Technikerin – Papiertechnik

Ich stehe in engem Kontakt zu Kunden, Lieferanten und internen Abteilungen.

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Für die Papierqualität

Eliane Maia-König (39) weiß, was hinter einer gelungenen Verpackung steckt. Dank ihrer Technikerweiterbildung kennt sie die Details in Zusammenhang mit den Druck-, Stanz-, Klebe- und Gestaltungstechniken.

Seit die gebürtige Brasilianerin Eliane Maia-König vor 18 Jahren nach Deutschland kam, arbeitete sie in unterschiedlichen Unternehmen der Papierherstellung und -verarbeitung. „Mich hat von Anfang an die chemische Seite der Herstellung interessiert – von Faserstoffen und Polymeren über chemische Additive bis hin zu Füllstoffen und Pigmenten“, erzählt die ausgebildete Chemikantin. Sie informierte sich über mögliche Weiterbildungen und fasste diejenige zur Papiertechnikerin ins Auge. Aufgrund eines Arbeitgeberwechsels und einer Schwangerschaft musste die heute 39-Jährige dann die Realisierung ihres Vorhabens aufschieben. Das Ziel, den Technikerabschluss zu machen, verlor sie jedoch nicht aus den Augen. Als ihr Arbeitgeber Konkurs anmeldete, musste sie sich neu orientieren. Sie meldete sich für die zweijährige Vollzeitweiterbildung an der Alois-Senefelder-Schule in München an.

Chemie, Physik, Papiertechnik

Der Basisteil umfasste Fächer wie Fachenglisch, Deutsch und Unternehmensführung. Auch Grundlagen in Physik, Chemie, Mathematik, Konstruktion und Informatik standen auf dem Lehrplan. Den Teilnehmern wurden auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt. Im anwendungsbezogenen Teil lag der Schwerpunkt auf Fächern wie Drucktechnik, Packmittelgestaltung oder Papier- und Folienverarbeitungstechnik. Auch die Eigenschaften von Werkstoffen sowie verschiedene Prüfverfahren wurden thematisiert. Nicht zuletzt ging es um Produktionssteuerung.

Im Laufe der Weiterbildung mussten die Teilnehmer einen Schwerpunkt aussuchen und sich entweder auf die Papierherstellung oder auf die Verarbeitung spezialisieren. „Ich habe versucht, möglichst viele Kurse aus beiden Bereichen abzudecken. Mir war es wichtig, breit aufgestellt zu sein.“ Um den Lernstoff besser zu verinnerlichen, bildeten die Teilnehmer Lerngruppen und unterstützten sich gegenseitig.

Für die Lehrgänge fielen Kosten in Höhe von 490 Euro pro Halbjahr an. Darüber hinaus bezahlte Eliane Maia-König rund 400 Euro für Bücher und weitere Materialien. „Die Lebenshaltungskosten abzudecken, war jedoch das größere Problem“, betont die Technikerin. Diese konnte sie mithilfe von privaten Rücklagen finanzieren. Die anderen Teilnehmer hatten teils Meister-BAföG oder auch Stipendien erhalten.

Qualitätskontrollen und Kundenbetreuung

Nach ihrem Abschluss fand sie eine Anstellung bei der VG Extrusion GmbH in Kempten. Das Unternehmen beschichtet und veredelt Kartone und stellt laminierte Kartonverbundstoffe für Verpackungen her. Die Technikerin leitet ein kleines Team im Bereich Qualitätsmanagement. Ihre Aufgabe ist es, die Qualität der Produkte zu prüfen. Dafür nimmt sie sowohl Eingangs- als auch Ausgangskontrollen vor. Entdeckt sie ein Produkt, dessen Eigenschaften nicht den Anforderungen entsprechen, muss sie die Fehlerquelle finden: Liegt es am Material, gab es Probleme bei der Verarbeitung? Dabei kommen ihr die Kenntnisse aus der Weiterbildung zugute. Sie muss nicht nur über die Vorgänge beim Druck Bescheid wissen, sondern auch andere Faktoren wie etwa die Spielräume beim Stanzen bedenken.

Zusätzlich zur Qualitätsprüfung bearbeitet Eliane Maia-König Reklamationen, soziale Kompetenz ist daher für sie besonders wichtig: „Ich habe eine Schnittstellenfunktion und stehe in engem Kontakt zu Kunden, Lieferanten und internen Abteilungen. Gerade bei Reklamationen ist es wichtig, dass man Hintergründe erklären und Lösungen vorschlagen kann.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5959