Technikerin – Bergbau­technik

Das spannende war, die Produktion im Gesamtzusammenhang zu sehen.

Technikerin auf Schicht

Als staatlich geprüfte Technikerin der Fachrichtung Bergbautechnik gehört Kristina Reuter (27) zu den Spezialisten rund um den Abbau und die Verarbeitung von Kalisalz. Sie koordiniert die übertägigen Herstellprozesse bis hin zum fertigen Produkt.

Naturwissenschaften waren schon immer ein Steckenpferd von Kristina Reuter. „Chemie zum Beispiel war mein Lieblingsfach“, sagt die 27-Jährige, die sich nach ihrem Schulabschluss für eine Ausbildung zur Chemielaborantin entschied. Bei ihrem Ausbildungsbetrieb und heutigem Arbeitgeber, der K+S KALI GmbH am Standort Wintershall bei Kassel, war sie im dortigen Labor für die Analytik zuständig. Das Material kam aus den Verarbeitungsanlagen, in der aus dem abgebauten Gestein hochwertiges Kalisalz gewonnen wird. Die regelmäßigen Qualitätstests fielen in ihren Verantwortungsbereich als Laborantin.

Nach der Ausbildung arbeitete sie zunächst als Fachkraft im Produktionsbetrieb. Auch hier war das Können der Chemielaborantin gefragt, die beispielsweise Proben aus der laufenden Produktion entnahm und für die Kollegen im Labor vorbereitete. „Was aber neu für mich war und mir mit der Zeit immer mehr gefallen hat, war die Arbeit an der Produktionsanlage selbst. Hier habe ich zudem neue Chancen für mich gesehen, etwa als Schichtleiterin“, erzählt Kristina Reuter, die sich deshalb für eine Weiterbildung zur Technikerin entschied.

Wissen über Berg und Technik

Die zweijährige Weiterbildung an der Fachschule für Wirtschaft und Technik in Clausthal absolvierte Kristina Reuter in Vollzeit. Für die Dauer des Lehrgangs wurde sie von ihrem Arbeitgeber freigestellt und finanziell unterstützt. Neben der Chemielaborantin belegten auch andere Kollegen aus Wintershall den Kurs, unter ihnen zum Beispiel ausgebildete Chemikanten.

Die Weiterbildung selbst bestand aus theoretischem Unterricht und Praxistagen. Die Seminare wurden von verschiedenen Dozenten betreut und behandelten unter anderem die technischen Hintergründe der Salzaufbereitung. „Das Spannende war, die Produktion, die ich ja bereits kannte, im Gesamtzusammenhang zu sehen – also von der Gewinnung im Bergbau bis zum Verkauf.“ Ihr Wissen zeigten die Teilnehmer in mehreren Klausuren und einer Abschlussarbeit. Kristina Reuter befasste sich dabei mit den Herstellprozessen für hochreines Salz. „Was mir dabei viel gebracht hat, waren zum Beispiel die Gespräche mit den Kollegen aus dem Werk, die mir hier eine Menge Impulse geben konnten.“

Arbeit über Tage

Die Abstimmung mit den Fachleuten aus der Produktion ist heute wichtiger Bestandteil des Arbeitstags der Technikerin: „Derzeit bin ich Schicht führende Aufsicht.“ Als solche ist sie für den Maschinen- und Mitarbeitereinsatz verantwortlich. Sie erstellt zum Beispiel die Einsatzpläne und dokumentiert am PC die Auslastung und die Effizienz der Anlagen. Sie koordiniert zudem Reparaturen und die regelmäßigen Wartungsarbeiten – die Stillstandzeiten der Anlagen sollen sich so wenig wie möglich auf die Produktion auswirken. Zudem arbeitet sie eng mit ihren Kollegen im Labor und aus dem Abwassermanagement zusammen.

Kristina Reuter will ihre Karriere im Bergbau weiterführen und zunächst weitere Berufserfahrung rund um Personalführung und Prozessverantwortung sammeln. Das ist die Grundlage, um einen weiteren Karriereschritt zu tun. „Dann kann ich nämlich in ein paar Jahren die sogenannte Oberklasse absolvieren und anschließend als Ingenieurin weiter aufsteigen“, sagt sie.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5727