Strahlenschutz­fachkraft

Wir achten im Kontrollbereich auch darauf, dass alles richtig beschildert ist.

Die richtigen Werte

Alexander Kindig (46) stellt sicher, dass die Messwerte im Kontrollbereich von Kernkraftwerken eingehalten werden, damit seine ­Kollegen ungestört arbeiten können.

In Kraftwerken übernehmen Strahlenschutzfachkräfte wichtige Aufgaben. Durch permanente Messungen schützen sie die dort tätigen Fachkräfte, begleiten sie durch Schleusen und helfen ihnen beim Ausziehen der Schutzanzüge, damit kontaminierte Kleidung nicht mit der Haut in Berührung kommt. Einer dieser Experten ist Alexander Kindig, der bei der AKS GmbH & Co KG angestellt und gegenwärtig im Kernkraftwerk Gundremmingen tätig ist.

Vom Kraftfahrzeug zum Strahlenschutz

Zum Strahlenschutz kam Alexander Kindig über Umwege. Zunächst hatte er eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker absolviert – heute lautet die entsprechende Abschlussbezeichnung „Kraftfahrzeugmechatroniker“. Eine Zeit lang hatte er dann als Kraftfahrer und schließlich im Karosseriebau gearbeitet. Nach einigen Jahren fasste er den Entschluss, sich beruflich neu zu orientieren.

Er fand eine Anstellung als Strahlenschutzhelfer im Kernkraftwerk Gundremmingen, das in der Nähe seines Heimatortes liegt. Nach einiger Zeit absolvierte er die Prüfung zum Strahlenschutzwerker und sammelte über einen Zeitraum von einem Jahr Berufserfahrung – und schuf damit die Voraussetzung für eine zusätzliche Weiterbildung zur Strahlenschutzfachkraft. Da zu der Zeit Bedarf bestand, erklärte sich sein Vorgesetzter einverstanden, ihm diese Qualifizierung zu ermöglichen; die Kosten übernahm der Arbeitgeber. „Dass es sich so schnell ergeben hat, war Glückssache“, sagt Alexander Kindig. Für die Kurse wurde er bei voller Lohnfortzahlung freigestellt.

Über einen Zeitraum von sieben Monaten nahm er am firmeninternen Lehrgang teil. Dieser umfasste sechs Wochen Blockunterricht, dazu kam das Eigenstudium, das er neben der Arbeit absolvieren musste. Er setzte sich mit mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundlagen auseinander und erwarb vertieftes Wissen in den Bereichen Kernenergie, Arbeitssicherheit, Messtechnik sowie Strahlenschutzrecht und Grundlagen des praktischen Strahlenschutzes.

Die theoretische Prüfung legte er vor der IHK Aachen ab. Die anschließende praktische Prüfung führten drei Prüfer in einem ausgewählten Kernkraftwerk durch. Die Verantwortung, die man in dem Beruf trägt, ist hoch – entsprechend hoch waren die Anforderungen der Prüfer. Doch Alexander Kindig bestand die Prüfungen beim ersten Anlauf.

Sorgfältige Überwachung

Momentan arbeitet der 46-Jährige täglich von 7.30 Uhr bis 16 Uhr im stillgelegten Block A des Kernkraftwerks Gundremmingen. Zusammen mit seinen Kollegen vom Strahlenschutz begleitet er die Rückbaumaßnahmen der Techniker und Handwerker und entscheidet aufgrund von Messwerten, ob das Material aus dem Reaktor freigegeben werden kann oder – wenn Radioaktivität in das Material eingedrungen ist – in eine Hochdruckpresse und später in ein Zwischenlager kommt. „Wir achten im Kontrollbereich auch darauf, dass alles richtig beschildert ist, damit die Menschen, die dort arbeiten, so wenig Schutzkleidung wie möglich tragen und sich frei bewegen können."

Die Grundvoraussetzungen für seine Tätigkeit sind Kommunikationstalent, Teamfähigkeit sowie ein vorausschauendes, umsichtiges und natürlich verantwortungsbewusstes Verhalten. Darüber hinaus muss er sein Fachwissen stets auf dem aktuellen Stand halten. „Der schlechteste Strahlenschützer ist derjenige, der sagt: ‚Das habe ich immer so gemacht‘“, sagt Alexander Kindig.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/14018