Technikerin – Werkstoff­technik

Die Weiterbildung hat mir ein ganz neues Grundverständnis für die Prozesse und Zusammenhänge vermittelt.

Vertieftes Wissen über Werkstoffe

Als ein Freund Johanna Figgener (23) von seiner Technikerweiterbildung erzählte, fand sie das sehr spannend – und beschloss: „Das will ich auch!“

Bereits kurz nachdem sie ihre Ausbildung zur Werkstoffprüferin absolviert hatte, sah sich Johanna Figgener nach einer Möglichkeit um, sich beruflich weiterzubilden. Sie wurde auf die Qualifizierung zur Technikerin der Fachrichtung Werkstofftechnik aufmerksam, die unter anderem am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik in Selb angeboten wird. Um die Schule kennenzulernen, nutzte Johanna Figgener den Tag der offenen Tür – und war begeistert. „Mir hat das so gut gefallen, dass ich mich kurz darauf zum Lehrgang angemeldet habe“, erzählt sie.

Guter Mix aus Theorie und Praxis

Sie zog nach Selb, um hier zwei Jahre lang zu leben und zu lernen. „Das haben fast alle so gemacht – es gibt nicht viele Technikerschulen in Deutschland, die den Unterricht in Vollzeit anbieten.“ Und Vollzeit sollte es sein: „So konnte ich mich ganz auf den Unterricht konzentrieren – das fand ich gut.“ In der neuen Umgebung lebte sie sich rasch ein; und auch neue Freunde waren schnell gefunden. Dass die Werkstoffbranche immer noch eine Männerdomäne ist und daher auch mit großer Mehrheit Männer an der Weiterbildung teilnahmen, störte sie nicht. „Wir waren insgesamt 16 Leute in der Klasse, darunter zwei Frauen“, erzählt sie.

Im ersten Jahr stand vor allem viel Theorie auf dem Lehrplan – die Teilnehmer erarbeiteten sich ein gemeinsames Fundament. „Wir waren ja nicht alle Werkstoffprüfer – da ging es erst mal darum, alle auf einen Level zu bringen.“ Neben Mathematik, Deutsch und Englisch paukten Johanna Figgener und ihre Mitschüler viel Chemie und Physik. Im zweiten Jahr ging es in die Tiefe. Jetzt standen auch Werkstoffkunde, Schadensanalyse, Qualitätsmanagement und Verfahrens- und Automatisierungstechnik auf dem Stundenplan. Und auch der praktische Bezug fehlte nicht. Im zweiten Jahr verbrachten die Teilnehmer regelmäßig Zeit im Labor. Ihren Ausbilderschein erwarb Johanna Figgener ebenfalls in dieser Zeit. „Das wurde von der Schule angeboten, war aber freiwillig“, erläutert sie.

Da es sich beim BSZ Selb um eine staatliche Einrichtung handelt, fiel kein Schulgeld an. Lediglich für Unterkunft und Verpflegung musste die angehende Technikerin aufkommen: Die rund 620 Euro monatlich finanzierte sie über Meister-BAföG. „Zusammen mit dem Kindergeld, das meine Eltern mir in dieser Zeit zur Verfügung stellten, konnte ich gut davon leben.“

Neues Grundverständnis für Zusammenhänge

Nach ihrem Abschluss suchte Johanna Figgener nach einem passenden Stellenangebot – und wurde beim Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen fündig. Seit etwa einem halben Jahr arbeitet sie nun hier und übernimmt vielfältige Aufgaben. Sie führt etwa selbstständig Prüfungen an Werkstoffen durch und wertet die Ergebnisse am PC aus. Gerade wird sie in die Arbeit mit dem Rasterelektronenmikroskop eingearbeitet: „Damit hatte ich noch gar keine Erfahrung.“ Immer öfter berät die Technikerin auch Mitarbeiter und angehende Doktoranden, wenn sie Fragen zu Werkstoffprüfungen oder metallografischen Untersuchungen haben. „Die Weiterbildung hat mir ein ganz neues Grundverständnis für die Prozesse und Zusammenhänge im Werkstoffbereich vermittelt“, erzählt sie.

Johanna Figgener ist zufrieden mit dem, was sie in den letzten Jahren erreicht hat. „Ich habe die Technikerweiterbildung abgeschlossen und einen tollen Job gefunden. Was in Zukunft kommt, wird man sehen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/58411