Anpassungs­qualifizierung: Webdesign

Man muss sich mit HTML und Java auskennen, um mobile Seiten programmieren zu können.

Die eigene Web-App

In einer Fortbildung eignete sich Nico Michael (27) Kenntnisse rund um das professionelle Design und die Entwicklung von Webseiten und Applikationen an. Mittlerweile vertreibt er als Selbstständiger eine selbst erstellte Anwendung.

Programmieren ist seine Leidenschaft, der Online-Handel sein Fachgebiet: Nico Michael entwickelt Web-Apps für Onlineshops. Zum Programmieren kam er über Umwege. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen, stellte jedoch schnell fest, dass er in diesem Beruf auf Dauer nicht glücklich werden würde. Er gründete einen Onlineshop, über den er Druckerpatronen vertrieb. Mit der Zeit entwickelte sich der Wunsch, die eigenen Kenntnisse im Bereich der Softwareentwicklung zu vertiefen. „Wenn ich Anpassungen am Shop vornehmen wollte, kostete es mich viel Geld, einen Programmierer zu beauftragen“, begründet er seine Entscheidung. Später entstand daraus die Idee, eine eigene Web-App für Onlineshops zu entwickeln.

Mittlerweile kümmert sich Nico Michael um die Entwicklung der Software, während sein Geschäftspartner den Vertrieb übernimmt. Da sich in der Programmierung häufig etwas ändert, ist es besonders wichtig, das eigene Wissen regelmäßig aufzufrischen und zu vertiefen. Nico Michael absolvierte etwa einen Kurs der Studiengemeinschaft Darmstadt, in dem die Softwareentwicklung mittels Java und HTML im Mittelpunkt stand. „Damit lassen sich nicht nur Oberflächen gestalten, sondern auch Web-Applikationen entwickeln oder mobile Internetseiten schreiben“, erklärt der Programmierer.

Hintergrundwissen und Programmier­aufgaben

Da es sich bei dem Kurs um einen Fernlehrgang handelte, konnte Nico Michael seine Zeit frei einteilen. Etwa zehn Stunden pro Woche investierte er. In den ersten Heften, die er bekam, standen Hintergrundwissen zu Java sowie Programmierparadigmen auf dem Programm. Später waren praktische Programmieraufgaben zentral. In den HTML-Lektionen ging es unter anderem darum, wie man Seiten grafisch ansprechender gestalten kann und wie sich eine Java-Anwendung als Online-Applet bereitstellen lässt. Ein weiteres Thema war die Applikationsentwicklung: „Man muss sich mit HTML und Java auskennen, um mobile Seiten programmieren zu können“, betont er.

Der berufsbegleitende Kurs dauerte etwa 18 Monate und kostete rund 1.950 Euro. Nico Michael bekam eine Förderung vom Bundesland Brandenburg, sodass er nach Abschluss des Kurses einen Großteil der Summe erstattet bekam.

Permanente Weiterentwicklung

Das Wissen aus dem Kurs wendet der Programmierer direkt bei der Weiterentwicklung seiner Software an. Es handelt sich dabei um ein Programm für Onlineshops, das Artikelaktualisierungen vornimmt. „Es lädt automatisch die Artikel in die Datenbank, sodass zum Beispiel Preise berechnet, Lagerbestände abgeglichen und Artikelbeschreibungen aktualisiert werden. Der Shop-Betreiber muss sich um all das nicht mehr kümmern.“ Für seine Kunden optimiert Nico Michael seine Software immer wieder. Bevor er Änderungen vornimmt, macht er sich darüber Gedanken, was für die Kunden wichtig ist und wie die Bedienoberfläche auszusehen hat. Dann erst geht es ans Programmieren.

Der 27-Jährige hat auch schon den nächsten Schritt in Planung: „Ich möchte meine Web-App ,responsive‘ aufbauen, damit sie auch auf mobilen Geräten genutzt werden kann. Dann muss der Kunde seinen Rechner nicht durchgehend laufen lassen: Das Ganze würde zentralgesteuert auf unserem Server laufen."

Auch in Zukunft will Nico Michael sein Wissen immer wieder aktualisieren und erweitern – denn stets auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein, ist für IT-Fachkräfte Teil des Berufs.

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