Werkpolier – Tiefbau

Die Organisation ist das A und O auf einer Baustelle.

Profi mit Tiefgang

Mengenberechnung, Personalführung, Kontrolle der Arbeitsschritte – das sind nur einige der Aufgaben von Armin Brahmer (51). Im Rahmen einer Weiterbildung konnte er sich die dafür nötigen Kenntnisse aneignen.

Ob zum Trinken, Waschen oder Spülen – jeden Tag verbrauchen wir viele Liter Wasser. Damit dieses Wasser in den Haushalten zur Verfügung steht, braucht es die Arbeit von Fachkräften im Brunnen- und Rohrleitungsbau – Fachkräfte wie Armin Brahmer.

Nach seiner Ausbildung zum Rohrleitungsbauer und einer Fortbildung zum Schweißer arbeitete er zunächst in einer Firma für Anlagen- sowie Brunnenbau. Dann wechselte er zu seinem heutigen Arbeitgeber, der OCHS Bau GmbH, die unter anderem Bohraufträge bearbeitet und im Rohrleitungsbau tätig ist. Hier wurde ihm von seinem Chef eine Weiterbildung zum Werkpolier angeboten – er nahm das Angebot freudig an.

Austausch unter Fachkräften

Wieder jeden Tag im Unterricht sitzen – daran musste sich Armin Brahmer zunächst erst gewöhnen. Über einen Zeitraum von sechs Wochen besuchte er täglich von morgens bis nachmittags das Bau-ABC Rostrup in Oldenburg, ein Aus- und Fortbildungszentrum des Bauindustrieverbandes. „Auch wenn ich am Anfang ein bisschen verunsichert durch die wöchentlichen Prüfungen war, hat mich sehr schnell der Ehrgeiz gepackt, einen guten Abschluss zu machen“, erinnert er sich.

Im Mittelpunkt der Weiterbildung standen die Technik des Brunnenbaus und die dazu nötigen Berechnungen. Er beschäftigte sich beispielsweise damit, welcher Kies bei welcher Bodenart eingefüllt werden sollte und wie sich die benötigten Rohrleitungen und die Stärke der Pumpen berechnen lassen. Außerdem standen Bauzeichnen, rechtliche Grundlagen sowie Rhetorik am Arbeitsplatz und Mitarbeiterführung auf dem Lehrplan.

Armin Brahmer hat die Zeit der Weiterbildung in guter Erinnerung: „Der Austausch innerhalb der ganzen Gruppe war super, und wir haben viel zusammen gelernt. Ich würde jedem zu einer solchen Weiterbildung raten.“ Während der sechs Wochen übernachtete er in einer Pension in Oldenburg, die Kosten dafür übernahm sein Arbeitgeber. Zudem wurden die vollständigen Schulkosten in Höhe von 15.000 Euro übernommen.

Im Rahmen der Weiterbildung konnte er seine fachlichen Kenntnisse erweitern und vertiefen. Zusätzliches Wissen habe er sich in der Praxis angeeignet – ein ehemaliger Kollege habe ihm sehr viel über die Arbeit an den Maschinen beigebracht.

In Absprache mit der Bauleitung

Durch die Weiterbildung zum Werkpolier konnte Armin Brahmer seinen Tätigkeitsbereich erweitern und verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Er teilt etwa nach Absprache mit dem Bauleiter die Mitarbeiter auf den Baustellen ein, berechnet die benötigten Materialmengen und dokumentiert die Arbeitsschritte. Auf Basis dieser Dokumentation werden dann später die Abrechnungen erstellt. Auf unvorhersehbare Gegebenheiten muss er schnell reagieren, denn der Baubetrieb darf nicht verzögert werden. So fordert er etwa bei Bedarf zusätzliches Personal an. „Die Organisation ist das A und O auf einer Baustelle“, sagt er. Es sei sehr wichtig, dass die Voraussetzungen für eine reibungslose Zusammenarbeit des Teams gegeben seien.

Neben den organisatorischen Aufgaben übernimmt der Werkpolier auch Aufgaben in der Arbeitsvorbereitung beziehungsweise der Umsetzung der Aufträge. Er kümmert sich etwa um die Zufahrt zur Baustelle, bereitet den Bohrplatz vor und bedient spezielles Bohrgerät, das beim Bau von Trinkwasserbrunnen zum Einsatz kommt.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/13822