Techniker – Geologie­technik

Man lernt vieles über die Entstehung und Beschaffenheit der Erde und der Gesteine.

Mit Rammsonde und Brechstange

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Martin Buchholz (31) prüft, ob Straßen nach Vorschrift gebaut werden. Dafür nutzt der Geologietechniker verschiedene Messmethoden.

Wenn Martin Buchholz morgens zur Arbeit geht, weiß er oft nicht, wo er den Tag verbringen wird. Der 31-Jährige wird zu Baustellen in ganz Hannover geschickt, um beispielsweise Asphaltprobekörper aus einer Straße zu entnehmen. Der Geologietechniker arbeitet in der Qualitätssicherung des Fachbereichs Tiefbau bei der Stadt Hannover.

Ursprünglich hatte Martin Buchholz eine Ausbildung zum Chemielaboranten am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung absolviert. Wie es zum Wechsel in den Bereich Geologietechnik kam? „Als ich am Brandenburger Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe meinen Zivildienst absolvierte, habe ich meine Begeisterung für die Geologie entdeckt“, erzählt er. „Danach wollte ich das auch beruflich verfolgen.“

Geologie im Gebirge

Martin Buchholz informierte sich über Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Geologie und meldete sich in der Folge am Beruflichen Schulzentrum für Technik und Wirtschaft in Freiberg an. Zur Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Geologietechnik werden in der Regel Fachkräfte aus der chemischen, metallurgischen oder geologischen Industrie, aus dem Bergbau oder aus der Forst- und Landwirtschaft zugelassen. An der staatlichen Fachschule im Erzgebirge fielen für die zweijährige Vollzeitweiterbildung keine Gebühren an. Seinen Lebensunterhalt finanzierte er mittels Meister-BAföG (jetzt Aufstiegs-BAföG) und mit der Unterstützung seiner Eltern.

Im Rahmen der Weiterbildung besuchte er Kurse in den Bereichen Hydrologie, Mineralogie, Gesteinskunde und allgemeine Geologie. „Man lernt vieles über die Entstehung und Beschaffenheit der Erde und der Gesteine“, erzählt Martin Buchholz. Hinzu kamen allgemeine Fächer wie Mathematik, Englisch und Sozialkunde. Darüber hinaus besuchte er einen Schnupperkurs in Bohrtechnik, er absolvierte Praktika bei Ingenieurbüros und Kurse an der Universität, in denen sich Martin Buchholz in Messtechnik übte.

Das Labor auf der Straße

Nach dem Abschluss der Weiterbildung bewarb er sich bei seinem heutigen Arbeitgeber und konnte direkt seine Stelle antreten. „Ich arbeite in der Qualitätssicherung: Wir kontrollieren, ob Straßen nach Vorschrift gebaut werden“, erläutert der Techniker. „Es gibt zahlreiche Regelungen und Vorschriften, wie eine Straße beschaffen sein soll – wie dicht der Asphalt ist, aus welchen Schichten er besteht und wie dick diese Schichten sind.“

Gemeinsam mit einem Kollegen fährt der Geologietechniker zu den einzelnen Baustellen. Nach einem Gespräch mit den Vertretern der jeweiligen Baufirma macht er die Straße zu seinem Labor: Er misst etwa mit dem sogenannten Plattendruckgerät die erbrachte Verdichtung, um die Tragfähigkeit der Straße zu beurteilen. Oder er untersucht mittels einer Rammsonde, wie hoch die Lagerungsdichte und somit die erbrachte Verdichtungsarbeit des verfüllten Leitungsgrabens ist. Regelmäßig entnimmt er auch mit einem Bohrgerät Asphaltkerne, um sie gründlicher zu untersuchen. Wenn Martin Buchholz den Baugrund prüft, auf dem erst noch eine Straße entstehen soll, untersucht er den Untergrund mit geeigneten Messmethoden.

„Teilweise ist es schon ein Knochenjob“, erzählt der Geotechniker, „da tut es gut, dass ich etwa die Hälfte meiner Arbeitszeit im Büro verbringe.“ Im Erdstofflabor untersucht er die entnommenen Proben oder leitet sie an andere Labore weiter. Am Rechner dokumentiert er die Ergebnisse seiner Prüfungen und schreibt Berichte. Und dann geht es schon wieder zur nächsten Baustelle irgendwo in Hannover.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/6067