Techniker – Schuhtechnik (Modell­gestaltung)

Wir sind oft in den Auslandswerken unterwegs.

Auf flotten Sohlen

Jonas Zarate (35) wollte Schuhkollektionen designen. Deshalb absolvierte er eine Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Schuhtechnik. Mittlerweile entwirft er Prototypen und sorgt für deren technische Umsetzung.

Den beruflichen Weg findet man manchmal, indem man sich in seinem Bekanntenkreis umsieht. So war es zumindest bei Jonas Zarate: „Ein Bekannter von mir ist Schuhtechniker. Dieser Beruf hat mir so gut gefallen, dass ich ihn auch unbedingt ausüben wollte“, sagt er.

Um sich zum Techniker der Fachrichtung Schuhtechnik weiterzubilden, muss man jedoch zunächst eine branchenrelevante Ausbildung absolvieren. Jonas Zarate entschied sich für die Ausbildung zum Schuhfertiger. Anschließend arbeitete er über einen Zeitraum von einem Jahr in der Modellabteilung seines Arbeitgebers. In dieser Zeit übte er sich unter anderem im Umgang mit der fachspezifischen Software. Bereits bei seiner Anstellung signalisierte er seinen Vorgesetzten bei der Lloyd Shoes GmbH, dass er sich weiterbilden wollte. Diese unterstützten seinen Wunsch.

Von Betriebsorganisation bis Modellentwicklung

Für die zweijährige Vollzeitweiterbildung musste Jonas Zarate nach Süddeutschland ziehen. Seinen Lebensunterhalt in dieser Zeit finanzierte er über private Rücklagen. Die Qualifizierung selbst war kostenlos, es fielen lediglich Materialkosten an. Zudem mussten die Teilnehmer die Kosten für den sogenannten REFA-Schein tragen, mit dem die vorhandenen Kenntnisse rund um die Arbeitsgestaltung und Betriebsorganisation zertifiziert werden. Der Erwerb dieses Scheins war fester Bestandteil des Lehrgangs. Auf dem Lehrplan standen Materialkunde, Gerbereitechnik, Fertigungs- und Prüftechnik, Modellentwicklung und Kollektionsgestaltung. Den Teilnehmern wurden darüber hinaus Kenntnisse in computerunterstützter Konstruktion und Qualitätsmanagement vermittelt. Auch fachbezogenes Englisch und Informatik waren Inhalte der Qualifizierung. Immer wieder standen zudem kleinere Projektarbeiten an. Diese dienten dazu, die Teilnehmer auf das große Abschlussprojekt vorzubereiten, bei dem eine Kollektion entworfen, ausgearbeitet und gefertigt werden musste.

Die Weiterbildung sei für ihn die Basis für alle Tätigkeiten rund um die Produktentwicklung gewesen – von der Beurteilung der Machbarkeit über die Designerstellung bis hin zur Realisierung: „Es war eine Art Kickstart. Auf dieser Grundlage habe ich mir dann in der Praxis und in Fortbildungen noch weitere Fähigkeiten angeeignet“, sagt der heute 35-Jährige. Auch den Ausbildereignungsschein erwarb er, heute betreut er die Auszubildenden in seiner Abteilung.

Der kreative Kopf

Mittlerweile hat Jonas Zarate bei seinem Arbeitgeber neue Aufgaben übernommen: Er skizziert Schuhmodelle und kümmert sich um die Gestaltung von Sohlen, Schäften und Absätzen. Auch wählt er Farben sowie Materialien aus. „Während ich als Schuhfertiger die Ideen anderer technisch umgesetzt habe, bin ich jetzt als Techniker selbst der Kreative“, sagt er. Zudem verhandelt er mit Lieferanten und stimmt die Schuh-Prototypen mit Kollegen anderer Abteilungen ab. Auch Geschäftsreisen gehören zu seinem Job: „Wir sind oft in den Auslandswerken – etwa in Rumänien oder Indien – unterwegs und stehen in ständigem Kontakt mit internationalen Firmen.“ Die sichere Beherrschung der englischen Sprache sei daher Pflicht.

Jonas Zarate hat nach seiner Weiterbildung auch schon über ein Studium nachgedacht: „Einerseits wäre es toll, einen akademischen Abschluss zu haben. Andererseits gefällt mir meine Arbeit aber so gut, dass ich mich völlig darauf konzentrieren möchte“, ergänzt er. Er plant jedoch, seine Softwarekenntnisse im Bereich des 3-D-Designs über eine Fortbildung weiter zu vertiefen.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5938