Rollladen- und Sonnenschutz­techniker­meister

Ich erfülle gerne die individuellen Wünsche unserer Kunden, ganz nach dem Motto: Je kniffliger, desto besser.

Jalousien nach Kundenwunsch

Wenn Rollläden oder Markisen angebracht werden sollen, sind Fachkräfte wie Martin Müller (25) gefragt. Das Wissen für die Betriebsführung und die Umsetzung komplexer Aufträge erlangte er im Rahmen einer Weiterbildung.

Das handwerkliche Arbeiten lag Martin Müller schon immer, die Ausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker sei für ihn deshalb die richtige Entscheidung gewesen. Er entschloss sich dann, direkt im Anschluss den Meister zu machen: „Ich wollte die Firma meiner Eltern fortführen“, sagt der 25-Jährige. Während er seine Ausbildung noch in einem anderen Betrieb absolviert hatte, wechselte er dann in den Familienbetrieb Müller & Meissner GmbH in Bad Kissingen.

Von Auftragsabwicklung bis Schweißen

Über einen Zeitraum von neun Monaten besuchte Martin Müller den Unterricht im Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer in Wiesbaden. Unter der Woche wohnte er in einem Wohnheim in der Nähe der Schule. In dieser Zeit war er vom Betrieb freigestellt. Für die Kosten für den Vollzeitunterricht in Höhe von 6.300 Euro griff er auf Ersparnisse und Meister-BAföG zurück.

In einem ersten praktischen Teil stand die Metallverarbeitung im Vordergrund. Die Teilnehmer stellten ihr Können beim Schweißen, Drehen und Fräsen unter Beweis. Darüber hinaus besuchten sie Betriebe des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerhandwerks. „Die Firmenbesuche haben mir besonders gefallen“, erzählt Martin Müller. „Sie halfen mir dabei, die Zusammenhänge zwischen einzelnen Arbeitsabläufen noch besser zu verstehen.“

Im zweiten Teil wurde das theoretische Wissen vermittelt: Die Meisterschüler beschäftigten sich mit Fertigungs- und Montagetechnik sowie mit Betriebsführung und Auftragsabwicklung. In einem weiteren Kurs ging es um die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre. Im letzten Teil der Weiterbildung stand die Weitergabe des eigenen Fachwissens an Auszubildende im Mittelpunkt. Zum Abschluss eines jeden Teils musste eine theoretische und eine praktische Prüfung absolviert werden. „Das Wissen war bei mir aus der Ausbildung noch frisch, deshalb fiel mir das Lernen sehr leicht“, erinnert er sich.

Jeder Schüler musste zudem ein Meisterstück präsentieren. Martin Müller entwarf ein System zur vollautomatischen Beschattung runder Fenster. Nachdem er die Zeichnungen dazu eingereicht hatte, setzte er seinen Entwurf um. Einen Teil fertigte er zu Hause an, einen anderen in der Schule vor den Prüfern.

Organisation und Umsetzung

Nach dem Abschluss der Weiterbildung warteten auf den Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister neue Aufgaben im Betrieb: Während er früher hauptsächlich Jalousien und Markisen beim Kunden vor Ort montierte, ist er heute vor allem für die organisatorischen Abläufe in der Firma zuständig. Dazu zählen etwa die Materialbeschaffung und der Kontakt zu den Zulieferern sowie die Koordination großer Aufträge. Diese unterteilt er in einzelne Abschnitte und weist sie seinen Mitarbeitern zu. Auch die Erstellung von Angeboten übernimmt er mittlerweile zum Teil.

Viel Spaß bereitet es ihm, Sonderlösungen für seine Kunden zu finden und umzusetzen. Bei komplexeren Fällen fährt der Meister auch heute noch selbst zur Baustelle. Will ein Kunde beispielsweise eine Markise in besonderer Einbaulage montieren lassen, die zudem bei Wind und Regen automatisch einfährt, prüft Martin Müller vor Ort, wie er den Sonnenschutz am besten anbringen kann. „Ich erfülle gerne die individuellen Wünsche unserer Kunden, ganz nach dem Motto: Je kniffliger die Situation, desto besser.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/1994