Technikerin – Glastechnik (Glas- und Fensterbau­technik)

Es hat mir sehr geholfen, dass wir Schüler uns in Gruppen zusammengetan haben.

Konstruktionen aus Glas

Jenny Bock (32) entwirft und realisiert unter anderem Glaslichterkonstruktionen für Industriegebäude. Der Weg in ihre heutige Position verlangte der vierfachen Mutter einiges ab, doch der Einsatz zahlte sich aus.

Während ihrer Ausbildung zur Glaserin erlebte Jenny Bock, wie Glastechniker einen großen Glaspavillon aufbauten. „Ich war schwer beeindruckt.“ Der Technikerberuf faszinierte sie. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung geriet aber zunächst der Gedanke an eine Weiterbildung in den Hintergrund. Sie konzentrierte sich auf ihre Familie, brachte vier Kinder zur Welt. „Dann aber traf ich einen ehemaligen Mitschüler, der gerade die Weiterbildung zum Techniker begonnen hatte – und war sofort wieder Feuer und Flamme dafür.“ Unbedingt wollte sie auch diesen Abschluss erwerben und wieder ins Berufsleben einsteigen.

Gut organisiert ans Ziel

Um ihr Ziel zu erreichen, waren einige Abläufe neu zu organisieren. Jemand musste sich in der Zeit der Weiterbildung um die Kinder kümmern, denn zum täglichen Pendeln war die Glastechnikerschule in Vilshofen an der Donau zu weit weg. Ihre Familie unterstützte sie. Ihr Mann änderte seinen Dienstplan, soweit es möglich war, und betreute zusammen mit der Großmutter und den Paten die Kinder. „Nun war ich zwei Jahre lang die Wochenendmama“, blickt Jenny Bock zurück. Kursgebühren fielen an der staatlichen Schule nicht an; die Kosten für Unterbringung und Fahrten – insgesamt rund 400 Euro im Monat – bezahlte sie privat.

Insgesamt waren die Inhalte aus 17 Fächern zu bewältigen, unter anderem Statik und Glasbautechnik, aber auch Metall-, Kunststoff- und Holztechnik – denn diese Werkstoffe kommen im Glasbau ebenso zum Einsatz. Auch Betriebswirtschaftslehre, Recht, Business-Englisch und EDV-Kenntnisse standen auf dem Lehrplan. Wieder auf der Schulbank zu sitzen, war zunächst gewöhnungsbedürftig: „Hier hat es mir sehr geholfen, dass wir Schüler uns in Gruppen zusammengetan haben. Außerdem habe ich mich auf jede Schulstunde vorbereitet, um am Ball zu bleiben.“ Hilfreich waren zudem die Praxisbezüge. „Wir haben etwa einen eigenen Messestand organisiert und den Waldglasweg in Glashütten bei Frankfurt zusammen mit einer Künstlerin geplant und realisiert“. Dass ihre Mutter nun auch wieder den Unterricht besuchte, hatte einen positiven Effekt auf den Nachwuchs: „Am Telefon haben wir uns gegenseitig von unseren Noten berichtet, schließlich war ich nun auch wieder Schülerin“, sagt sie. „Das hat meine Kinder ganz schön motiviert.“

Verantwortung als Technikerin

Mit dem Techniker-Abschluss in der Tasche verbrachte Jenny Bock die wohlverdienten Sommerferien zu Hause, bevor sie schließlich ihre neue Arbeitsstelle antrat. Heute arbeitet die 32-Jährige als Konstrukteurin und Glasbautechnikerin im Lichtkuppelzentrum der Jet-Gruppe Nürnberg, wo unter anderem auch Lichtbänder für die Industrie hergestellt werden.

An ihrem großen Schreibtisch im Büro, das sie sich mit zwei Kollegen teilt, entwirft Jenny Bock mit CAD-Software verschiedene Glasbaukonstruktionen. Dabei berücksichtigt sie Aspekte wie Wärmedämmung, Schutz vor Feuchtigkeit und mögliche Schneelasten. Auch an der Realisierung der erstellten Entwürfe wirkt sie mit. Eine ausgeprägte räumliche Vorstellungskraft und Organisationstalent sind für ihren Beruf unerlässlich. Immer wieder tauscht sie die Bürokleidung gegen Arbeitshose, Helm und Sicherheitsschuhe, um bei Besuchen auf den Baustellen etwa das Aufmaß mit den Monteuren zu besprechen. Für die Zukunft hat Jenny Bock noch große Pläne. „Eine Projektleitung würde mir gut gefallen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5986