Restaurator – Zimmerer­handwerk

In diesem Betätigungsfeld habe ich ausschließlich mit denkmalgeschützten Gebäuden zu tun.

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Experte für historische Gebäude

Historisch bedeutsame Altbauten werden unter Denkmalschutz gestellt. Benjamin Fleck (28) eignete sich in einer Weiterbildung Hintergrundwissen zur fachgerechten Restaurierung solcher Gebäude an.

Benjamin Fleck ist seit fünf Jahren Zimmerermeister. Vor zwei Jahren entschied er sich, die Weiterbildung zum Restaurator zu absolvieren. „Es hat mich schon immer fasziniert, was unsere Vorväter vor Hunderten von Jahren gebaut haben“, erklärt er. „Solche Gebäude zu sanieren, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die mich sehr interessiert.“ Bei seinem Arbeitgeber, der Zimmerei Fleck, ist er nun unter anderem im Bereich Restaurierung tätig: Er analysiert historische Gebäude, dokumentiert ihren Zustand und koordiniert im Anschluss die Restaurierungsarbeiten auf der Baustelle.

Praktisches Wissen und Kulturgeschichte

Die Weiterbildung zum Restaurator absolvierte Benjamin Fleck am Zimmererausbildungszentrum des Holzbauverbandes Baden-Württemberg. Der Lehrgang dauerte insgesamt vier Monate. „Wir hatten von Mittwoch bis Samstag Unterricht, montags und dienstags konnte ich wie gewohnt in der Zimmerei arbeiten.“ Die Veranstaltungen fanden blockweise statt, dazwischen arbeitete er. Dadurch konnte er die Kosten in Höhe von rund 3.500 Euro sowie seinen Lebensunterhalt finanzieren.

Die Weiterbildung gliederte sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. „In der Theorie haben wir uns beispielsweise mit Baugeschichte und Bauphysik beschäftigt – und auch damit, wie man mit historischen Bausubstanzen richtig umgeht.“ Auch naturwissenschaftliche Grundlagenkenntnisse wurden den Teilnehmern vermittelt, ebenso Wissen über verschiedene Werkstoffe sowie über Restaurierungs- und Konstruktionstechniken. Im praktischen Teil standen Werkstattpraktika und Exkursionen auf dem Programm. Die Teilnehmer übten unter anderem die Bestandsaufnahme und lernten, was man bei einem Holzbau beachten sollte. Angesprochen wurden Themen wie Holzschutz oder die Identifizierung von Holzschädlingen und Pilzen. Am Ende der Weiterbildung stand eine Prüfung an, die einen schriftlichen und einen mündlichen Teil sowie eine Projektarbeit umfasste.

Für Benjamin Fleck war es die richtige Entscheidung, die Weiterbildung zu absolvieren. Zum einen, weil er sich mit der Restaurierung ein weiteres Standbein aufbauen konnte, zum anderen, weil er sein Hintergrundwissen vertiefte: „Wenn zum Beispiel in manchen Epochen die Bauqualität schlechter wurde, lag es daran, dass Rohstoffe gefehlt haben. Solche und ähnliche Zusammenhänge wurden uns verständlich gemacht.“

Die Bausubstanz erhalten

Benjamin Fleck verbringt viel Zeit auf den Baustellen. Als Erstes führt er vor Ort eine Schadensanalyse durch. „Man muss feststellen, wo das Gebäude geschädigt ist und welche Holzkonstruktionen erhalten werden können.“ Er trifft außerdem die Entscheidung, welche Bauteile komplett ausgetauscht werden müssen. „Man versucht natürlich immer, so viel wie möglich zu erhalten.“ Im Büro dokumentiert der Restaurator die Ergebnisse seiner Untersuchung sorgfältig. Im Anschluss bespricht er die nötigen Arbeiten mit dem zuständigen Denkmalamt: „In diesem Betätigungsfeld habe ich ausschließlich mit denkmalgeschützten Gebäuden zu tun. Wir stehen deswegen immer in Korrespondenz mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden.“ Neben fundiertem Fachwissen ist für den Restaurator daher soziale Kompetenz besonders wichtig. Diese braucht er auch auf der Baustelle, wo er die Fachkräfte bei der Ausführung der zuvor festgelegten Restaurierungsarbeiten anleitet. Benjamin Fleck arbeitet hier nicht nur mit, sondern überwacht auch die fachgerechte Ausführung.

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/4032