Technikerin – Bautechnik (Hochbau)

Es war eine abwechslungsreiche Weiterbildung auf hohem Niveau.

Eine Frage der Planung

Martina von Holt (24) arbeitet als Technikerin der Fachrichtung Hochbau an den Planungen für große Industriebauten. Seit ihrer Weiterbildung trägt sie mehr Verantwortung – über die Erstellung von Bauzeichnungen hinaus.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Bauzeichnerin wollte sich Martina von Holt weiterqualifizieren. Studieren wollte sie nicht, ihre Wahl fiel stattdessen auf die Weiterbildung zur staatlich geprüften Technikerin der Fachrichtung Bautechnik.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren besuchte sie jeweils vormittags die Vorbereitungskurse auf die Prüfung und fuhr im Anschluss zu ihrem Ausbildungsbetrieb, wo sie drei bis vier Stunden als Bauzeichnerin arbeitete. „So konnte ich mir etwas dazuverdienen“, erzählt sie. Da sie in dieser Zeit noch bei ihren Eltern wohnte, sparte sie sich die Unterbringungskosten im Internat der Schule. Die Weiterbildung selbst ist kostenlos, lediglich rund 700 Euro für das Lernmaterial müssen die Teilnehmer aufbringen – dazu kommen noch die Kosten für Anfahrt und Lebensunterhalt. „Ich bin durch meinen Nebenjob gut über die Runden gekommen“, erzählt Martina von Holt. Unter den übrigen etwa 20 Teilnehmern der Weiterbildung bezogen einige auch Meister-BAföG.

Weiterbildung auf hohem Niveau

Die angehenden Techniker/innen hatten Unterricht in Grundlagenfächern wie Deutsch, Englisch und Mathematik, sie beschäftigten sich mit CAD, Entwurfslehre, Baurecht und Rechnungswesen. Dazu kamen spezifische Fächer wie Statik, Baubetrieb und Konstruktion für den Hochbau sowie Baustofftechnologie. „Es war eine abwechslungsreiche Weiterbildung auf hohem Niveau“, sagt Martina von Holt. Als Projektarbeit plante die Technikerin ein komplettes Gebäude. „Wir haben uns einen echten Bauherrn mit einem Bauvorhaben gesucht und dann als Übung einen Bauplan bis zum Bauantrag für ihn erstellt."

Die Abschlussprüfung bestand aus einem schriftlichen und mündlichen Teil. „Die letzte Zeit vor der Prüfung habe ich mir Urlaub genommen und bin sehr oft mit meinen Mitschülern in der Schule geblieben, um gemeinsam zu lernen“, erzählt die 24-Jährige.

In die Planung eingebunden

Nachdem sie die Prüfung erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete Martina von Holt zunächst in ihrem Ausbildungsbetrieb weiter – nun aber als Technikerin. „Ich war dadurch nicht mehr nur für das reine Zeichnen zuständig, sondern wurde Schritt für Schritt auch mit der Planung betraut“, erzählt sie. „Dazu gehört es zum Beispiel, Bauvorhaben nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen durchzuplanen und Bauanträge einzureichen.“ Vor jedem Bauvorhaben muss sie die amtlichen Lagepläne anfordern und außerdem die Flächen und Rauminhalte des zu erstellenden Gebäudes berechnen; diese Daten fließen dann in den Bauantrag ein.

Seit Anfang des Jahres arbeitet Martina von Holt nun bei der Mohrmann Bau GmbH in Alfstedt. „Wir fertigen schlüssel-fertige Gebäude in verschiedenen Bauweisen. Neben Hallen für die gewerbliche und landwirtschaftliche Nutzung sind das auch Freizeit-, Sport- und Schwimmhallen“, erläutert die Technikerin. Martina von Holt erstellt nicht nur die entsprechenden Bauzeichnungen, Genehmigungs- und Ausführungspläne, sondern auch detaillierte Werkpläne. „Dazu nehme ich zum Beispiel 3-D-Zeichnungen als Vorlage und fertige davon zweidimensionale Zeichnungen einzelner Bauteile an – etwa von einer Stahltreppe“, erklärt sie. „Die Zeichnungen werden dann als Werkpläne für die Produktion genutzt.“ Momentan arbeitet sie sich noch in ihrer neuen Position ein – bald wird sie aber auch tiefer in die Planung einsteigen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5654