Technikerin – Feinwerk­technik

Dank der Weiterbildung weiß ich, wie die Fertigungsplanung funktioniert.

Nahe am Werkzeug

Ihr geht es um die Qualität: Carina Bäurle (29) kümmert sich bei einem Werkzeughersteller um Reklamationen und arbeitet an der Verbesserung der Produktionsabläufe. Mit einer Weiterbildung ebnete sie sich den Weg in ihre heutige Tätigkeit.

Von der Konstruktion in die Qualitätssicherung: Eine Weiterbildung hat das für Carina Bäurle möglich gemacht. Die Technische Zeichnerin – ein entsprechender Abschluss ist heute etwa „Technische Systemplanerin“ – erfuhr durch Bekannte von der Weiterbildung zur Technikerin der Fachrichtung Feinwerktechnik. „Das klang total interessant, und ich wollte sowieso noch mehr lernen“, sagt die 29-Jährige. Um die Weiterbildung in Vollzeit machen zu können, nahm sie das Risiko auf sich und kündigte ihre Arbeitsstelle. Sie hatte zwar nachgefragt, ob sie im Anschluss wieder eingestellt werden würde. „Doch mein Vorgesetzter konnte mir nichts garantieren.“ Sie meldete sich an der Staatlichen Feintechnikschule Villingen-Schwenningen an.

Abschlussarbeit im Betrieb

Die Weiterbildung dauerte zwei Jahre, Gebühren fielen keine an. Um für Lebenshaltungskosten, Bücher- und Fahrtgeld aufkommen zu können, beantragte Carina Bäurle Meister-BAföG und nahm einen Nebenjob an. Im Unterricht beschäftigte sie sich mit Inhalten aus Elektronik, Steuerungs- und Regelungstechnik. In anderen Bereichen wie etwa der Konstruktion konnte sie auf Wissen aus ihrer Ausbildung aufbauen: „Zeichnen etwa fiel mir leicht, aber dann darauf aufbauend dreidimensionale Kräfte oder Lebensdauer zu berechnen war neu für mich.“ Außerdem befasste sie sich mit Werkstoffkunde, Fertigungstechnik, betrieblicher Kommunikation und technischem Englisch.

Im zweiten Jahr waren die Teilnehmer einen Tag pro Woche freigestellt, um für ihre Abschlussarbeit ein Projekt in einem Unternehmen durchzuführen. Carina Bäurle plante und konstruierte einen Prüfstand. „Die Arbeit mussten wir dokumentieren und am Ende eine Präsentation halten.“ Das zählte zur Abschlussprüfung – zusätzlich zu fünf schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. „Ich habe lieber jeden Tag ein, zwei Stunden gelernt, anstatt am Ende vor einem riesigen Berg zu stehen“, sagt Carina Bäurle.

Testen, analysieren, verändern

Im Anschluss bekam sie eine Stelle bei der Wiha Werkzeuge GmbH, wo sie schon ihre Abschlussarbeit geschrieben hatte. Sie betreut das Qualitätsmanagement und ist unter anderem für Reklamationen zuständig. Gibt ein Kunde Schraubendreher, Zange oder Stiftschlüssel zurück, geht sie auf Ursachenforschung. War das Material die Ursache? Liegt ein Fehler in der Produktion vor? Oder hat der Kunde das Werkzeug falsch benutzt? „Zusammen mit dem Prüflabor teste ich das aus, untersuche das Bruchbild oder das Gefüge, bis ich den Fehler gefunden habe.“ Dann geht ein Bericht an den Kunden – und Carina Bäurle sorgt im Betrieb gegebenenfalls dafür, dass der Fehler behoben wird.

Die Kenntnisse aus der Weiterbildung sind für ihre heutige Tätigkeit sehr wichtig – etwa wenn sie beurteilen muss, wie ein reklamiertes Werkzeug belastet wurde: „Das sehe ich, weil ich weiß, wie Druck, Korrosion und Zug auf das Material wirken.“ Neben ihren Aufgaben in der Reklamation kümmert sie sich auch um die Verbesserung der Produktionsabläufe: „Dank der Weiterbildung weiß ich, wie die Fertigungsplanung funktioniert und wo es Sinn macht, etwas zu ändern.“ Die entsprechenden Ansätze bespricht sie mit den Verantwortlichen der jeweiligen Abteilungen und tüftelt an der Umsetzung der Maßnahmen.

Derzeit bildet sich die Technikerin zusätzlich zur internen Auditorin weiter. „Unser Betrieb ist nach einer ISO-Norm zertifiziert. Als interner Auditor prüfe ich die Abteilungen und stelle sicher, dass wir alle Voraussetzungen dafür erfüllen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5444