Restaurator – Steinmetz- und Steinbildhauer­handwerk

Oftmals müssen wir das passende Steinmaterial erst einmal finden.

In Stein gemeißelte Geschichte

Vom Stilkamin bis zum Taufbecken: Markus Madeia (42) restauriert mit viel Hingabe alte Bauwerke. Seine Kenntnisse über die Herangehensweise in der Denkmalpflege vertiefte er in der Weiterbildung zum Restaurator.

Der Betrieb von Steinmetz- und Steinbildhauermeister Markus Madeia deckt die gesamte Bandbreite an Steinmetzarbeiten ab: von Innenausbau, Möbeldesign und der Badgestaltung mit Naturstein über Bildhauerei bis hin zur Restaurierung von Baudenkmälern. „Nachdem wir immer häufiger Aufträge im Bereich Restaurierung bekamen, wollte ich tiefer in die Materie eintauchen und habe mich entschlossen, die Weiterbildung zum Restaurator zu machen“, erklärt der 42-Jährige. „Zudem wird diese Qualifikation häufig in Ausschreibungen gefordert.“ Und das zu Recht, wie Markus Madeia betont: „Jedes Denkmal ist ein Unikat. Bei einer Restaurierung braucht es unter anderem eine exakte Schadenskartierung, ein Restaurierungskonzept, eine Dokumentation aller Maßnahmen, damit die Nachwelt weiß, was mit welchen Materialien und nach welchen Rezepturen gemacht wurde.“

Historische Baumaterialien und Schadensanalyse

Die Weiterbildung zum Restaurator absolvierte er berufsbegleitend an der Schlossakademie in Raesfeld. Innerhalb von eineinhalb Jahren vertiefte er seine Kenntnisse über die Herangehensweise bei der Restaurierung. Im fachübergreifenden Teil erweiterten die Teilnehmer ihr Wissen in Bezug auf verschiedene Epochen, historische Baumaterialien und chemische Zusammensetzungen. Im fachspezifischen Teil wurde den Teilnehmern vermittelt, wie man Schäden aufnimmt und analysiert, einen Plan für die Restaurierung erstellt und die Durchführung der Maßnahmen dokumentiert. Die Weiterbildung war sehr zeitintensiv: „Der Stoff an sich ist keine Zauberei, aber man braucht ein sehr gutes Zeitmanagement für das Lernen. Schließlich läuft der Betriebsalltag ja auch weiter“, betont Markus Madeia.

Die Weiterbildung schloss er mit einer Projektarbeit ab. „Das war für mich der aufwendigste Teil. Ich habe sehr viele Stunden investiert.“ Er behandelte ein 800 Jahre altes Relief der Hohnekirche in Soest. Dabei sammelte er wertvolle Erfahrungen.

Der Kurs kostete ihn rund 4.000 Euro, hinzu kamen Aufwendungen für Anreise und Verpflegung. Markus Madeia finanzierte die Weiterbildung aus privaten Rücklagen; er hätte auch die Möglichkeit gehabt, einen Teil der Kosten mithilfe von Aufstiegs-BAföG abzudecken.

Weiterbildung als Türöffner

Zeit und Geld, die der Steinmetz- und Steinbildhauermeister in die Weiterbildung investierte, zahlten sich für ihn aus: „Neben meiner Meisterweiterbildung hat sich dieser Abschluss am positivsten auf den Betrieb ausgewirkt. Es war eine Art Türöffner für weitere Auftraggeber“, sagt er.

Mit jedem Projekt konnte er seinen Ruf als Experte weiter ausbauen; mittlerweile arbeitet Markus Madeia mit Behörden, Kirchen und Architekten zusammen. Bevor die eigentliche Restaurierung beginnt, macht sich der Fachmann vor Ort ein Bild vom Zustand des Objekts, kalkuliert die Kosten und bespricht die nötigen Arbeiten mit den Auftraggebern. Erst dann geht es an die konkrete Umsetzung.

Für die Planung und Durchführung von Restaurierungsarbeiten braucht es neben den fachlichen Kenntnissen vor allem auch den Blick fürs Detail: „Egal ob wir ein Bauwerk renovieren oder ein denkmalgeschütztes Objekt restaurieren, man muss einfach ein Gespür für die Materie entwickeln“, betont er. „Die Details sind wichtig: Beim historischen Mörtel müssen die Farbe und Zusammensetzung stimmen, oftmals müssen wir das passende Steinmaterial erst einmal finden.“

Informationen

Weitere Infos zu diesem Beruf finden Sie im BERUFENET:

http://bfi.plus/884