Anpassungs­qualifizierung: Sicherheits­beauftragter in der Gießerei

Ich sehe viel mehr hin und spreche dann auch mal jemanden an.

Stets auf der sicheren Seite

Wenn Steffen Vogel (30) durch die Gießerei läuft, dann geht es oft um die Sicherheit. Neben seiner Tätigkeit als Gießereimechaniker ist er für die Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen bei seinem Arbeitgeber zuständig.

Rund 500 Mitarbeiter sind in der Druck- und Spritzgusswerk Hettich GmbH tätig, 130 davon arbeiten in Steffen Vogels Bereich, der Gießerei. „Ab einer bestimmten Unternehmensgröße muss es einen Sicherheitsbeauftragten im Unternehmen geben – das ist Vorschrift“, erklärt Steffen Vogel. Auf die Möglichkeit, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen, machte ihn ein Vorgesetzter aufmerksam: „Das Unternehmen suchte Leute, die das machen wollten – und ich hatte Lust dazu.“

Qualifizierung in Etappen

Um sich das nötige Wissen anzueignen, besuchte Steffen Vogel einen zweiteiligen Qualifizierungslehrgang zum Thema Arbeitssicherheit. „Den ersten Kurs hatte ich vor knapp zwei Jahren. Der zweite baute darauf auf.“ Zweieinhalb Tage dauerte ein Seminar, es ging jeweils von mittwochs bis freitags. Steffen Vogel ist in seinem Unternehmen in der Wochenendschicht tätig. So ließ sich die Maßnahme gut mit der Arbeit verknüpfen. Die Kosten des Kurses trug die Berufsgenossenschaft Holz und Metall.

Das erste Seminar behandelte vor allem das Thema Unternehmenssicherheit. Steffen Vogel und die anderen Teilnehmer lernten, welche Aufgaben ein Sicherheitsbeauftragter hat. Sie beschäftigten sich beispielsweise damit, wie Gefahren am Arbeitsplatz erkannt werden können. In einer Gruppenarbeit mussten die angehenden Sicherheitsbeauftragten zudem die Inhalte anwenden. „Wir haben uns ein Video angesehen und mussten herausfinden, wo im Film die Arbeitssicherheit missachtet wurde.“

Der zweite Teil der Fortbildung war ein Seminar zum Thema Gesundheitsschutz. Nach einem kurzen Austausch über erste Erfahrungen mit der neuen Aufgabe standen Themen wie mögliche körperliche und psychische Belastungen und deren Folgen im Fokus. Ein weiterer Punkt war der Brand- und Explosionsschutz. In einem praktischen Versuch erlebten die Teilnehmer hautnah, was mit Gasen und Dämpfen geschieht, wenn diese durch eine offene Flamme in unmittelbarer Nähe entzündet werden. „Das zu sehen war schon richtig interessant. Man hat ja überall im Unternehmen Gefahrstoffe, und meistens realisiert man gar nicht, was da so alles passieren kann.“

Sicherheit ohne Kompromisse

Wenn Steffen Vogel heute durch seine Abteilung läuft, tut er dies mit anderen Augen: „Ich sehe viel mehr hin und spreche dann auch mal jemanden an.“ Trägt ein Mitarbeiter seine Schutzbrille nicht, ist das ein Grund für Steffen Vogel, in Aktion zu treten. „Sicherheit steht bei uns im Unternehmen an erster Stelle – da machen wir keine Kompromisse.“ Seine zusätzliche Aufgabe hat den ausgebildeten Gießereimechaniker auch für seine eigene Sicherheit im Arbeitsalltag stärker sensibilisiert. „Ich trage konsequent die Schutzausrüstung. Und wenn ich an den Maschinen stehe, vergewissere ich mich, dass alle Schutzeinrichtungen intakt sind.“ Wichtig für seine Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter ist Fingerspitzengefühl, denn man muss andere auf das Einhalten von Sicherheitsmaßnahmen aufmerksam machen: „Es ist nicht immer leicht, das richtige Verhältnis zwischen Autorität und Verbindlichkeit zu finden.“

Steffen Vogel hat sich vorgenommen, sich weiterhin zum Thema Sicherheit zu qualifizieren. „Im kommenden Jahr möchte ich wieder ein Seminar besuchen.“

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