Techniker – Farb- und Lack­technik

Ich wollte noch mehr lernen und meine Möglichkeiten erweitern.

Von der Planung bis zur Qualitätskontrolle

Der Techniker-Abschluss ebnete Marcel Schlüter (27) den Weg in einen neuen Aufgabenbereich: Heute ist er mitverantwortlich für betriebliche Prozesse, die Funktionalität der Applikationstechnik sowie die Qualität der Pulverbeschichtungen.

Schon kurze Zeit nach Abschluss seiner Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik stand für Marcel Schlüter fest: „Ich wollte noch mehr lernen und meine Möglichkeiten noch erweitern.“ Sein Arbeitgeber unterstützte seine Ambitionen, sich zum Techniker weiterzubilden, und bot ihm an, während der Weiterbildung auf 400-Euro-Basis zu arbeiten und anschließend direkt in eine Techniker-Stelle zu wechseln. „Das waren die besten Voraussetzungen, also habe ich mich angemeldet.“

Wirtschaft und Nachhaltigkeit

Die Weiterbildung zum Techniker für Farb- und Lacktechnik am Adolph-Kolping-Berufskolleg in Münster erfolgte über zwei Jahre in Vollzeit. An der staatlichen Schule fielen keine Gebühren an. Mit den Einnahmen aus seinem Minijob und Ersparnissen finanzierte Marcel Schlüter seinen Lebensunterhalt sowie Material- und Exkursionskosten. „Die Investition in den Techniker-Abschluss hat sich gelohnt“, betont er.

In der Weiterbildung erwarb er fundiertes Fachwissen in Bezug auf Werkstofftechnologie und industrielle Beschichtungstechnik. „Es ging unter anderem um Lackchemie und die Möglichkeiten der allgemeinen Applikationstechnik – von manuellen bis vollautomatischen Anlagen. Das Augenmerk wurde auch auf Nachhaltigkeit gelegt, denn die Branche setzt immer mehr auf umweltschonende Verfahren.“ Praxisnähe brachte eine dreimonatige Projektarbeit in einem selbst gewählten Betrieb. Dabei galt es, ein Problem zu beheben oder Prozesse zu optimieren und dies jeweils zu dokumentieren.

Ein weiterer Bestandteil der Weiterbildung war die Vorbereitung auf den Erwerb des Ausbildereignungsscheins. Die Teilnahme an der anschließenden Prüfung war freiwillig. Marcel Schlüter entschied sich dafür – und bestand.

Um das Lernpensum besser zu bewältigen, halfen sich die Teilnehmer gegenseitig in Lerngruppen. Marcel Schlüter selbst profitierte von seinen Vorkenntnissen aus der Ausbildung und bereits absolvierten Fortbildungen: „Mir kam vieles schon bekannt vor.“ Trotzdem war die Technikerschule eine Herausforderung. „Halbherzig darf man nicht an die Sache rangehen, da ist schon auch Einsatz gefragt.“

Verantwortlich für eine Beschichtungsanlage

„Sein Einsatz zahlt sich heute aus: Nach erfolgreicher Technikerprüfung startete Marcel Schlüter bei seinem Arbeitgeber, der Hans-J. Kemper GmbH Oberflächenveredlung in Ennigerloh. Das Unternehmen beschichtet Profile und Bleche aus Aluminium und Stahl, etwa für den Fenster- und Fassadenbau, für Wintergärten, Balkone, Haustüren, Inneneinrichtungen sowie für den Schiffsinnenausbau.

Jetzt bin ich mitverantwortlich für die Prozessabläufe und unterstütze meine Vorgesetzten bei der Betreuung der Auszubildenden“, erzählt Marcel Schlüter. Er hat keinen reinen Bürojob, viel Zeit verbringt er auch an der Anlage. Er leitet die Mitarbeiter an und verteilt Aufgaben, deren fachgerechte Ausführung er kontrolliert. Auch überwacht er die Anlage. Treten Probleme auf, veranlasst er die schnelle Behebung, damit alle Termine eingehalten werden können. Nicht zuletzt kontrolliert er die Qualität der Beschichtungen. „Mitarbeiterführung, fachgerechtes Vermitteln und jederzeit tatkräftiges Anpacken, darauf kommt es hier besonders an“, sagt der Techniker.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5813