Techniker – Umweltschutz­technik (Wasserver- und -entsorgung)

Ich wusste, dass mein Wissen gebraucht und mein Engagement anerkannt wird.

Der Brunnenwächter

Sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr braucht es dafür Fachkräfte wie Jan Loth (37). Unter anderem koordiniert er bei einem städtischen Wasserversorger die Kontrolle der Brunnen. In seine heutige Position kam er über eine Weiterbildung.

Das Berliner Trinkwasser stammt aus Grundwasservorkommen, die sich in mehr als 10.000 Jahre alten Tiefenschichten gebildet haben – ein wertvoller Wasservorrat, bei dem man ohne Zusatz von Desinfektionsmitteln auskommt: „Für eine Stadt in dieser Größenordnung ist das außergewöhnlich“, erklärt Jan Loth, der als Umweltschutztechniker im Wasserwerk Friedrichshagen arbeitet. Es ist eines von drei Schwerpunktwerken der Berliner Wasserbetriebe, die die Werke im östlichen Teil der Stadt steuern.

Der heute 37-Jährige absolvierte bereits seine Ausbildung zum Ver- und Entsorger (heute: Fachkraft für Wasserversorgungstechnik) bei den Berliner Wasserbetrieben. Als Facharbeiter war er überwiegend an den Anlagen tätig: „Das war irgendwann Routine, und ich wollte einfach etwas Neues dazulernen. Mein Vorgesetzter schlug die Technikerweiterbildung vor.“ Da die technischen Systeme immer komplexer würden, sei bei den Wasserbetrieben ein Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräften gegeben.

Positiver Stress

Die Weiterbildung an der staatlichen Technikerschule in Berlin verlief nebenberuflich in Form von Abend- und Wochenendunterricht, Gebühren fielen keine an. Über einen Zeitraum von vier Jahren besuchte er an den Samstagen sowie zweimal pro Woche nach der Arbeit den Unterricht: „Das waren zwar lange Tage, aber wenn überhaupt, dann war das positiver Stress. Die Dozenten, die ja aus der Praxis kommen, haben das Wissen anwendungsnah vermittelt, und mir hat das Lernen Spaß gemacht.“ Die Unterstützung seines Arbeitgebers motivierte ihn zusätzlich: „Ich wusste, dass mein Wissen gebraucht und dass mein Engagement anerkannt wird."

Die Unterrichtsinhalte reichten von den Grundlagen in Bereichen wie Mathe, Chemie, Thermodynamik, technischem Englisch und Kommunikation bis zu fachspezifischen Themenkomplexen – etwa Wasserwirtschafts- und Verfahrenstechnik, Kreislaufwirtschaft sowie Apparate- und Anlagentechnik. Die Vielseitigkeit der Technikerweiterbildung zeigte sich laut Jan Loth auch an den unterschiedlichen Aufgaben, die zu meistern waren – von der Laborarbeit über die Erstellung von Präsentationen bis zur Berechnung der Materialgüte von Kesseln und Rohren.

An der Schnittstelle

Vor dem Abschluss arbeitete er zunächst als Meisterassistent, schließlich übernahm er eine Techniker-Stelle. Acht Mitarbeiter gehören zu seinem Team, gemeinsam sind sie für 200 Brunnen verantwortlich. Die Brunnen liegen in landschaftlich ansprechenden Wasserschutzgebieten: „Da, wo ich arbeite, kann man auch Urlaub machen.“

Der Umweltschutztechniker koordiniert die Einsätze des Teams und ist zudem in Arbeitsgruppen aktiv, in denen es um die Verbesserung der Anlagen geht. Er berät bei Bauprojekten Bauleiter in wassertechnischen und praxisbezogenen Fragen: „Das ist eine Schnittstellenfunktion.“ Den Großteil seiner Arbeitszeit verbringt er im Büro mit Organisationsaufgaben oder etwa Absprachen mit Naturschutzbehörden. Zum Teil ist er aber auch vor Ort im Wasserschutzgebiet unterwegs. Mit Messgeräten, Schreibblock und Plänen unterm Arm dokumentiert er den Zustand der Brunnen und verwendet dabei je nach Bedarf auch einen Fotoapparat.

Mit seiner heutigen Position ist Jan Loth sehr zufrieden, nicht nur mit Blick auf sein Gehalt, sondern auch aufgrund der vielseitigen Aufgaben. „Ohne die Technikerweiterbildung könnte ich diese Aufgaben nicht meistern“, sagt er.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6056