Straßenbauer­meisterin

Für mich ist es das Schönste, an einer Straße vorbeizukommen, an der ich mitgebaut habe.

Auf festem Grund

Julia Helm (29) begleitet Straßenbauprojekte vom ersten Abstimmungsgespräch bis zur Fertigstellung. Das Wissen dafür hat sie unter anderem im Rahmen einer Weiterbildung erworben.

Mehrere Hunderttausend Kilometer umfasst das deutsche Straßennetz. Dieses zu erhalten und zu erweitern, ist die Aufgabe von Fachkräften wie Julia Helm. Die 29-Jährige ist Straßenbauermeisterin und Juniorchefin in einem Familienbetrieb, der Wilfried Helm GmbH im baden-württembergischen Neckargerach. In dem Unternehmen absolvierte sie auch ihre Ausbildung zur Straßenbauerin: Sie erlernte den Umgang mit schweren Maschinen und erweiterte ihr handwerkliches Können. „Für mich ist es das Schönste, an einer Straße vorbeizukommen, an der ich mitgebaut habe."

Da es klar war, dass sie in die Leitung des Betriebs einsteigen sollte, wurde sie schon früh bei Kunden- und Beratungsgesprächen eingebunden. Um sich die nötigen Kenntnisse für die ihr zugedachten Aufgaben anzueignen, entschied sie sich dann, die Weiterbildung zur Straßenbauermeisterin anzugehen.

In Vollzeit zur Meisterin

In Würzburg besuchte Julia Helm die einjährige Vollzeitweiterbildung. „Zwar wäre auch Teilzeit möglich gewesen, aber ich wollte mich voll auf den Unterricht konzentrieren.“ Die Kosten für Kurse und Material in Höhe von rund 2.500 Euro sowie ihren Lebensunterhalt bestritt Julia Helm mit Meister-BAföG und einem Nebenjob im elterlichen Betrieb.

In den Kursen vertieften die zukünftigen Meisterinnen und Meister ihr Wissen rund um Materialien und Konstruktionsverfahren im Straßenbau. Zudem erwarben die Teilnehmer das Rüstzeug, um Führungsaufgaben in Straßenbaubetrieben übernehmen zu können. Im Unterricht ging es zum Beispiel um betriebswirtschaftliche Kalkulation, Angebotsplanung und Personalführung. Auch der Erwerb des Ausbildereignungsscheins gehörte dazu. „Sehr gut gefallen hat mir, dass wir die einzelnen Bereiche von Grund auf erlernt haben“, erzählt Julia Helm. Einige Themen wurden mit einer Klausur am Ende des jeweiligen Abschnitts abgeschlossen. Andere hingegen waren Bestandteil der umfassenden Abschlussprüfung.

Neben theoretischem Wissen erwarb Julia Helm zudem handwerkliche Fertigkeiten, die es in einer praktischen Prüfung zu zeigen galt. Ihre Aufgabe war es, einen Gehweg innerhalb eines knappen Zeitfensters anzulegen, nur anhand einiger Vorgaben. „Details wie Höhe, Neigung und den Aufbau habe ich dafür selbst erarbeitet und umgesetzt –vom Abstecken des Untergrunds bis zum Setzen der Randeinfassung.

Bauprojekte steuern

Heute macht die handwerkliche Arbeit im Berufsalltag der Straßenbauermeisterin nur noch einen kleinen Teil aus: „Aber dafür sind viele neue Aufgaben hinzugekommen“, sagt sie. Vor allem geht es dabei nun um Aufgaben in der Planung und Organisation der Arbeitsabläufe. Sie trifft sich zu Gesprächen mit den Kunden vor Ort und führt regelmäßige Baustellenbesuche durch, bei denen sie die Ausführung der Arbeiten kontrolliert. Im Büro kümmert sie sich unter anderem um die Berechnung des Materialbedarfs im Zuge der Angebotserstellung, um die Rechnungsstellung und die Planung des Mitarbeitereinsatzes. Wichtig für ihre Aufgaben ist Organisationstalent, ebenso kaufmännisches Denken und Kommunikationsfähigkeit – schließlich muss sie nicht nur Beratungsgespräche mit Kunden führen, sondern auch ihre Mitarbeiter anleiten.

Ihre Kenntnisse will sie aktuell halten – und besucht deshalb regelmäßig Fach- und Hausmessen, bei denen sie sich über neue Trends bei Material und Maschinen informiert.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4107