Schweiß­fachfrau

Ich ermittle die Anforderungen der anfallenden Schweißarbeiten.

Expertin für alle Nahtstellen

Bei Schweißarbeiten im Metallbau ist bereits bei der Planung viel Know-how gefragt. Genau das bieten Schweißfachleute wie Carolin Brandes (24). Über eine Weiterbildung qualifizierte sie sich für verantwortungsvolle Aufgaben.

Von Edelstahlhandläufen über Maschinenbauteile bis hin zu stählernen Tragelementen für Hochhausfassaden – Arbeiten, bei denen Metalle miteinander verschweißt werden, übernehmen meist Schweißfachleute wie Carolin Brandes. Im Betrieb ihrer Familie, der Brandes Metallbau GmbH im niedersächsischen Sievern, ist die 24-Jährige Expertin für alle unlösbaren Metallverbindungen. „An meinem Berufsbereich fasziniert mich bis heute, wie man durch Schweißen, Biegen oder Fräsen einem Metallstück eine komplett neue Form geben kann“, sagt Carolin Brandes, die sich auch deshalb für ihre Ausbildung zur Metallbauerin entschied. Nach ihrer anschließenden Weiterbildung zur Metallbauermeisterin übernahm sie erste Führungsaufgaben, plante den Mitarbeitereinsatz und überwachte die Arbeit auf Baustellen. Zuletzt wechselte sie in ihren heutigen Aufgabenbereich, die Projektentwicklung. „Gerade bei Schweißarbeiten sind die fachlichen Anforderungen schon bei der Planung sehr hoch. Um mich dafür vorzubereiten, habe ich mich für die Weiterbildung zur Schweißfachfrau entschieden.“

Werkstoffe und Technik

An der Hannoveraner Niederlassung des Bildungsanbieters GSI absolvierte Carolin Brandes den Kurs zur Schweißfachfrau, den sie aufgrund ihrer Meisterweiterbildung auf drei Wochen verkürzen konnte. Die Kosten für die Vollzeitweiterbildung in Höhe von rund 3.600 Euro sowie für ihre Unterkunft übernahm ihr Arbeitgeber, der sie zudem für die Dauer des Kurses von der Arbeit freistellte.

Die Schulung teilte sich in mehrere Themenblöcke auf. Neben Schweißverfahren und Ausrüstungstechnik standen die technischen und rechtlichen Aspekte solcher Arbeiten auf dem Kursprogramm. Die Theorie aus den Seminaren konnten Carolin Brandes und die anderen Teilnehmer bei Übungen selbst in der Praxis anwenden. „Das hat mir immer besonders viel Spaß gemacht. Es ging dabei nicht nur darum, eine ruhige Hand am Schweißgerät zu zeigen, sondern die Arbeiten auch korrekt vorzubereiten.“ Ihr neuerworbenes Wissen stellten die angehenden Schweißfachleute in mehreren schriftlichen Tests sowie einer mündlichen Abschlussprüfung unter Beweis.

Verantwortung übernehmen

Ihre Kenntnisse als Schweißfachfrau wendet Carolin Brandes nun täglich im Beruf an. Bei Ausschreibungen ist sie von den ersten Konzepten bis zur Ausführung dabei. Die Metallexpertin berechnet unter anderem den Materialbedarf sowie Anzahl und Arbeitszeit der Mitarbeiter. „Dafür ermittle ich auch die technischen und rechtlichen Anforderungen der anfallenden Schweißarbeiten.“ So gibt es für alle Stahlkonstruktionen – von der Treppe bis zum Fassadenelement – genaue Vorgaben, welche Schweißverfahren und Materialien zulässig sind. Diese Informationen braucht Carolin Brandes auch, wenn sie die technischen Zeichnungen und Arbeitsanweisungen für die ausführenden Monteure erstellt. Als Schweißspezialistin weist sie zudem die Mitarbeiter in die konkreten Schweißarbeiten ein und kontrolliert deren Ausführung bei regelmäßigen Baustellenbesuchen.

Ihre heutigen Aufgaben sind für Carolin Brandes eine Zwischenstation auf ihrem beruflichen Weg: „Ich möchte später einmal den Betrieb weiterführen. Mein nächster Schritt dahin ist ein Studium. So kann ich mein Wissen und Können weiter ausbauen und mir neue, spannende Aufträge eröffnen.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/27258