Wirtschafts­informatiker – IT-Systeme

Wir haben Programmiersprachen kennengelernt, mit Datenbanken gearbeitet und hatten Kurse in Projektmanagement und Business Englisch.

Programme nach Maß

Wirtschaftsinformatiker Marcel Koziot (37) entwickelt mit seinem Team nach Kundenwunsch Erweiterungen für bestehende Software-Systeme. Mit seiner Weiterbildung qualifizierte er sich für Führungsaufgaben.

Mit ERP-Systemen planen und steuern Unternehmen, wann und wofür sie wie viel Personal, Kapital oder Material brauchen – ERP steht für Enterprise-Resource-Planning, also für die Ressourcenplanung eines Unternehmens. Mit einer solchen Software soll sichergestellt werden, dass alle Arbeitsabläufe reibungslos ineinandergreifen. Weil die aber bei jedem Unternehmen anders aussehen, müssen IT-Spezialisten wie Marcel Koziot oft zusätzliche Module zur Standardversion programmieren.

Der 37-Jährige arbeitet als Wirtschaftsinformatiker bei MHP in Ludwigsburg. Davor hatte er zehn Jahre lang für die Bundeswehr in der Logistik gearbeitet und dort auch eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht. „Danach wollte ich mich beruflich noch einmal komplett neu ausrichten“, erzählt er. „Am liebsten wollte ich eine Führungsaufgabe in der IT-Branche übernehmen.“ Weil er dafür eine weitere Qualifikation brauchte, begann er die Vollzeit-Weiterbildung zum Wirtschaftsinformatiker. Die Bundeswehr stellte ihn für die zwei Jahre frei und finanzierte seinen Lebensunterhalt. Gebühren fielen nicht an.

Berufserfahrung mitgebracht

Für die Weiterbildung werden Grundkenntnisse in Betriebswirtschaft und im Computerbereich vorausgesetzt. Als Bürokaufmann, der viele Jahre mit SAP-Systemen gearbeitet hatte, erfüllte Marcel Koziot diese Bedingung. Von den anderen Teilnehmern brachten einige auch eine Ausbildung in der IT mit. „Wir haben verschiedene Programmiersprachen kennengelernt, mit Datenbanken gearbeitet und hatten Kurse in Projektmanagement und Business Englisch“, erzählt er.

Gleich nachdem er die dreiteilige Prüfung abgelegt hatte – sie bestand aus den Teilen „Strategische Prozesse“, „Projekt- und Geschäftsbeziehungen“ und „Strategisches Personalmanagement“ –, fand er die erhoffte Anstellung. „Ich hatte meine Referenzen bei einem Business-Netzwerk im Internet hinterlegt und wurde von meinem heutigen Arbeitgeber angeschrieben“, erzählt er.

Rücksprache mit dem Kunden

Zu den Kunden seines Arbeitgebers gehören zum Beispiel Autohersteller und Zulieferer. Bei diesen sind oftmals spezifische Anforderungen gegeben: „In China sind alle Autohersteller dazu verpflichtet, die eingeführten Materialien zu zertifizieren“, erläutert Marcel Koziot. „Die erforderlichen Dokumente müssen aber erst im ERP-System hinterlegt werden.“ Was simpel klingt, ist mit viel Programmierarbeit verbunden. Der Wirtschaftsinformatiker und seine Kollegen müssen beispielsweise Oberflächen und Einstiege entwickeln und PDF-Dateien im System bereitstellen.

Zu Beginn eines Auftrags bespricht Marcel Koziot in einem Briefing mit den Entwicklern die Anforderungen des Kunden und erstellt ein Konzept. Wenn der Kunde mit der geplanten Erweiterung einverstanden ist, beginnt die Programmierung. „Wir entwickeln immer bis zu einem bestimmten Punkt. Dann halten wir mit dem Kunden Rücksprache, ob die bisherigen Schritte in seinem Sinne sind. Außerdem unterziehen wir jedes Modul einem Abschlusstest.“ Zu seinen Aufgaben gehört es, den Fortschritt eines jeweiligen Projekts im Auge zu behalten, die Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter richtig einzuschätzen und Aufgaben zu verteilen. Denn er trägt die Verantwortung dafür, dass die Erweiterung zum vereinbarten Zeitpunkt funktioniert.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7846