssen besonderen Belastungen standhalten – sie werden im Autobau und in der Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt. Fertigen Sie beispielsweise Bauteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, kontrollieren Sie die Fasergelege sehr genau und finden jeden noch so kleinen Fehler, der bei hohen Belastungen schwerwiegende Folgen haben könnte. Sie sichern dadurch die hohe Qualität Ihrer Produkte.

Portrait von Ralf Olsen.

Ralf Olsen

Im Vordergrund stehen Themen wie Bildung, Energieeffizienz und Klimaschutz.

Interview mit Ralf Olsen, Geschäftsführer des pro-K Industrieverbands Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V.

Herr Olsen, wie steht es um die deutsche Kunststoffindustrie?
Ralf Olsen: Die deutsche Kunststoff verarbeitende Industrie ist eine aufsteigende Branche. Der Branchenumsatz entwickelte sich in den letzten Jahren stets positiv, sodass die Zeichen auf Wachstum stehen.

Was sind die künftigen Herausforderungen?
Ralf Olsen: Die Kunststoffindustrie befindet sich im globalen Wettbewerb. Themen wie beispielsweise Bildung, Energieeffizienz und Klimaschutz stehen im Vordergrund, aber auch Innovation, Rohstoffsicherheit und Mittelstandsfinanzierung sind von großer Bedeutung.

Wo werden künftig hoch qualifizierte Fachkräfte benötigt?
Ralf Olsen: Um den globalen Herausforderungen gerecht zu werden, sind besonders Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik gesucht.

Inwieweit spielt der Umweltschutz in der Kunststoffindustrie eine Rolle?
Ralf Olsen: Kunststoffprodukte leisten hierzu einen aktiven Beitrag. Moderne Kunststoff-Fenster reduzieren den Energieverbrauch bei Gebäuden, Leichtbau in Flugzeugen spart Kerosin, Autos werden sicherer, leichter und damit sparsamer, Windkrafträder erzeugen Energie mit Rotorblättern aus Kunststoff.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Verfahrensmechaniker/innen für Kunststoff- und Kautschuktechnik können zum Beispiel ein Verarbeitungsunternehmen gründen. Aufstiegsweiterbildungen, etwa zum/zur Techniker/in oder Industriemeister/in,vermitteln Ihnen hierfür nützliches kaufmännisches Wissen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/glas-farben-lacke-kunststoffe-2/kunststoff-2