Technikerin – Informatik (technische Informatik)

Ohne die Weiterbildung wäre ich nicht in meiner heutigen Position.

Projekt und Technik

Software und Hardware, Unix und Windows – Tatjana Gelevska (44) hat bei IT-Fragen den Durchblick. In ihre heutige Position kam sie unter anderem aufgrund einer Weiterbildung.

Ursprünglich hatte Tatjana Gelevska eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau gemacht, was heute der Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Geschäftsreisen entspricht. Allerdings merkte sie bald, dass ihr die Arbeit mit Hard- und Software besser gefiel. Unter anderem aufgrund ihrer sehr guten Englischkenntnisse konnte sie bei einem Halbleiterhersteller beruflich neu durchstarten. Hier war sie erst im technischen Prozessbetrieb tätig und absolvierte eine interne Ausbildung zur Systemelektronikerin. Als Fachkraft arbeitete sie dann zunächst den Ingenieuren aus der Chipentwicklung zu.

Mit wachsender Berufserfahrung stieg jedoch auch die Motivation, verantwortungsvollere Aufgaben zu übernehmen. Von einem Kollegen erfuhr sie von der Weiterbildung zur Technikerin der Fachrichtung Informatik. „Für die Weiterbildung habe ich mich dann entschieden, weil sie gut zu meiner Stelle passte und ich zudem neues Know-how erwerben wollte“, sagt die 44-Jährige.

Datenbanken, Netzwerke, Rechnersysteme

Am Berufskolleg Alsdorf meldete sich Tatjana Gelevska für die vierjährige Teilzeit-Variante der Technikerschule an. Dadurch konnte sie weiterhin arbeiten und die anfallenden Fahrt- und Materialkosten bestreiten sowie ihren Lebensunterhalt finanzieren. „Zudem hatte ich so die Möglichkeit, mein neues Wissen wieder direkt in der betrieblichen Praxis einzusetzen.“ Der Unterricht fand dreimal pro Woche abends statt. An den Wochenenden lernte sie und bereitete ihre Projektarbeit vor. „Da ist Durchhaltevermögen und Ehrgeiz ganz wichtig. Auch muss man Abstriche im Privatleben machen."

Die angehende Technikerin lernte unter anderem, wie sich Software strukturiert entwickeln lässt und wie Steuerungssysteme programmiert werden. Zudem erwarb sie Kenntnisse rund um Datenbankanwendungen, Netzwerkdesign und Rechnersysteme. Auch Elektro- und Automatisierungstechnik standen auf dem Lehrplan. Und sie legte sich das Rüstzeug für zukünftige Führungsaufgaben zu: Kenntnisse in Arbeitsrecht, Personalplanung und Betriebswirtschaft. Im Schnitt stand pro Monat eine Klausur an. Am Ende des Kurses gab es eine umfangreiche Abschlussprüfung und eine Projektarbeit. Für Letztere entwickelte Tatjana Gelevska im Team den Webserver für eine Online-Singlebörse.

Schnittstelle zwischen IT und Kunden

Kurz bevor sie die Weiterbildung beendet hatte, schloss ihr damaliger Arbeitgeber den Standort, an dem sie beschäftigt war. Diese Gelegenheit nutzte die Technikerin für einen beruflichen Wechsel und arbeitete für eine gewisse Zeit als Netzwerk- und Systemadministratorin. Hier konnte sie direkt von ihrem Wissen aus der Techniker-Weiterbildung profitieren: Sie installierte und konfigurierte Soft- und Hardware, administrierte die Firmennetzwerke und war erste Ansprechpartnerin bei IT-Problemen.

Mittlerweile ist Tatjana Gelevska IT-Servicemanagerin bei der GCS German Card Switch GmbH. Als Managerin leitet und koordiniert sie Aufträge, die vor allem aus dem Finanzbereich kommen. Sie ist zum Beispiel für die Programmierung von Abrechnungsanwendungen für Banken verantwortlich. Bei ihren Projekten ist sie Schnittstelle zwischen der IT-Dienstleistung und dem Kunden. Sie beantwortet Fragen zu technischen Details oder gibt Änderungswünsche an die Programmierung weiter. Auch hier greift sie auf ihre Kenntnisse aus der Weiterbildung zurück. „Ohne die Techniker-Weiterbildung wäre ich nicht in der Position, in der ich heute arbeite.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/7845