Technikerin – Vermessungstechnik

Ich nehme einen Antrag auf und erstelle die erforderlichen Unterlagen für den vermessungstechnischen Außendienst.

Auskünfte aus dem Kataster

Im Katasteramt hält die staatlich geprüfte Vermessungstechnikerin Mandy Drüeke (23) die Liegenschaftskarte auf dem aktuellen Stand und erstellt amtliche Kartenauszüge. Mit Lerneifer und Fleiß kam sie in ihre Wunschposition.

Wie könnte sie sich weiterqualifizieren? Diese Frage stellte sich Mandy Drüeke schon während ihrer Ausbildung zur Vermessungstechnikerin: „Zunächst hatte ich darüber nachgedacht, ein Hochschulstudium aufzunehmen“, erinnert sie sich. „Ein Kollege in meinem Ausbildungsbetrieb erzählte mir dann aber von der Weiterbildung zur staatlich geprüften Vermessungstechnikerin."

Die Weiterbildung am Cuno-Berufskolleg II in Hagen richtet sich an Interessenten mit abgeschlossener Ausbildung oder mit mindestens fünfjähriger einschlägiger Berufserfahrung. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, bereits ab dem zweiten Ausbildungsjahr parallel mit der Weiterbildung zu beginnen. „Das bedeutet aber auch eine Mehrbelastung“, betont Mandy Drüeke. Über einen Zeitraum von drei Jahren besuchte sie zusätzlich jeweils freitags und samstags den Unterricht. Die Weiterbildung an der staatlichen Schule war kostenfrei.

Parallel lernen

Auf dem Lehrplan standen neben Deutsch und Fremdsprachen vor allem fachliche Inhalte, etwa Landesvermessung, Liegenschaftskataster, Bodenordnung, Geräte- und Instrumententechnik, Bildauswertung, Vertiefung der Ingenieurvermessung sowie bauphysikalische Grundlagen und Statik. Im Rahmen einer umfassenden Projektarbeit führten die Teilnehmer Messungen unter realen Bedingungen durch und werteten sie aus. „Man geht viel tiefer ins Detail als bei der Grundausbildung“, erzählt die Vermessungstechnikerin. „Die zwei Jahre, in denen ich meine Ausbildung und die Weiterbildung parallel absolvierte, waren schon stressig.“ Die Abschlussprüfung bestand aus schriftlichen Prüfungen in jedem Lernbereich.

Nach ihrem Abschluss arbeitete Mandy Drüeke noch ein Jahr bei ihrem Ausbildungsbetrieb, bevor sie für ein Jahr in ein privates Vermessungsbüro wechselte. „Ich wollte aber immer zu einem Katasteramt und habe schließlich eine Stelle bei der Kreisverwaltung Soest gefunden.“

Mit den Bürgern in Kontakt

Die Technikerin arbeitet in der Abteilung Liegenschaftskataster und Vermessung, im Sachgebiet Bereitstellung der Geobasisdaten und Archiv: „Ich erteile Auskünfte aus dem Liegenschaftskataster, stelle Geobasisdaten bereit und führe das digitale Archiv für die Online-Bereitstellung unserer Geodaten.“ Für Bauvorhaben und Grundstückteilungen fertigt sie mittels spezieller Software Lagepläne an. Möchte beispielsweise ein Bürger sein bebautes Grundstück teilen, muss dieses zunächst vermessen werden. „Ich nehme einen Antrag auf und erstelle die erforderlichen Unterlagen für den vermessungstechnischen Außendienst, der die alten und neuen Flurstücksgrenzen vermisst“, erklärt Mandy Drüecke. „Aus den Messdaten und den bereits vorhandenen Geodaten fertige ich einen Lageplan an, der dem Bauamt zur Genehmigung vorgelegt wird. Nach weiteren Arbeitsschritten erhält der Bürger eine Flurkarte und einen amtlichen Flurstücksnachweis.“ Da man vor allem mit Koordinaten und Kartenmaterial arbeitet, sind in ihrem Beruf mathematische Kenntnisse und räumliches Vorstellungsvermögen gefragt. „Außerdem muss man Freude an der Kommunikation haben, da das Erteilen von Auskünften einen wesentlichen Teil meiner Arbeit ausmacht."

Durch ihre Aus- und Weiterbildung hat Mandy Drüeke ihre Wunschposition gefunden. Sie möchte im Katasteramt bleiben und dort stetig mehr Verantwortung übernehmen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5701