Technikerin – Heizungs-, Lüftungs-, Klima­technik

Man sollte keine Scheu vor komplexen Computerprogrammen haben und Zeichenerfahrung mitbringen.

Geplantes Wohlfühlklima

Für die Heizung und Klimatisierung von großen Gebäudekomplexen braucht es ausgeklügelte Haustechnik. Die Technikerin Cindy Sommer (41) plant den Bau solcher Anlagen und behält dabei alle Arbeitsprozesse im Blick.

Cindy Sommer absolvierte eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin für Heizung, Lüftung und Klimatechnik; heute lautet die entsprechende Abschlussbezeichnung „Technische Systemplanerin der Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik“. „Während und nach meiner Ausbildung habe ich zunächst Erfahrung in einer ausführenden Firma gesammelt, bis ich quasi die Seite gewechselt und in einem Planungsbüro für Gebäudetechnik angefangen habe“, erzählt sie. Nach einiger Zeit kam der Wunsch auf, neue Aufgaben zu übernehmen. „Ich kam an den Punkt, an dem ich mehr Fachwissen brauchte, um beruflich weiterzukommen“, erinnert sich die heute 41-Jährige. Eine ihrer Kolleginnen hatte bereits den Abschluss zur staatlich geprüften Technikerin der Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik absolviert. Cindy Sommer fand die Weiterbildung interessant und meldete sich dafür an.

Lernen im Team

An der Staatlichen Technikerschule Berlin wurde die Qualifizierung in Voll- und Teilzeit angeboten: „Um finanziell unabhängig zu sein, habe ich über einen Zeitraum von vier Jahren den Teilzeitkurs besucht“, erzählt Cindy Sommer. An der staatlichen Fachschule fielen keine Lehrgangsgebühren an.

Die Lehrveranstaltungen fanden an zwei Abenden die Woche sowie zusätzlich jeden Samstag statt. Neben allgemeinen Fächern wie Mathematik, Englisch und Betriebliche Kommunikation wurden auch Chemie, Mechanik, Recht, Elektro- und Steuerungstechnik sowie Baukunde unterrichtet. Darüber hinaus erwarben die Teilnehmer tiefer gehende Kenntnisse zu Themen aus den Bereichen Sanitär, Lüftung und Heizung und erarbeiteten sich betriebswirtschaftliches Wissen. Um die Inhalte zu festigen, traf sich Cindy Sommer mit anderen Teilnehmern zum Lernen.

Abgeschlossen wurde die Weiterbildung durch mehrere schriftliche Prüfungen und Projektarbeiten, in denen die angehenden Techniker das Erlernte praktisch anwenden mussten: „Wir haben zu dritt Lüftungs- und Heizungskonzepte entworfen – von der Planung bis zur Dokumentation."

Planung bis Instandhaltung

Gleich nach ihrem Abschluss übernahm Cindy Sommer neue, verantwortungsvolle Aufgaben als Technikerin. Später wechselte sie zu ihrem heutigen Arbeitgeber, der BERLING Ingenieurgesellschaft mbH. „Zu unserem Portfolio gehören unter anderem große Hotelkomplexe und Gewerbegebäude, für die wir die gesamte Gebäudetechnik entwerfen und planen“, erläutert sie.

Mittels spezieller Software berechnet Cindy Sommer zunächst die Heiz- und Kühllast eines Gebäudes. Dann zeichnet sie in die dreidimensionalen Gebäudepläne die Leitungsstränge und die technischen Anlagen für Wärmeversorgung, Lüftung, Trink- und Schmutzwasser ein. Anhand der Konstruktionsunterlagen berechnet sie die benötigten Anlagenkomponenten für das Bauvorhaben. „Man sollte keine Scheu vor komplexen Computerprogrammen haben und Zeichenerfahrung mitbringen."

Ein wichtiges Thema bei der Planung der Gebäudetechnik ist die Kollisionsfreiheit – schließlich sollen sich Leitungsstränge und Technikelemente nicht in die Quere kommen. Da viele Gewerke zeitgleich an einem Gebäude planen, bedarf es schon bei der Planung einer engen Zusammenarbeit. „Wir arbeiten mit einer Planungsmethode, die sich ‚Building Information Modelling‘ nennt. Sie fördert die Vernetzung und den Informationsaustausch der verschiedenen Bereiche“, erläutert die Technikerin, die ihre fachlichen Kenntnisse beispielsweise durch Software-Weiterbildungen aktuell hält: „Das Lernen hört mit der Technikerschule nicht auf, wenn man im Beruf weiterkommen möchte.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5458