Technikerin – Bekleidungs­technik (Bekleidungs­gestaltung)

Wir arbeiten eng mit dem Vertrieb zusammen.

Ganz schön widerstandsfähig

Ob robuste Hosen für Handwerker oder Warnschutzkleidung: Nicole Kiefer (44) koordiniert die Gestaltung und Produktion von Kleidungsstücken, die besonderen Anforderungen genügen müssen.

Zu Beginn ihres beruflichen Werdegangs absolvierte Nicole Kiefer eine Ausbildung zur Herrenschneiderin. Auf dem Wissen aus ihrer Berufsausbildung wollte sie in der Folge aufbauen und sich weiterqualifizieren: „Für den Techniker-Lehrgang habe ich mich schließlich entschieden, weil mir das praxisorientierte System sehr gefiel.“

Sie besuchte die Fachschule für Bekleidung und Mode in Frankfurt am Main, die Qualifizierung dauerte zwei Jahre. „Um an dem Vollzeitunterricht teilnehmen zu können, hatte ich mich bereits vorab mit meinem damaligen Arbeitgeber auf ein befristetes Arbeitsverhältnis verständigt.“

Der Weg in eine höhere Position

Die Inhalte der Weiterbildung bezogen sich vor allem auf das Thema Schnittentwicklung sowie die Bereiche Marketing und Produktmanagement. „Außerdem nutzte ich die Möglichkeit, den REFA-Schein für Arbeitsorganisation und die Ausbildereignung zu machen“, sagt Nicole Kiefer. Diese zusätzlichen Kurse finanzierte sie selbst; für den Techniker-Lehrgang an sich fielen keine Kursgebühren an. Den Lebensunterhalt sicherte sie über Meister-BAföG, mit dem Lernaufwand kam sie gut zurecht. „Ich konnte mich ja ganz auf das Lernen konzentrieren.“

Nach ihrem Abschluss änderte sich dann einiges. „Ich bewarb mich für Positionen im Bereich Schnittentwicklung, Produktentwicklung oder Qualitätsmanagement, die vorher für mich als Gesellin nie infrage gekommen wären.“ Schließlich fand sie eine Stelle in ihrem favorisierten Bereich: in der Gestaltung von Berufsbekleidung. Nicole Kiefer ist heute bei der MEWA Textil-Service AG & Co. Management OHG in Wiesbaden tätig. Als Leiterin Produktentwicklung koordiniert sie Projekte rund um Berufskleidung sowie Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und strukturiert die Arbeitsabläufe. „Wir entwickeln unsere Kollektion entsprechend spezieller Kundenanfragen weiter und arbeiten auch an Kollektionen, die für viele Kunden interessant sein könnten.“ Sie führt dabei ein Team aus Fachkräften und ist auch in die Gestaltung involviert – Aufgaben, die strukturiertes Denken ebenso erfordern wie Kommunikationsstärke und Kreativität. Die Anforderungen der verschiedenen Kunden und Berufsgruppen hat die Bekleidungstechnikerin immer im Blick: „Berufskleidung für das Handwerk benötigt zum Beispiel aufgrund der Werkzeuge deutlich mehr Taschen und festere Gewebe an den Knien.“ Bei der Entwicklung von Warnschutzkleidung oder Kleidung zum Schutz vor Hitze wiederum sind ganz andere Dinge zu beachten. „Dafür benötigen wir eine Gefährdungsanalyse des konkreten Arbeitsplatzes. Außerdem sind diverse Zertifizierungen und Normen zu erfüllen.“

Technische Zeichnungen und Briefings

Damit die Kleidung von den externen Konfektionsbetrieben exakt gefertigt werden kann, erstellt Nicole Kiefer zusammen mit den Kollegen mittels Software technische Zeichnungen, trägt gewünschte Modifikationen ein und verfasst ein ausführliches Briefing: Die Zertifizierung der Kollektionen mit dem eigenen Produktmanagementsystem gehört ebenso zu ihren Aufgaben. Und wenn die Kleidungsstücke bei den Konfektionären gemustert werden, ist sie vor Ort. „Wir fahren auch regelmäßig zu Fachmessen und arbeiten eng mit unserem Vertrieb zusammen, von dem wir Input zu den Anforderungen des Marktes bekommen“, sagt sie.

Das Thema PSA ist für Nicole Kiefer beruflich eine besondere Bereicherung: „Es ist so ein spannendes Feld mit vielen Möglichkeiten. Daher besuchen wir dazu auch regelmäßig interne Schulungen und Seminare bei den Zertifizierungsstellen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5934