Recht und Verwaltung

Wichtig in diesem Bereich

  • Kommunikationsstärke
  • Textverständnis
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • Kunden- und Serviceorientierung

In kaum einem Bereich sind so viele verschiedene Tätigkeitsfelder anzutreffen wie in den Berufen rund um Recht und Verwaltung. Als Fachkraft kümmern Sie sich beispielsweise um Steuern, strafrechtliche Belange oder Sozialleistungen.

Ob nun ein neuer Ausweis beantragt, der Arztbesuch abgerechnet, die jährliche Steuererklärung bearbeitet oder ein rechtlicher Sachverhalt geprüft werden soll: Als Fachkraft erfüllen Sie unterschiedlichste Aufgaben im Dienste der Gesellschaft beziehungsweise im Auftrag Ihrer Kunden. Ihre Fähigkeiten gehen dabei weit über die Welt der Paragrafen hinaus.

Ob nun ein neuer Ausweis beantragt, der Arztbesuch abgerechnet, die jährliche Steuererklärung bearbeitet oder ein rechtlicher Sachverhalt geprüft werden soll: Als Fachkraft erfüllen Sie unterschiedlichste Aufgaben im Dienste der Gesellschaft beziehungsweise im Auftrag Ihrer Kunden. Ihre Fähigkeiten gehen dabei weit über die Welt der Paragrafen hinaus.

Kompetente Ansprechpartner

In der Verwaltung haben Sie es jeden Tag mit Menschen zu tun, Gleiches gilt für Berufe im Bereich Recht. Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, Vorschriften durchzusetzen, sondern auch, die Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Ahnden Sie im Polizeidienst etwa bei einer Verkehrskontrolle einen Geschwindigkeitsverstoß, dann klären Sie den betroffenen Autofahrer nicht nur über Bußgeld oder Rechtsmittel auf. Sie erklären zudem, welche Folgen etwa zu dichtes Auffahren oder überhöhte Geschwindigkeit haben können. Wie für alle Fachkräfte des Bereichs Recht und Verwaltung geht es für Sie nicht nur darum, Gesetze oder Regeln anzuwenden, sondern als kompetenter Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger zu fungieren.

Buchstabe des Gesetzes

Egal welchen Beruf Sie konkret ausüben: Gesetzestexte und Verwaltungsvorschriften spielen eine wichtige Rolle in diesem Tätigkeitsbereich. Arbeiten Sie zum Beispiel in der Steuerverwaltung, kann es Ihre Aufgabe sein, Steuererklärungen zu prüfen. Die teils sehr komplexen steuerrechtlichen Bestimmungen durchdringen Sie und wenden Sie auf die jeweiligen Einzelfälle an. Sie wissen zum Beispiel, welche Leistungen bei einer doppelten Haushaltsführung geltend gemacht werden können, beziehungsweise arbeiten sich schnell in die relevanten gesetzlichen Vorgaben ein. Gleiches gilt, wenn Sie beispielsweise als Fachkraft in einer Anwaltskanzlei tätig sind und die Anwälte bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen.

Keine Aktenberge

Manche Menschen denken bei Ämtern an Aktenberge, Stempel und viel Papierkrieg. Als Fachkraft wissen Sie, dass der Arbeitsalltag völlig anders aussieht. Sie gehen bei Ihrer Arbeit planvoll vor und bearbeiten Akten oder Anträge sachgemäß – ohne bürokratischen Aufwand, aber mit der notwendigen Sorgfalt. Sie haben bei Anträgen die jeweiligen Fristen vor Augen und informieren die Bürger entsprechend. So zahlen sich Ihre strukturierte Arbeitshaltung und Ihr systematisches Vorgehen nicht nur in Zusammenhang mit den eigenen Arbeitsprozessen aus, auch die Antragsteller profitieren davon.

