Wärme-, Kälte- und Schallschutz­isolierermeister

Das Lernpensum war sehr hoch. Für mich hieß das: nach Unterrichtsende die Inhalte mit Karteikarten weiterpauken.

Isolieren in Theorie und Praxis

Kälte erhalten, Hitze eindämmen oder Geräusche abmildern: Für Andreas Lehmann (26) ist das kein Problem. Sein Wissen rund um die richtige Isoliertechnik hat er unter anderem durch eine Meisterweiterbildung erworben.

Bei der Lehmann Isolier- und Brandschutztechnik GmbH in Wendelstein bei Nürnberg haben gute Dämmungen Tradition. Der Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierermeister Andreas Lehmann ist Teil der bereits dritten Generation seiner Familie, die in diesem Bereich arbeitet. Der 26-Jährige absolvierte nach seinem Schulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer. Die drei Jahre dauernde Ausbildung machte er im Betrieb seiner Familie. Neben den regelmäßigen Berufsschulblöcken lernte er bei Montageeinsätzen die Praxis kennen. Hier dämmte er zum Beispiel Rohrleitungen in Industriebetrieben. „Ich wollte mir jedoch weitere berufliche Chancen eröffnen, wie etwa ein fachgebundenes Studium. Zudem sollte ich einmal den Betrieb übernehmen, weshalb der Weg zum Meister früh feststand“, sagt er.

Am Meistergestell

Die einjährige Vollzeit-Qualifizierung zum Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierermeister absolvierte Andreas Lehmann an der Bauakademie Feuchtwangen. Auf drei Wochen in der Schule kam eine freie Woche. So konnte er weiterhin auf 400-Euro-Basis arbeiten und seinen Lebensunterhalt finanzieren. Die Kosten von rund 25.000 Euro für den Lehrgang übernahm sein Betrieb.

Die Weiterbildung gliederte sich in vier Abschnitte. In den ersten beiden Teilen ging es um Recht und Betriebswirtschaft sowie Mitarbeiterführung, zudem legten die Teilnehmer die Ausbildereignungsprüfung ab – Wissen, das für einen eigenen Betrieb unverzichtbar ist.

Ein weiterer Abschnitt behandelte die Fachtheorie. Die einzelnen Themenbereiche schlossen mit einer eigenen Prüfung ab. „Das Lernpensum der Einzelprüfungen war sehr hoch. Für mich hieß das: nach Unterrichtsende die Inhalte mit Karteikarten weiterpauken.“

Im letzten Teil, der Fachpraxis, galt es, Auftragsarbeiten an speziellen Leitungssystemen durchzuspielen. Eine solche Aufgabe, inklusive Zeitvorgabe, war die praktische Abschlussprüfung am sogenannten Meistergestell. Zuletzt stand für Andreas Lehmann die mündliche Prüfung an – dann endlich konnte er seinen Meisterbrief in Empfang nehmen.

Zwischen Büro und Baustelle

Bevor er wieder in den Familienbetrieb einstieg, arbeitete Andreas Lehmann zunächst als angestellter Monteur: „Dafür habe ich mich entschieden, um weitere praktische Erfahrung zu sammeln – bei verschiedenen Projekten und Aufträgen.“ Das Wissen daraus bringt er heute in den Familienbetrieb ein. Als Meister hat er die Montagetätigkeit gegen organisatorische Aufgaben im Büro getauscht. Hier plant er den Mitarbeiter- und Materialeinsatz, recherchiert Ausschreibungen oder kalkuliert Angebote. Am Telefon oder per E-Mail beantwortet er Fragen von Kunden und verabredet Vorgespräche. „Vor einem neuen Auftrag möchte ich mir immer ein Bild von der zukünftigen Baustelle machen: Ich schaue zum Beispiel, ob die Leitungen gut erreichbar sind oder ob ein Gerüst benötigt wird – Details, an die der Kunde gar nicht denkt.“ Den Fortschritt der Arbeiten prüft er dann regelmäßig persönlich und bespricht Probleme oder Materialbestellungen mit seinen Monteuren vor Ort.

Zukünftig hat Andreas Lehmann vor, das Angebotsspektrum seiner Firma auszubauen. Dafür will er neues Wissen erwerben: „Das betrifft vor allem den Brandschutz. Hier möchte ich mir in Zukunft neue Kompetenzen erarbeiten.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4281