Techniker – Bautechnik (Ausbau)

Die Doppelbelastung durch Job und Weiterbildung hat sich für mich voll ausgezahlt.

Techniker und Geschäftsführer

Das eigene Unternehmen – Dennis Elias (29) hat es. Zusammen mit einem Partner führt er ein Trockenbauunternehmen. Seine Weiterbildung zum staatlich geprüften Ausbautechniker war die Grundlage für den Wechsel in die Selbstständigkeit.

Der ausgebildete Trockenbaumonteur Dennis Elias dachte schon vor einigen Jahren darüber nach, sich zusammen mit einem Kollegen selbstständig zu machen: „Als sich abzeichnete, dass unser damaliger Geschäftsführer in den Ruhestand gehen und den Betrieb veräußern wollte, wurden unsere Pläne konkret“, erinnert er sich. Um sich das nötige Know-how für die Betriebsführung anzueignen, meldete sich der heute 29-Jährige für eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Bautechnik mit dem Schwerpunkt Ausbau an: „Weil ich nicht aus dem Berufsleben aussteigen wollte, und auch, um mir die Weiterbildung zu finanzieren, habe ich am Hans-Schwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen die Technikerschule in Teilzeit besucht.“ In Absprache mit seinem damaligen Vorgesetzten arbeitete er in den drei Jahren der Weiterbildung jeweils montags bis mittwochs im Betrieb und besuchte von Donnerstag bis Samstag die Kurse in Gelsenkirchen. Für das Pendeln fand sich schnell eine gute Lösung: „Wir haben mit einem weiteren Mitschüler aus unserer Gegend eine Fahrgemeinschaft gegründet."

Von Bauordnung bis Zeitmanagement

In der Weiterbildung ging es um unter anderem um die Bauordnung und Bauprüfvorschriften, um Ausschreibungen, Vergabe und Abrechnung. Darüber hinaus standen Themen wie Bauschadensanalyse, technische Gebäudeausrüstung sowie energetische und raumklimatische Sanierung auf dem Lehrplan. Nicht zuletzt ging es um den Baubetrieb und um Zeitmanagement. Im Rahmen der Qualifizierung erwarben die Teilnehmer zudem den Ausbildereignungsschein. Am Ende der drei Jahre mussten schriftliche Prüfungen in den Bereichen Baubetrieb, Baukonstruktion sowie Bauplanung absolviert werden. „Fachlich ging das schon sehr ins Detail, und man musste sich gut vorbereiten“, erinnert sich Dennis Elias, der gemeinsam mit einigen Mitschülern lernte.

Da es sich um eine staatliche Schule handelte, wurden keine Lehrgangsgebühren erhoben. Und dank der Teilzeitform hatte der Trockenbaufachmann finanziell keine Probleme. „Die Doppelbelastung durch Job und Weiterbildung hat sich für mich voll ausgezahlt“, sagt er.

Führungsaufgaben übernehmen

Bereits ein Jahr vor Abschluss der Technikerschule unterzeichneten Dennis Elias zusammen mit seinem Kollegen die Verträge für die Übernahme des Betriebs: „Seit eineinhalb Jahren sind wir nun Geschäftsführer der Fraune GmbH Trockenbau & Akustik in Havixbeck“, sagt der Techniker stolz. Mit seinen zehn Angestellten übernimmt das Duo Aufträge in den Bereichen Trocken- und Akustikbau sowie Sanierung und Energieberatung für Privatkunden und Unternehmen. „Unser Einsatzgebiet reicht von kleinen Einfamilienhäusern bis zu großen Gewerbekomplexen“, erläutert Dennis Elias.

Sein Tätigkeitsfeld als Geschäftsführer unterscheidet sich deutlich von seiner Arbeit als Monteur: Heute erstellt er Bauzeitenpläne und Handskizzen, berechnet die Kosten und koordiniert die Einsätze der Mitarbeiter. Auf der Baustelle klärt er offene Fragen mit den Vorarbeitern sowie mit den Kunden. „Kommunikationsvermögen und allem voran Spaß an der Arbeit ist Grundvoraussetzung für einen guten Kundenkontakt“, betont Dennis Elias. „Außerdem muss ich als Vorgesetzter meine Mitarbeiter motivieren, damit die Baustellen auch rechtzeitig fertig werden.“ Er achtet zudem darauf, dass sich sein Team regelmäßig zu Themen wie Brand- und Schallschutz weiterbildet. „Es gehört einfach dazu, dass man sich auf dem Laufenden hält, um sich als Qualitätsunternehmen von den anderen abzuheben.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/29470