Begleitung und Unterstützung

Bearbeiten Sie zum Beispiel Anträge für Sozial- oder sonstige Leistungen, dann treffen Sie nicht einfach jeweils bloß eine Entscheidung, sondern stehen den Antragstellern in jedem Fall mit Rat und Tat zur Seite. Sie informieren Ihre Klienten über mögliche Wege, wie beispielsweise einer Notlage begegnet werden kann, und unterstützen sie bei allen notwendigen Schritten. Geht es darum, dass ältere MenschenAngaben für einen Antrag machen müssen, helfen Sie ihnen dabei. Für Rückfragen stehen Sie jederzeit zur Verfügung und erläutern komplexe Formulierungen.

Portraitaufnahme von Dr. Frank Zitka.

Dr. Frank Zitka

Zunehmende Bedeutung gewinnen die internationale Kompetenz und die Sprachenkompetenz.

Interview mit Dr. Frank Zitka, Presse­sprecher der Gewerkschaft DBB Beamtenbund und Tarifunion

Herr Dr. Zitka, welche Trends gibt es in der Verwaltung?
Dr. Frank Zitka: Im Interesse von Bürgernähe und Kundenorientierung schreitet die Technisierung der Verwaltung fort, und es werden neue Wege für den Dialog zwischen Bürger und Verwaltung eröffnet – Stichwort E-Government. All das verändert Arbeitsprozesse. Neben Fachkompetenz treten verstärkt der Umgang mit neuen Technologien und Organisationsformen und das Erfordernis, fachübergreifend und vernetzt zu denken. Zunehmende Bedeutung gewinnen die Internationale Kompetenz und die Sprachenkompetenz.

Welche Weiterbildungen halten Sie im Hinblick auf den Arbeitsmarkt für sinnvoll?
Dr. Frank Zitka: Die künftige Situation am Arbeitsmarkt lässt sich nur schwer von den Konsequenzen der demografischen Entwicklung trennen. Die öffentliche Verwaltung hat im Vergleich zur Privatwirtschaft zunehmend ältere „Belegschaften“. Dem steht künftig eine zurückgehende Zahl an Nachwuchskräften gegenüber. Darin liegen Herausforderung und Chance gleichermaßen. Die vergangenen Jahre waren vielfach davon geprägt, auf „Jugend“ zu setzen. Heute werden endlich auch die Kenntnisse, Berufs- und Lebenserfahrungen, die Potenziale der Älteren gesehen. Lebenslange Qualifikation muss sich vom Schlagwort zur Realität wandeln.

Wo sehen Sie Aufstiegsmöglichkeiten für qualifizierte Mitarbeiter?
Dr. Frank Zitka: Im Mittelpunkt steht eine kontinuierliche Personalentwicklung, die die Leistungen sieht und die Potenziale erkennt. Berufliches Fortkommen beschränkt sich dabei nicht nur auf den vertikalen Weg, den Aufstieg, sondern auch auf die horizontale Entwicklung, den Wechsel des Arbeitsbereichs. Fortbildungsmaßnahmen dürfen nicht ausgrenzen. Lange Zeiten an externen Ausbildungsstätten und weit weg von Wohn- und Dienstort kommen für viele Menschen nicht in Betracht. Hier können intelligente und flexible Modelle helfen, gleiche Chancen zu sichern.

Die Arbeitswelt wandelt sich beständig. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich an veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen. Das ist für Fachkräfte aus der öffentlichen Verwaltung zwar eher ungewöhnlich, jedoch durchaus möglich. So kann man etwa als Fachwirt/in im Bereich Recht oder Notarfachangestellte/r freiberuflich für verschiedene Auftraggeber arbeiten. Gute Tipps auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet das durchstarten Themenheft „Existenzgründung“, das kostenlos im BiZ oder unter dem folgenden Link erhältlich ist. Online informiert die Bundesagentur für Arbeit außerdem über wichtige Aspekte der Selbstständigkeit. Infos zur Selbstständigkeit Themenheft „Existenzgründung“

Titelseite des Themenheftes Existenz 2015
http://berufsfeld-info.de/durchstarten/finanzen-marketing-recht-verwaltung-2/recht-und-verwaltung