Techniker – Gebäude­systemtechnik

Ich kann bei vielen Aufgaben meine direkte Erfahrung aus der Praxis einsetzen.

Techniker fürs Gebäude

Von der Heizungsanlage eines Wohnhauses bis zur vollautomatisierten Büroklimatisierung: Benjamin Lehr (31) weiß, wie solche Bauprojekte gelingen. Mit einer Weiterbildung zum Techniker hat er sich dafür gerüstet.

In den Bereich der Gebäudesystemtechnik kam Benjamin Lehr über einen Umweg: Nach seinem Schulabschluss absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Maschinenbaumechaniker – ein entsprechender heutiger Abschluss ist etwa „Industriemechaniker“. „Ich habe jedoch mit der Zeit gemerkt, dass dieser Beruf nicht genau meinen Interessen entspricht“, so der heute 31-Jährige.

Als seine Eltern ein Eigenheim bauten, half er bei den dabei anfallenden Arbeiten mit – und fand Gefallen daran. Er entschloss sich deshalb, mit einer Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur neu zu starten – heute ist ein entsprechender Abschluss etwa „Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik“. Die Ausbildung absolvierte er bei einem kleinen Handwerksbetrieb. Heute arbeitet Benjamin Lehr für die Firma der Zimmermann und Becker GmbH in Heilbronn. „Ich hatte dann den Wunsch, mein technisches Wissen weiter auszubauen und später einmal mehr Verantwortung zu übernehmen.“ Der Installateur absolvierte deshalb kurz nach seiner Ausbildung die Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Gebäudesystemtechnik.

Neues Fachwissen, neue Qualifikationen

Den Kurs absolvierte Benjamin Lehr über einen Zeitraum von drei Jahren in Teilzeit. So konnte er weiterhin arbeiten. Um die Kosten der Weiterbildung in Höhe von rund 10.000 Euro begleichen zu können, beantragte er eine Förderung bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Auch sein Arbeitgeber unterstützte ihn und stellte ihn für seine Freitagskurse jeweils einen halben Arbeitstag frei.

In den Seminaren wurden zum Beispiel Inhalte aus der Elektrotechnik sowie Regelungs- und Messverfahren für Gebäudesysteme behandelt. „Besonders gut war, dass wir die Theorie stets in Praxisprojekten selbst ausprobieren konnten.“ Benjamin Lehr plante beispielsweise eine komplett automatisierte Küche, für die er auch die entsprechenden Steuerprogramme am PC schrieb. Um die angehenden Techniker auf zukünftige Aufgaben in Führungspositionen vorzubereiten, standen neben den Grundlagen der Mitarbeiterführung auch Betriebswirtschaft und Recht auf dem Lehrplan.

Die jeweiligen Veranstaltungen schlossen mit einer Teilklausur ab. Am Ende gab es eine umfangreiche schriftliche wie mündliche Abschlussprüfung. „Das Lernpensum war anspruchsvoll. Was mich jedoch motiviert hat, entsprechend Gas zu geben: die Aussicht auf neue, spannende Aufgaben.“ Der Einsatz hat sich für Benjamin Lehr gelohnt.

Planen, berechnen und kontrollieren

Als Techniker arbeitet Benjamin Lehr heute an der Schnittstelle zwischen Planungsteam, Projekt- und Bauleitung. „Was mir dabei besonders zugutekommt: Ich kann bei vielen Aufgaben meine direkte Erfahrung aus der Praxis einsetzen.“

Der Techniker erstellt unter anderem Bewerbungsunterlagen für neue Ausschreibungen. Dazu schätzt er unter anderem den Mitarbeiter- und Materialeinsatz. Bei neuen Aufträgen erstellt er Skizzen und Dokumente für die einzelnen Planungsstufen. „Die bautechnischen Vorschriften waren auch Thema in der Technikerschule.“ Bei den laufenden Arbeiten ist er zudem für die Kostenkontrolle zuständig. Dafür bespricht er sich regelmäßig mit den Kollegen aus der Bauleitung und führt genaue Abrechnungsdokumente.

„Ich habe auf jeden Fall meinen Traumjob gefunden“, sagt Benjamin Lehr, der sich auch vorstellen kann, später noch zu studieren. Die dazu nötige Fachhochschulreife hat er durch seine Weiterbildung erworben.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15686