Glas

Wichtig in diesem Bereich

  • handwerkliches Geschick
  • technisches Verständnis
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sinn für Ästhetik

Durchsichtig oder blickdicht, eben oder gekrümmt, farbig oder transparent, widerstandsfähig oder besonders filigran – das alles kann Glas sein. Als Profi wissen Sie genau, wie man den Werkstoff herstellt und verarbeitet.

Was hat ein wärmegedämmtes Fenster mit einer Saftflasche gemein? Den äußerst vielseitigen Werkstoff Glas. Herdplatten, Autoscheiben, Linsen für Mikroskope, kunstvolle Schmuckgegenstände: Als Fachkraft für Glas können Sie in der Entwicklung und Fertigung der unterschiedlichsten Produkte arbeiten.

Was hat ein wärmegedämmtes Fenster mit einer Saftflasche gemein? Den äußerst vielseitigen Werkstoff Glas. Herdplatten, Autoscheiben, Linsen für Mikroskope, kunstvolle Schmuckgegenstände: Als Fachkraft für Glas können Sie in der Entwicklung und Fertigung der unterschiedlichsten Produkte arbeiten.

Vorsicht, zerbrechlich!

Wenn Sie beispielsweise in einer Glaserei arbeiten, sind Sie Experte für die handwerkliche Verarbeitung des Materials. Sie schneiden Glasoberflächen zu, behandeln diese und reparieren beispielsweise Scheiben. Dafür nutzen Sieunterschiedliche Werkzeuge. Die Reste einer zerbrochenen Scheibe lösen Sie zum Beispiel mit Schneiddraht, Hammer und Meißel aus dem Rahmen – und das ohne die Leisten zu beschädigen. Auch im Rahmen der industriellen Fertigung, bei der teils rund um die Uhr gearbeitet wird, verstehen Sie es, mit den notwendigen Werkzeugen umzugehen – beispielsweise, wenn Wartungs- oder Reparaturarbeiten an den Anlagen durchzuführen sind.

Hightech-Produktion

Glas kann ein echter Hightech-Stoff sein, zum Beispiel wenn es um Anwendungen in der Medizin- und der Energietechnik beziehungsweise der Optik geht. Arbeiten Sie in der Herstellung solcher Gläser, kann es zu Ihren Aufgaben gehören, die Schmelzanlagen zu bedienen und zu überwachen oder aber Schleifmaschinen zu justieren. Sie wissen, dass für Glas höchster Güte alle Einstellungen exakt sein müssen. Routiniert kontrollieren Sie die Maschinen, überprüfen die Chargen auf Fehler und greifen bei Störungen ein. Viele Probleme können Sie selbst beheben, zum Beispiel wenn das Steuerungssystem nicht mit den korrekten Parametern arbeitet.

Glas nach Maß

Formen und Maße sind bei allen Glasprodukten wichtig. Als Fachkraft bereitet es Ihnen keine Mühe, Bau- und Konstruktionspläne umzusetzen. Stellen Sie zum Beispiel Brillengläser her, dann folgen Sie den Dioptrienangaben und Abmessungen und fertigen aufgrund dieser Eckdaten Gläser von höchster Güte. Sie schleifen und polieren die Rohlinge auf die nötige Stärke und bringen diese in die richtige Form. Dabei gehen Sie sehr sorgfältig vor und vergleichen nach jedem Arbeitsgang das Ergebnis mit den Vorgaben. So fertigen Sie eine Sehhilfe, die genau auf den Träger abgestimmt ist. Auch in vielen anderen Arbeitsbereichen gehen Sie nach Konstruktionsplänen und Fertigungsskizzen vor – in der Bauverglasung ebenso wie in der Glaskunst.

Form und Farbe

Sind Sie in der Herstellung von Kunst- und Ziergegenständen aus Glas tätig, dann besitzen Sie ein ausgeprägtes Gespür für harmonische Formgebung und farbliche Gestaltung. Sie entwickeln nach Kundenwunsch oder gemäß eigenen Ideen Glasobjekte, die sich durch hohe Ausführungsqualität und künstlerischen Anspruch auszeichnen. Um die gewünschte Anmutung zu erhalten, wählen Sie geeignete Rohmaterialien aus und legen bei der Ausführung viel Wert aufDetails, beispielsweise die Harmonie einzelner Dekorelemente. Wichtig ist Ihnen, dass sich Ihre Objekte durch eine zeitlose Schönheit auszeichnen, Ihre Kunden somit lange Freude daran haben.

Portrait von Johann Overath.

Dr. Johann Overath

Die Herausforderung liegt darin, den Werkstoff Glas erfolgreich zu positionieren.

Interview mit Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Glasindustrie

Herr Dr. Overath, was sind die aktuellen Trends in der Glasindustrie?
Dr. Johann Overath: Im Bereich Flachglas geht der Trend weiter zur Entwicklung von intelligenten Fassaden. Schon heute gibt es Fenster, die sich elektronisch verdunkeln lassen, ohne den Blick nach draußen zu verhindern. Fenster mit Zusatznutzen, wie zum Beispiel Schallschutz oder Wärmedämmung, sind heute schon Standard. In der Spezialglasindustrie ist der Trend zu hauchdünnem, biegsamem Glas, das in Dicken von 25 bis 100 Mikrometer produziert wird und sich auf- und abrollen lässt, ungebrochen. Auch in der Pharmaindustrie, in der chemisch resistente Gläser gefragt sind, ist Glas nach wie vor gefragt – genauso wie beim Verbraucher.

Wo liegen die künftigen Herausforderungen?
Dr. Johann Overath: Die Herausforderungen liegen darin, Trends zu erkennen und den Werkstoff Glas erfolgreich zu positionieren. Das gilt sowohl für das Segment der Glasverpackungen, die aktuelle Trends wie Nachhaltigkeit, Regionalität, Sicherheit und Gesundheit perfekt bedienen, als auch für High-End-Anwendungen wie Displays für Tablets oder Smartphones. Auch Ressourceneffizienz spielt eine Rolle: Glas wird immer dünner und leichter bei einer gleichbleibenden Stabilität.

Wo werden jetzt und künftig Fachkräfte benötigt?
Dr. Johann Overath: Fachkräfte werden in der Glasindustrie im Bereich der eigentlichen Glasproduktion benötigt. Besonders gefragt sind Verfahrensmechaniker/innen Glastechnik und Mechatroniker/innen.

Inwieweit spielt der Umweltschutz eine Rolle?
Dr. Johann Overath: Umweltschutz ist natürlich auch in der Glasindustrie wichtig. Das physikalisch-technische Energieminimum ist praktisch in der Glasindustrie in Deutschland erreicht – auch durch den großen Einsatz von Recyclingglas. Dadurch wird der Energieeinsatz bei der Schmelze erheblich reduziert. Zudem besteht Glas fast ausschließlich aus natürlichen, heimischen Rohstoffen, die zum großen Teil in Deutschland abgebaut werden.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist in vielen Glasberufen möglich. Glaser/innen mit einem Meistertitel etwa können einen eigenen Glasereibetrieb gründen oder übernehmen. In manchen Berufen ist eine Meisterweiterbildung freiwillig, aber sicher sinnvoll, um sich nützliches betriebswirtschaftliches Wissen anzueignen. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/glas-farben-lacke-kunststoffe-2/glas-2