Technikerin – Bautechnik

Der Straßenbau ist eine Männerdomäne, in der man als Frau eine Extraportion Durchsetzungsvermögen braucht.

Mit Vollgas zum Techniker

Wird im Raum Amberg-Sulzbach eine Straße erneuert, ist zumeist Annette Schöpf (21) daran beteiligt. Sie prüft Baupläne, teilt Personal ein und überwacht die Bauarbeiten. Eine Weiterbildung hat sie auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Was eine Frau im Straßenbau an den Tag legen muss, weiß Annette Schöpf genau: „Der Straßenbau ist eine Männerdomäne, in der man als Frau eine Extraportion Durchsetzungsvermögen braucht“, sagt sie. Und das legte die heute 21-Jährige schon während ihrer Ausbildung zur Straßenwärterin an den Tag.

Über ein Förderangebot des Staatlichen Bauamtes erfuhr sie noch während der Ausbildung von der Möglichkeit, sich zur Technikerin der Fachrichtung Bautechnik weiterzubilden. Annette Schöpf bewarb sich für das Stipendium und hatte Erfolg: „Mir wurde die zweijährige Vollzeitweiterbildung bei voller Lohnfortzahlung finanziert“, sagt die 21-Jährige. Sie entschied sich, die Weiterbildung an den Eckert Schulen zu absolvieren, und zog dafür von ihrem Heimatort ins rund 60 Kilometer entfernte Regenstauf: „Das hatte den Vorteil, dass man abends mit den Mitschülern gelernt hat und sich so auf die Prüfungen vorbereiten konnte."

Projektarbeit im Team

Unter den 20 Teilnehmern war Annette Schöpf die einzige Straßenwärterin: „Die meisten meiner Mitschüler waren Bauzeichner oder hatten andere Bauberufe. Ich war mit meiner Berufserfahrung in einer Straßenmeisterei die Ausnahme“, erzählt sie. Voraussetzung für die Weiterbildung war eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Bauberuf sowie eine mindestens einjährige Berufserfahrung.

Täglich von 8 bis 16 beziehungsweise 18 Uhr besuchte Annette Schöpf den Unterricht und setzte sich mit Bauplanung und -betrieb, Vertrags- und Baurecht, Baukonstruktion und Statik, Vermessung und Baustoffkunde auseinander. Auch Fächer wie Mathematik, Englisch und Wirtschaft standen auf dem Stundenplan: „Für mich war viel Neues dabei, da ich aus dem Bereich Straßenbau und -instandhaltung kam. Da musste ich viel lernen, was meinen Horizont aber auch erheblich erweitert hat."

Zum Abschluss musste sie mehrere Prüfungen bestehen – und ihr Wissen in praktischer Hinsicht unter Beweis stellen: „Am Ende stand eine große Projektarbeit, in der das ganze Spektrum des Erlernten praktisch angewendet wurde“, erinnert sich Annette Schöpf. „Zusammen mit drei Mitschülern haben wir ein komplettes Bauvorhaben von der Planung bis zum Stellen der Anträge beim Bauamt durchgeführt. Alles in allem hat das an die 400 Arbeitsstunden gekostet."

Von den Bauplänen bis zum Personaleinsatz

Gleich nach ihrem Abschluss wechselte Annette Schöpf in einen neuen Tätigkeitsbereich beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. Durch die Weiterbildung haben sich ihre Aufgaben deutlich verändert: „Im Gegensatz zu meiner Arbeit in der Straßenmeisterei, die mich hauptsächlich nach draußen auf die Autobahn und Straße geführt hat, sitze ich nun im Innendienst im Büro und blicke hinter die Kulissen“, sagt sie. Werden Straßen erneuert oder erweitert oder kommt es zum Bau oder Umbau einer Brücke, überprüft sie die Baupläne, erstellt Aufträge und verwaltet die Kosten. Sie fährt regelmäßig auf Baustellen und kontrolliert die Bauarbeiten. Außerdem fällt die Personalplanung in ihr Aufgabengebiet.

Erst einmal möchte sie nun weitere Erfahrung in ihrem jetzigen Aufgabenbereich sammeln. Das Thema „Weiterbildung“ ist für sie aber nach wie vor wichtig. So plant sie etwa, die Qualifizierung zur Straßenmeisterin zu absolvieren. Danach könnte sie zum Beispiel eine Straßenmeisterei leiten.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5621