Zahntechniker­meister

Die Branche befindet sich im Umbruch von der manuellen Technik zur digitalen Arbeitsweise.

Der Weg in die Geschäftsführung

Für Bernd Schmidt (34) war die Weiterbildung zum Zahntechnikermeister mit einem Karrieresprung verbunden. Nach seinem Abschluss stieg er zum stellvertretenden Geschäftsführer eines Dentallabors auf.

Nach zwölf Jahren Berufstätigkeit als Zahntechniker kam bei Bernd Schmidt der Wunsch auf, sein Wissen auszubauen und sich beruflich weiterzuentwickeln. „Ich hatte im Hinterkopf, vielleicht irgendwann einmal den Betrieb übernehmen zu können“, erzählt er. Also meldete er sich bei der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg für die Weiterbildung zum Zahntechnikermeister an.

Die Weiterbildung fand in Teilzeit statt, Bernd Schmidt arbeitete währenddessen weiter bei der Koch Dental-Technik GmbH. Dreimal die Woche stand nach der Arbeit eine viereinhalbstündige Unterrichtseinheit an, samstags eine etwa sechsstündige. Hinzu kamen einige Wochenblöcke, für die er seinen Urlaub opferte. Die Doppelbelastung sei deutlich spürbar gewesen, wie er erläutert. „Man muss wirklich dazu bereit sein, über eineinhalb Jahre sein Privatleben an den Nagel zu hängen.“

Fertigkeiten verfeinern, neue Techniken kennenlernen

Die Weiterbildung zum Zahntechnikermeister besteht aus vier Teilen: Fachpraxis, Fachtheorie, betriebswirtschaftliche Inhalte und Ausbildereignungsschein. In Kursen zu Modellherstellung, Geschiebetechnik, Gussfertigkeiten und Fügetechniken konnte Bernd Schmidt sein Fachwissen erweitern und seine Fähigkeiten ausbauen. „In der Theorie sind wir zudem tief in die Materialkunde, Chemie und Physik eingetaucht“, ergänzt er. Außerdem befasste er sich mit den technischen Veränderungen, die das Zahntechnikerhandwerk betreffen. So gewinnen etwa Geräte wie 3-D-Drucker oder digitale Fräsmaschinen bei der Herstellung von Zahnersatz zunehmend an Bedeutung. „Die Branche befindet sich im Umbruch von der manuellen Technik zur digitalen Arbeitsweise“, sagt Bernd Schmidt. In Zukunft werde die Arbeit eines Zahntechnikers vor allem darin bestehen, mit digitaler Technik gefertigte Stücke zu vollenden. Umso wichtiger sei es, durch Weiterbildungen immer auf dem neuesten technischen Stand zu bleiben.

Lohnende Investition

Für die Weiterbildung musste Bernd Schmidt rund 25.000 Euro aufbringen. Er nutzte dafür Meister-BAföG, das mittlerweile Aufstiegs-BAföG heißt, und nahm einen Kredit auf. Rückblickend kann er von einer lohnenden Investition sprechen: Sein Arbeitgeber beförderte ihn kurz nach dem Abschluss zum Stellvertreter und beteiligte ihn zudem an der Firma. Seitdem leitet er das Labor und ist für zwölf Mitarbeiter verantwortlich. Er verteilt die anfallenden Aufgaben, hilft bei Fragen und überwacht die Arbeiten. „Ich versuche, das Wissen aus der Meisterweiterbildung an die Kollegen weiterzugeben“, sagt er. Auch die Qualitätskontrolle gehört zu seinen Aufgaben. Hier gleicht er den fertigen Zahnersatz mit der Auftragsbeschreibung ab und überprüft, ob er den Anforderungen entspricht. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer ist er außerdem der persönliche Ansprechpartner für die Kunden, wenn die Produktion von Zahnersatz geplant werden muss oder Rücksprache bei einem Auftrag nötig ist.

Soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit sind für den Zahntechnikermeister neben fachlichem Können besonders wichtig. Ebenso unabdingbar sei die Bereitschaft, sich regelmäßig weiterzubilden. „Es gibt immer wieder neue Materialien und Techniken, die das notwendig machen. Zwei bis drei Kurse jährlich sind die Regel“, erklärt er. Auch ein Meister lernt eben niemals aus.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/2623