Techniker – Kardio­technik

Wir hatten Blockunterricht und absolvierten dazwischen unsere Praktika.

Techniker fürs Herz

Christian Klüß (36) suchte eine neue berufliche Herausforderung. Durch die Weiterbildung zum Kardiotechniker konnte er in einen neuen Tätigkeitsbereich wechseln.

Nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger – heute lautet die Bezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger“ – arbeitete Christian Klüß zunächst auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Mit der Zeit kam dann der Wunsch auf, sich beruflich zu verändern. „Krankenpfleger ist nicht unbedingt ein altersfähiger Job, weil die Belastungen hoch sind“, erklärt der heute 36-Jährige. Als er sich über mögliche Weiterbildungen informierte, weckte vor allem die Qualifizierung zum Techniker der Fachrichtung Kardiotechnik sein Interesse.

Für diese Weiterbildung kann man natürlich auch mit einer Ausbildung im Bereich der Medizintechnik zugelassen werden, etwa als Assistent/in für medizinische Gerätetechnik oder Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in.

Physik, Chemie, Technik

Christian Klüß absolvierte die Weiterbildung an der Akademie für Kardiotechnik am Deutschen Herzzentrum Berlin. Der Lehrgang erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Der angehende Techniker reduzierte für die Dauer der Weiterbildung seine Arbeitszeit auf 30 Prozent und zog nach Berlin. „Wir hatten Blockunterricht und absolvierten dazwischen unsere Praktika. In den Schulferien hatten wir frei, sodass ich arbeiten und einige Überstunden ansammeln konnte“, erklärt er. Die Weiterbildungskosten belaufen sich derzeit auf 500 Euro im Monat. Neben seinem Gehalt bezog er Schüler-BAföG.

Pro Jahr fanden sieben Theorieblöcke statt. Im Unterricht vertieften die Teilnehmer ihre Kenntnisse in Physik, Chemie, Mathematik und Statistik sowie in Medizin und Kardiotechnik. Das Gelernte konnten sie in den mehrwöchigen Praxisblöcken anwenden.

Die Suche nach einer Arbeitsstelle nach dem Abschluss der Weiterbildung gestaltete sich zunächst nicht einfach: „Man muss bereit sein, für diesen Beruf umzuziehen“, erklärt er. Er selbst war in verschiedenen Städten tätig, bevor er seine heutige Anstellung am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen fand.

Teamfähigkeit und schnelle Reaktion

Die Hauptaufgabe des Kardiotechnikers ist die Durchführung sowie die Vor- und Nachbereitung der sogenannten extrakorporalen Zirkulation mithilfe einer Herz-Lungen-Maschine. Damit lassen sich während einer Operation die Pumpfunktion des Herzens und die Lungenfunktion ersetzen. An einem durchschnittlichen Arbeitstag bedient Christian Klüß die Maschinen bei zwei- bis drei Eingriffen; oft handelt es sich um Bypass- oder Klappenoperationen.

Vorbereitung ist in seinem Beruf das A und O. Er baut die benötigten Geräte auf, dann stellt er die Kanülen und anderes Einmalmaterial bereit. Im Anschluss geht es in den OP-Saal, wo der Chirurg mit der Operation beginnt und den Patienten an die Maschine anschließt. Der Techniker hat den Monitor im Blick, der unter anderem den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung anzeigt, um bei Bedarf schnell reagieren zu können. Eine gute Zusammenarbeit mit Operateur, Anästhesist und dem restlichen OP-Team ist für die Erfüllung seiner Aufgaben unerlässlich.

Auch außerhalb des OP-Saals hat er viel zu tun. Christian Klüß reinigt Maschinenteile oder tauscht sie aus. Außerdem begleitet er Krankentransporte mit mobiler Herz-Lungen-Maschine und schult das Pflegepersonal im Umgang mit den mobilen Geräten.

Mittlerweile arbeitet er nur mehr selten im Schichtdienst, hat aber für Notfälle oder Herztransplantationen außerhalb der normalen Dienstzeiten gelegentlich Rufbereitschaft.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6046