Techniker – Chemie­technik (Umwelt­schutz)

Alles muss gut organisiert und ordentlich dokumentiert sein.

Umweltschutz im Krähennest

Messungen durchführen, Proben nehmen, Analysen erstellen – Mirko Krumtünger (35) achtet genau darauf, dass die Umweltschutzbestimmungen eingehalten werden. Über eine Weiterbildung konnte er seine Kenntnisse vertiefen.

Das Recyclingzentrum Lünen der Firma Aurubis, ein international tätiger Kupferkonzern, ist auf die Aufbereitung und Wiederverwertung dieses wichtigen Werkstoffes spezialisiert. Während des Recyclings von Leiterplatten und Filteranlagen können schädliche Stoffe wie Dämpfe von Blei oder Nickel frei werden. Mirko Krumtünger sorgt dafür, dass diese die Umwelt nicht belasten. Der 35-Jährige ist dafür verantwortlich, dass die Firma den hohen gesetzlichen Anforderungen gerecht wird, etwa was die Grenzwerte bei den ausgestoßenen Schadstoffen betrifft.

Werte ermitteln, Ergebnisse dokumentieren

„Ich führe viele Messungen durch. Ich nehme Proben aus den Kaminen, Gewässern oder dem Boden und prüfe, wie viel Staub oder Schadstoff sie enthalten“, erklärt er. Die Probennahme kann manchmal anstrengend sein, etwa wenn er ins sogenannte Krähennest auf den Kaminschloten muss. Einfache Analysen führt er selbst im Labor durch, die Aufträge zur Ermittlung von komplexeren Parametern gehen an externe Labors. Daneben ist er auch im Büro tätig: „Ich recherchiere, welche gesetzlichen Vorgaben es gibt, und plane, was wann wie untersucht wird. Ich arbeite viel mit dem Computer und Tabellen. Alles muss gut organisiert und ordentlich dokumentiert sein.“ Der Chemietechniker ist zudem erster Ansprechpartner für externe Prüfer, die beispielsweise von Umweltschutzbehörden geschickt werden. Mirko Krumtünger begleitet sie und bereitet alle notwendigen Unterlagen vor.

Umfangreiche Weiterbildung

Mit dem Thema Umweltschutz kam Mirko Krumtünger bereits während seiner Ausbildung zum Chemielaboranten in Kontakt: „Ich habe meine Ausbildung bei einer Firma absolviert, die Teer destilliert. Dabei habe ich auch einen Einblick in die Bereiche Qualitätsmanagement und Abwasseranalytik erhalten.“ Einige Zeit nach der Ausbildung kam der Wunsch auf, sich fortzubilden: „Eigentlich wollte ich praktisch arbeiten. Aber als die Ausbildung dann vorbei war, wollte ich mich weiterbilden, vor allem, um eine zusätzliche Qualifizierung für den Arbeitsmarkt zu haben.“

Der Entschluss, sich zum Techniker der Fachrichtung Chemietechnik fortzubilden, läutete eine anstrengende Zeit ein: „Die Schule war kostenfrei und fand über vier Jahre berufsbegleitend am Abend statt.“ Zwei- bis dreimal die Woche besuchte er die Kurse. „Ich bin während der ersten Jahre noch 70 Kilometer gependelt und musste betriebliche Fortbildungen besuchen.“ Freizeit? Ein Fremdwort. „Viel geholfen hat mir, dass mich meine Freundin und heutige Frau immer unterstützt hat.“ In den Abendkursen beschäftigte er sich mit unterschiedlichsten Inhalten: Qualitätsmanagement, technisches Englisch, betriebliche Kommunikation, Betriebswirtschaft. Im fachspezifischen Teil vertiefte er unter anderem seine Kenntnisse in den Bereichen organische und anorganische Chemie, in instrumenteller Analytik sowie Biotechnologie. Er führte praktische Versuche im Labor durch und befasste sich etwa mit der Prozessdatenauswertung.

Rückblickend findet Mirko Krumtünger, dass nicht die Inhalte der Weiterbildung die größte Herausforderung darstellten, sondern vielmehr die benötigte Ausdauer und Lerndisziplin. Dank der zusätzlichen Kenntnisse könne er sich heute aber schnell auf neue Aufgaben einstellen: „Die Weiterbildung hat mir geholfen, flexibel auf Anforderungen von Arbeitgebern zu reagieren.“ Schon kurz nach dem Abschluss der Qualifizierung konnte er die Stelle bei seinem heutigen Arbeitgeber antreten.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/5800