Solartechnikerin

Für den Kundenkontakt ist es wichtig, dass man Ruhe ausstrahlt und sich Zeit nimmt, den Arbeitseinsatz zu erklären.

Sonne tanken

Beraterin in Sachen Solarkollektoren: Yvonne Glampe (31) sorgt dafür, dass die Solaranlagen ihrer Kunden optimal funktionieren und berät sie im Hinblick auf Fördermöglichkeiten.

Nach einer Ausbildung zur Elektroinstallateurin – heute lautet eine entsprechende Abschlussbezeichnung etwa „Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik“ – und einigen Jahren Berufserfahrung absolvierte Yvonne Glampe eine zusätzliche Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Als Elektroinstallateurin hatte ich unter anderem in einem Heizungsunternehmen gearbeitet und wollte diesen Beruf von der Pike auf lernen“, erinnert sie sich.

Aufbauend auf ihren Kenntnissen bildete sie sich kontinuierlich weiter. „Ich habe einen Meisterabschluss als Installateur- und Heizungsbauermeisterin und gleich im Anschluss als Elektrotechnikermeisterin mit dem Schwerpunkt Energie- und Gebäudetechnik gemacht.“ Als sie an der Meisterschule in Freiburg von der Möglichkeit erfuhr, zusätzlich eine Weiterbildung zur SHK-Fachkraft Solarthermie zu absolvieren, entschied sie sich dafür. „SHK“ steht für „Sanitär Heizung Klima“.

Theorie und Praxis

Die Weiterbildung an der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule wird vom Förderverein der Freiburger Gewerbeschulen e.V. angeboten. Voraussetzung für den Besuch des Kurses ist ein Meisterabschluss in einem Sanitär-, Heizung- und Klimahandwerk oder eine dreijährige Berufserfahrung als Geselle in diesem Bereich.

Der Unterricht umfasste insgesamt 50 Einheiten, die jeweils freitags und samstags stattfanden und theoretische sowie praktische Themen behandelten. Inhalte der Weiterbildung waren unter anderem die Planung, der Bau und die Wartung von verschiedenen Solaranlagentypen. Darüber hinaus ging es um Kundenbetreuung und Kalkulation. „Außerdem wurden wir über Förderungsmöglichkeiten für Solaranlagen informiert“, erzählt Yvonne Glampe. Nach bestandener Prüfung erhielten die Teilnehmer ein Zertifikat. Da die Weiterbildung berufsbegleitend stattfand, konnte Yvonne Glampe weiterhin arbeiten. So konnte sie auch die Kursgebühren in Höhe von rund 600 Euro gut finanzieren.

Gute Beratung

Bereits vor ihrer Weiterbildung war Yvonne Glampe bei der Firma Fritz GmbH & Co. KG in Offenburg tätig, die auf Heizungs- und Energiesparsysteme sowie auf Sanitärlösungen spezialisiert ist. Mittlerweile ist die 31-Jährige als Projektleiterin für den Kundendienst verantwortlich: „Ich nehme Aufträge und Reklamationen unserer Kunden entgegen und organisiere die Arbeitseinsätze unserer Kundendiensttechniker."

Neben Heizungsanlagen, die mit Öl und Pellets betrieben werden, kümmert sich die Expertin auch um Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung. „Wenn Kunden wegen einer defekten Solaranlage anrufen, lasse ich mir zunächst den Fehler beschreiben. Vieles lässt sich so schon eingrenzen.“ Anschließend begutachtet eines ihrer Teams oder sie selbst die Anlage vor Ort. „Häufig entweicht bei Solaranlagen über die Jahre Solarflüssigkeit, die wieder aufgefüllt werden muss. Außerdem kann Hagel Kollektorröhren zerschlagen, oder aber es fressen Vögel oder Schädlinge wie Nagetiere die Kabel an“, beschreibt Yvonne Glampe mögliche Fehlerursachen. Die Technikerin kalkuliert die Kosten des Arbeitseinsatzes und erstellt für den Kunden ein Angebot, bevor die Arbeit an der Anlage losgeht. Diese erfolgt dann unter genauer Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.

In ihrem Job sei unter anderem Kommunikationstalent unabdingbar. „Für den Kundenkontakt ist es wichtig, dass man Ruhe ausstrahlt und sich Zeit nimmt, den Arbeitseinsatz zu erklären.“ Yvonne Glampe erläutert ihren Kunden auch, wie Fördermittel für ihre Anlage beantragt werden können. „Solarenergie als zusätzliche Energiequelle lohnt sich“, betont sie.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/15491