Werkschutz­leiterin

Der größere Teil meiner Arbeitsaufgaben liegt inzwischen in der Organisation.

Mit Sicherheit am Werk

Durchdachte Pläne und geschultes Personal – darauf kommt es beim Werkschutz an. Melanie Braun (30) koordiniert die Einsätze der Mitarbeiter bei den Kunden – vom Einkaufszentrum bis zur Kiesgrube.

Melanie Braun weiß, wie man Verwaltungsgebäude schützt und Kiesgruben sichert, wie viele Fachkräfte für die Bewachung eines Einkaufszentrums notwendig sind, und welche Güter auf einem Betriebsgelände in welcher Form gelagert werden dürfen. Die 30-Jährige arbeitet als Werkschutzleiterin bei der Kahl Sicherheit Consulting GmbH, die solche Objekte sichert. In der Firmenzentrale ist Melanie Braun Ansprechpartnerin für die Kunden, schult Mitarbeiter und koordiniert die Einsätze. „Das kann die Besetzung einer Alarmzentrale sein, regelmäßige Kontrollgänge im Streifendienst auf einem Betriebsgelände, die Intervention bei Alarm durch eine Gefahrenmeldeanlage oder ein 24-Stunden-Empfangsdienst."

Sie hat eine dreijährige Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit abgeschlossen und im Anschluss noch die Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit absolviert. Sie lernte, wie sie mögliche Gefahren am Arbeitsplatz erkennen, beurteilen und beseitigen kann – Fachwissen, das für ihre heutigen Aufgaben wichtig ist.

Vor dem Einsatz das Konzept

Mit zunehmender Berufserfahrung spezialisierte sich Melanie Braun immer mehr auf den Werkschutz: „Der größere Teil meiner Arbeitsaufgaben liegt inzwischen in der Organisation“, sagt sie. „Ich übernehme aber auch heute noch gelegentlich Wachdienste und verfolge Alarme zurück."

Im Vorfeld eines Auftrages erstellt Melanie Braun gemeinsam mit dem jeweiligen Kunden ein Sicherheitskonzept: „Wir besprechen die Ziele und den Auftragsumfang, begehen das Gelände und machen potenzielle Gefahrenquellen aus“, erläutert sie. „Wertvolle Baumaterialien auf dem Betriebsgelände sollte man zum Beispiel in ausreichend gesicherten Bereichen aufbewahren. Und wir klären Fragen wie: Reicht der Brandschutz aus? Liegen brennbare Materialien herum?“ Im Anschluss arbeitet sie detailliert aus, welche Aufgaben das Wachpersonal übernehmen soll. „Bei Kontrollgängen legen wir nicht nur die genaue Route fest, sondern auch, worauf die Mitarbeiter achten müssen – etwa, ob alle Fenster geschlossen sind oder die Kaffeemaschine ausgeschaltet ist."

Schützen, ohne zu stören

Die Herausforderung dabei: Der Wachschutz soll präsent sein und Sicherheit vermitteln, ohne die betrieblichen Abläufe zu stören. Ebenso wichtig wie das Sicherheitskonzept sind daher die Dienstanweisungen für ihre Mitarbeiter: „Wie gut unser Service funktioniert, hängt stark davon ab, wie präzise und detailliert die Anweisungen im Sicherheitskonzept sind. Größere Unternehmen haben außerdem eigene Richtlinien und Vorschriften, die wir beachten müssen.“ Um dies zu gewährleisten, prüft sie in regelmäßigen Abständen ihre Mitarbeiter. Kundenreklamationen und Nachkontrollen gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Melanie Braun ist auch an der Schulung der Mitarbeiter beteiligt: „Ich bereite sie zum Beispiel auf die Sachkundeprüfung vor, in der es unter anderem um Rechtsgrundlagen, Unfallverhütungsvorschriften und Verhalten in Gefahrensituationen geht.“ Gelegentlich fordert die Industrie- und Handelskammer in Weingarten sie auch als ehrenamtliche Prüferin für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe an.

Obwohl sie in ihrem Beruf bereits einiges erreicht hat, möchte sie nicht stehenbleiben: Sie plant, in naher Zukunft die Meisterweiterbildung in der Fachrichtung Schutz und Sicherheit zu absolvieren.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/8072