Fachwirt – Musik

Das Managen, Organisieren und der gesamte kaufmännische Teil haben mir einfach Spaß gemacht.

Klingt gut!

Christian Walther (32) absolvierte die Weiterbildung zum Musikfachwirt, um seine kaufmännischen und fachlichen Kenntnisse zu erweitern. In seinem heutigen Arbeitsbereich profitiert er von dem zusätzlichen Wissen.

Ohne Musik geht es nicht in Christian Walthers Berufsleben: Er ist Keyboarder in gleich zwei Bands und kümmert sich um das Management und Booking seiner Heavy-Metal-Band Dieversity. Früher arbeitete der staatlich geprüfte Leiter für Popularmusik nebenbei noch als Musiklehrer. Unabhängig davon, ob es um die Band oder den Unterricht ging: „Das Managen, Organisieren und der gesamte kaufmännische Teil haben mir einfach Spaß gemacht. Ich wollte mich in diese Richtung weiterentwickeln“, erzählt er.

Bei seiner Recherche stieß er auf die Weiterbildung zum Musikfachwirt. Die Vorbereitungskurse buchte er bei der ebam GmbH – Business Akademie für Medien, Event und Kultur, teils als Onlinekurse, teils als Präsenzveranstaltungen in München. Die Abschlussprüfungen legte er vor der IHK Frankfurt ab.

Die kaufmännische Seite der Musikbranche

Zur Weiterbildung können sich etwa Musikfachhändler, Kaufleute für audiovisuelle Medien und Veranstaltungskaufleute anmelden, ebenso wie Musik-Experten, die mindestens vier Jahre relevante Berufspraxis in der Musikbranche vorweisen können.

Im Rahmen der Qualifizierung erarbeiteten sich die Teilnehmer das Wissen, um den Musikmarkt zielgerichtet zu analysieren und Marktchancen zu erkennen. Sie beschäftigten sich mit der Steuerung der Produktion von zielgruppengerechten audiovisuellen Produkten und der Vermarktung von Musik. Zudem ging es um die Planung und Durchführung von Musikveranstaltungen und Tourneen. Um sich Grundlagen dafür zu schaffen, befassten sich die Teilnehmer im ersten Teil der Weiterbildung mit Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Recht und Steuern sowie Unternehmensführung. Im zweiten Teil wurde die komplette Wertschöpfungskette der Musikwirtschaft thematisiert. „Gelehrt wurde etwa, wie man die Herstellung von CDs und DVDs plant und kalkuliert, wie man diese produziert und vermarktet“, erläutert Christian Walther. „Außerdem lernt man, wie man für Konzerte und Tourneen nach Locations sucht, die Planung durchführt und die Finanzierung und PR auf die Beine stellt.“

Beide Teile zusammen umfassten insgesamt 485 Stunden, die er in sechs Monaten hätte absolvieren können. „Der Lernaufwand neben dem Berufsalltag war mir aber zu hoch.“ Christian Walther nahm sich daher für jeden Teil ein halbes Jahr Zeit. Die reinen Lehrgangskosten beliefen sich auf rund 4.200 Euro. Hinzu kamen 425 Euro Prüfungsgebühr. Zur Finanzierung nutzte er Meister-BAföG (heute: Aufstiegs-BAföG).

Mehr Kompetenzen, neue Aufgaben

Noch während der Kurs lief, fand Christian Walther eine Anstellung beim Musikhaus Thomann in Treppendorf bei Bamberg: „Die Weiterbildung war keine Voraussetzung, wurde aber gerne gesehen.“ Erst war er im Verkauf und in der Beratung der Studioabteilung tätig, später wechselte er in den Kundenservice. Seit dem erfolgreichen Fachwirtabschluss arbeitet er im Servicepartner-Management, wo es unter anderem um typisch kaufmännische Aufgaben geht. So bearbeitet er Service- und Reparaturaufträge sowie Ersatzteilanfragen, erstellt Kostenvoranschläge und wirkt bei der Optimierung der Abläufe mit. Zu den Kunden gehören Privatleute und auch viele Bands, die ihr gesamtes Equipment vom Mikrofon bis zur Gitarre bei seinem Arbeitgeber einkaufen. Neben dem Servicebetrieb pflegt der Fachwirt Partnerschaften mit Unternehmen, handelt Vereinbarungen für Rahmenverträge aus und evaluiert den Service: „Es gibt immer etwas, das man noch besser machen kann.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/122252