Techniker – Textiltechnik (Maschen­technik)

Ich wollte technische Herausforderungen bewältigen und auch Führungsaufgaben übernehmen.

Vom Muster bis zur Serienreife

Benjamin Ott (30) wünschte sich mehr Verantwortung. Die hat er nun: Seit seiner Weiterbildung zum Textiltechniker wirkt er an der Entwicklung und Optimierung von Textilprodukten mit.

Nach seiner Ausbildung zum Textilmechaniker arbeitete Benjamin Ott zunächst als Schichtführer in seinem damaligen Betrieb. Dann kam der Punkt, an dem er mehr wollte: „Ich wollte technische Herausforderungen bewältigen und auch Führungsaufgaben übernehmen“, erzählt der 30-Jährige. Also entschied er sich für die Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Textiltechnik mit dem Schwerpunkt Maschentechnik an der Textilfachschule in Münchberg. „Maschentechnik hatte mich schon während der Ausbildung besonders interessiert“, sagt er.

Stricken an Maschinen

Um die Vollzeit-Weiterbildung absolvieren zu können, kündigte Benjamin Ott sein bisheriges Arbeitsverhältnis. Kursgebühren fielen für den Lehrgang an der staatlichen Technikerschule nicht an. „Wohnen konnte ich weiterhin bei meinen Eltern, da die Anfahrt nach Münchberg nicht weit war, und den Lebensunterhalt habe ich mit Ersparnissen gedeckt.“ Zu den branchenspezifischen Fächern gehörten Qualitätsmanagement, Technisches Zeichnen, Textilprüfung, Textilanalyse, Maschinenkunde, textile Verfahrenstechnik, Faserstofflehre und Warenkunde. Dazu kamen allgemeine Fächer wie Physik, Chemie, Fachenglisch und Mathematik, außerdem Betriebswirtschaft einschließlich Kostenrechnung, Datenverarbeitung, Betriebspsychologie sowie Arbeitssicherheit und Umweltschutz.

Weil Maschentechnik sein fachlicher Schwerpunkt war, beschäftigte sich Benjamin Ott in den praktischen Unterrichtseinheiten mit der Mustererstellung an Maschinen und mit Maschinenreparaturen. Im Theorieteil lernte er auch andere Bereiche der industriellen Textilherstellung kennen – etwa Weberei-, Veredelungs-, Vliesstoff- und Prüftechnik. Regelmäßig wiederholte er den Stoff. „Bei speziellen Themen haben wir Schüler uns auch mal zusammengesetzt und gemeinsam gelernt“, sagt er.

Neue Produkte

Nach dem Abschluss fand er eine Anstellung bei seinem heutigen Arbeitgeber, der Ofa Bamberg GmbH, als Techniker in der Produktentwicklung. Hier ist er an der Entwicklung medizinischer Kompressionsstrümpfe beteiligt, die Ärzte bei Gefäßerkrankungen verordnen. „Ich habe hier anspruchsvollere Aufgaben als früher, arbeite eigenverantwortlich, organisiere und steuere Abläufe“, erzählt er. Im Zweierteam mit seinem Vorgesetzten, dem Entwicklungsleiter, ist er für die Optimierung und Neuentwicklung der Kompressionsstrümpfe zuständig. Mal muss er die Länge der Strümpfe optimieren, mal die Optik, das Material oder andere Parameter. Benjamin Ott prüft dann, was sich in welcher Zeit technisch umsetzen lässt. Am PC erstellt er mit einer speziellen Software Muster, stellt Berechnungen an und entwickelt so eine Lösung. Die wird dann an den Maschinen umgesetzt. Kaufmännisches und vorausschauendes Denken ist für seine Aufgaben unabdingbar. „Die Lösungen dürfen nicht zu kompliziert oder kostenintensiv ausfallen – schließlich wollen wir das Produkt ja in Serie produzieren.“

Mit seinem Aufgabenbereich ist er zufrieden: „Die Optimierung von Produkten ist ein ständiger Prozess. So bleibt die Arbeit immer spannend und bietet täglich eine neue Herausforderung“, sagt er. „Langfristig könnte ich mir auch noch Aufgaben in der Mitarbeiterführung vorstellen.“ Darauf vorbereitet ist er unter anderem aufgrund der Kenntnisse, die er sich in der Techniker-Qualifizierung angeeignet hat.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5943