Restauratorin – Maler- und Lackierer­handwerk

Man hat viel mit Museen, Ämtern oder Pfarreien zu tun, daher sollte man gut mit Menschen umgehen können.

Verantwortung für Kulturgut

Mit originalgetreuen Arbeitstechniken und Materialien kennt sie sich aus: Die Restaurierung von historischen Objekten und Gebäuden bestimmt den Arbeitsalltag von Tanja Bergmann (26). Ihre Kenntnisse vertiefte sie im Rahmen einer Weiterbildung.

Über die Ausbildung zur Malerin und Lackiererin der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege fand Tanja Bergmann den Einstieg in ihren heutigen Arbeitsbereich. In einem Maler- und Restaurierungsbetrieb im oberfränkischen Königsfeld erlernte sie die Grundlagen des Handwerks, unter anderem was Reinigung, Konservierung und Rekonstruktion von Wandmalereien, Decken-, Wand- und Fassadenoberflächen betrifft.

Nach zwei Jahren im Beruf machte Tanja Bergmann ihren Meisterabschluss an der Städtischen Meisterschule für das Vergolderhandwerk und Kirchenmalerei in München, wo sie im darauffolgenden Herbst auch mit der sechsmonatigen Fortbildung zur Restauratorin im Handwerk begann.

Intensive Wissensvermittlung

In der Qualifizierung zur Restauratorin konnte sie die Lerninhalte aus der Meisterweiterbildung weiter vertiefen. Neun unterschiedliche Fächer – darunter Kunst- und Kulturgeschichte, Werkstoff- und Rechtskunde und Denkmalschutz und Denkmalpflege – standen auf dem Lehrplan. Die Teilnehmer lernten verschiedene Sanierungs- und Instandhaltungstechniken kennen und beschäftigten sich mit dem Thema Dokumentation. Im Rahmen von Exkursionen beschäftigten sie sich mit der praktischen Seite der Denkmalpflege.

Tanja Bergmann absolvierte die Fortbildung, ebenso wie zuvor den Meisterkurs, in Vollzeit. „Das war schon viel Theorie“, berichtet sie. „Aber es interessiert einen ja auch und man will es später anwenden können.“ Zur Finanzierung der Kurs- und Prüfungsgebühren in Höhe von rund 4.300 Euro sowie der zusätzlichen Kosten für Exkursionen und Bücher erhielt sie Meister-BAföG.

Geduld und Geschick

Nach dem Abschluss ihrer Weiterbildung stieg Tanja Bergmann bei einem Regensburger Restaurierungsunternehmen ein. Hier bringt sie ihre umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen innerhalb eines erweiterten Aufgabenfeldes ein: Sie berät Kunden, fertigt Objektdokumentationen, Zustands- und Schadensanalysen an und übernimmt Kontroll- und Prüfaufgaben – alles zusätzlich zur Ausführung von Restaurierungsarbeiten.

Ihren vielfältigen Berufsalltag genießt Tanja Bergmann, sie ist viel unterwegs. Nach einer morgendlichen Teambesprechung geht es an die jeweiligen Einsatzorte. Diese seien nicht immer „gemütlich“ – gerade wenn es sich um Außenarbeiten an Fassaden oder unbeheizte alte Gebäude handele. Der Restaurierungsbetrieb, in dem Tanja Bergmann tätig ist, verfügt zusätzlich über eine Werkstatt, in der bewegliche Objekte, zum Beispiel Ausstellungsstücke, restauriert werden können.

Als Voraussetzungen für die Ausübung des Berufes nennt die Restauratorin handwerkliches Geschick, umfassende Kenntnisse über verschiedene Materialien sowie Geduld und Sorgfalt bei der Arbeit und körperliche Fitness. Verantwortungsgefühl, was den Erhalt von Kulturgütern betrifft, und Interesse an Kunst- und Kulturgeschichte seien ebenfalls unverzichtbar. „Und man hat viel mit Museen, Ämtern oder Pfarreien zu tun“, erläutert sie, „daher sollte man auch gut mit Menschen umgehen können.“

Durch ihre Weiterbildung kam Tanja Bergmann in den gewünschten Tätigkeitsbereich. Für ihre berufliche Zukunft wünscht sie sich daher momentan nur eines: dass sie sich in ihrem Unternehmen in der schönen Donaustadt weiterhin so wohlfühlt wie bisher.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4607