Zahn­medizinische Verwaltungs­assistentin

Nun bin ich für die Buchhaltung zuständig, übernehme die Kommunikation mit Laboren und koordiniere den Personaleinsatz.

In der Praxis

Früher assistierte Silke Sabados (38), heute ist sie für die Organisation der Abläufe in einer Zahnarztpraxis zuständig – von der Buchhaltung bis zum Personalmanagement. Grundlage dafür war ihre Weiterbildung zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin.

Abrechnungen erledigen, Patienten betreuen, den Schriftverkehr managen – der Arbeitstag von Silke Sabados ist heute abwechslungsreicher als früher. Ihre Berufsausbildung zur Zahnarzthelferin – der entsprechende heutige Abschluss ist „Zahnmedizinische Fachangestellte“ – hatte sie bei einem Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen absolviert. Nach einer Zwischenstation bei einer Krankenkasse fand sie eine Anstellung am Zahnmedizinischen Fortbildungszentrum in Stuttgart.

Das Weiterbildungsinstitut verfügt über eine eigene Zahnarztpraxis, und die heute 38-Jährige arbeitete fortan hier in der Anmeldung. Bei dieser Tätigkeit wurde ihr bewusst, dass sie sich gerne um organisatorische Belange kümmerte und Aufgaben in Zusammenhang mit den Abrechnungen übernahm. Um verstärkt in diesen Bereich einzusteigen, reichten die Kenntnisse aus der Berufsausbildung allerdings nicht aus: „Die Weiterbildung zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin ist grundlegend“, betont sie. Also meldete sie sich bei ihrem Arbeitgeber für die viermonatige Aufstiegsfortbildung an. Sie wurde für die Vollzeitschulung freigestellt, auch die Gesamtkosten von rund 5.250 Euro wurden übernommen.

Von Abrechnung bis Praxismanagement

Die Weiterbildung beinhaltete Praxis und Theorie im Wechsel, den Praxisanteil absolvierte Silke Sabados bei ihrem Arbeitgeber. Hier beschäftigte sie sich zum Beispiel mit der Erstellung von Kostenvoranschlägen für Füllungen oder Implantate. Im Theorieunterricht standen Themen wie Betriebswirtschaft, Krankenversicherungszuschüsse und Praxismanagement auf dem Stundenplan. „Wir sind im Unterricht sehr in die Tiefe gegangen. Auch der Schriftverkehr, Computerthemen und der Umgang mit Kollegen und Patienten wurde thematisiert“, sagt sie. Zusätzlich zum Unterricht mussten die Teilnehmer die Inhalte nachbereiten und ein Referat erstellen. Bei Silke Sabados ging es um Brücken, also um festsitzenden Zahnersatz: „Die Weiterbildung war anstrengend“, erinnert sie sich. In den vier Monaten habe sie auf vieles im Privatleben verzichtet, um genügend Zeit für das Lernen zu haben.

Neues Arbeitsfeld

Durch die Weiterbildung ergeben sich für die Absolventen neue Perspektiven: Die Verwaltungsassistin ist inzwischen in neuer Position tätig und hat hier verantwortungsvolle Aufgaben übernommen: „Nun bin ich für die Buchhaltung zuständig, übernehme die Kommunikation mit Laboren und koordiniere den Personaleinsatz.“ Auch die Organisation der Zahnarztpraxis fällt in ihr Aufgabengebiet. Sie kümmert sich beispielsweise darum, dass Termine möglichst optimal liegen. Sie erstellt Briefe, mit denen die Patienten an ihre professionelle Zahnreinigung erinnert werden. Und nach einer jeweiligen Behandlung erledigt sie die Leistungsabrechnung. Die Leistungen werden über sogenannte Kennzahlen abgerechnet – es sei dabei notwendig, sehr genau zu arbeiten.

Wichtig für ihren Beruf ist neben der Sorgfalt und dem fachlichen Wissen vor allem ein freundlicher Umgang mit Patienten. Zudem ist die Bereitschaft gefordert, sich zügig in neue Sachverhalte einzuarbeiten: „Die Krankenkassen geben jedes Jahr neue Richtlinien vor, mit denen man sich beschäftigen muss.“ Ihr Wissen gibt sie heute auch an andere weiter: „Ich leite jetzt auch selbst Kurse der Weiterbildung und gebe Fortbildung, etwa zur Gebührenordnung für Zahnärzte.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15490